Meinung
Ist Europa zu langsam für die digitale Welt?
Immer häufiger wirkt das alte Europa von der neuen Zeit überfordert. Die Welt befindet sich politisch und wirtschaftlich in einem rasenden Umbruch, während die EU zu oft in ihren überkommenen Strukturen stecken bleibt. Auch das Brüsseler Förderpaket für künstliche Intelligenz, Clouddienste und Halbleiter entstammt diesem Denken.
Dabei ist der Ansatz absolut richtig: europäische Unternehmen sollen gefördert werden, um die Abhängigkeit von Digitalkonzernen aus den USA zu verringern. Das gilt umso mehr, seit sich Washington unter Präsident Donald Trump zu einem Partner entwickelt hat, dem nicht mehr zu trauen ist.
Brüssel hat in Sachen digitaler Souveränität zuletzt allerdings immer wieder kühne Pläne geschmiedet, die dann kläglich gescheitert sind. So sollte die EU etwa bei der Chip-Produktion zum Global Player aufsteigen. Doch es zeigte sich, dass es nicht reicht, ein ehrgeiziges Förderprogramm aufzustellen und dafür viele Milliarden Euro in die Hand zu nehmen.
Mindestens ebenso wichtig ist es, dass die einzelnen EU-Staaten schnell und flexibel das richtige Umfeld für die Investitionen schaffen. Das bedeutet, dass bürokratische Hürden verschwinden und Genehmigungsverfahren verkürzt werden müssen, über Baugenehmigungen vor Ort rasch entschieden wird und in Betrieben und Schulen der Nachwuchs besser und gezielter gefördert wird.
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