Politik Kommentar: Die Falsche

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Sahra Wagenknecht hat stets auf eigene Rechnung agiert. Nun will

ausgerechnet sie die Linke zusammenführen. Das passt nicht zusammen.

Mit der Friedens- und Umweltbewegung vergleicht sich die neue linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ – und macht schon den ersten Fehler. Was sich in den 70er und 80er Jahren im Angesicht von atomarer Hochrüstung und ökologischem Raubbau heranbildete, kam zweifellos „von unten“. Anti-AKW- und Anti-Raketen-Protest formierte sich zuerst in Dörfern und Städten in kleinen Aktionsgruppen. Erst spät kam es zu den Dachverbänden, die bis heute existieren. Bei „Aufstehen“ verhält es sich umgekehrt, das Projekt ist eine Kopfgeburt der Linkspartei-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und ihres Mannes, des früheren SPD-Chefs Oskar Lafontaine. Beide sind politisch hoch begabt, aber auch ungemein geschickt darin zu spalten. Nun also will man die Zerwürfnisse, zu denen die beiden Akteure selbst viel beigetragen haben, vergessen machen. Das ist schon befremdlich. „Aufstehen“ kommt „von oben“, es ist ein Dach, das kippelig auf Mauern ruht, die noch im Aufbau sind. Natürlich kann auch eine solche Konstruktion irgendwann einmal tragfähig werden. Es gibt dafür Beispiele, etwa die Sammlungsbewegung „En Marche“ in Frankreich, die es schaffte, Emmanuel Macron zum Präsidenten zu machen. Doch der versammelten Linken in Deutschland mangelt es an Einigkeit. Es gibt auch kein Spitzenpersonal, das integrieren kann. „Aufstehen“ wird trotz guter Argumente daran nichts ändern. Am Ende stehen sich die Parteien doch wieder als Konkurrenten gegenüber.

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