Politik Helmut Kohls Erbe: „Thema in Familie komplett erledigt“
Über das materielle Erbe des im Juni verstorbenen Helmut Kohl ist nach Angaben von dessen Sohn Walter noch zu Lebzeiten des Altkanzlers vor Gericht entschieden worden.
„Wir haben 2016 (...) auch auf Initiative meines Bruders hin eine juristische Klärung vom Landgericht Frankenthal erwirkt“, sagte der 54-Jährige am Dienstagabend in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“. „Da ist alles geklärt. Das Thema Erbschaft in der Familie ist komplett erledigt.“ Mit Blick auf die Einordnung und Aufarbeitung des politischem Erbes seines Vaters sagte Walter Kohl, er wünsche sich, „dass es eine Stiftung gibt, die – ganz wichtig – neutral, objektiv ist. Die außerhalb aller Familienmitglieder ist“. Weder er, noch sein Bruder oder Maike Kohl-Richter sollten in dieser Stiftung eine Rolle spielen. Kohl-Richters Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner hatte im Juni die Gründung einer eigenen Stiftung für den Nachlass angekündigt. Walter Kohl verteidigte auch seine Entscheidung, nicht an der Beerdigung seines Vaters in Speyer teilgenommen zu haben. Seiner Ansicht nach hätte Helmut Kohl im Familiengrab in Ludwigshafen beerdigt werden sollen, in dem unter anderem auch seine erste Frau liege, sagte Walter Kohl. Dass er in Speyer nicht dabeigewesen sei, sei „keine Absage an meinen Vater“, es sei „eine Absage an die Situation“. Er kritisierte das Grab in Speyer, das derzeit von einem grünen Metallzaun eingegrenzt ist und mit einer Videokamera überwacht wird. „Ich finde es unwürdig in Bezug auf meinen Vater“, sagte er. „Ich finde es aber auch ehrlich in Bezug auf die Verhaltensweise von Maike: Dieses Ausgrenzen, Abgrenzen, Kontrollieren. Das kommt sehr gut durch“, sagte er mit Blick auf Maike Richter-Kohl. In der Mainzer Kirche St. Peter gedachten gestern rund 150 Menschen des am 16. Juni verstorbenen Altkanzlers. Domkapitular Prälat Dietmar Giebelmann sagte in seiner Predigt, die Pfalz sei zeitlebens Helmut Kohls Heimat gewesen, das habe man nicht zuletzt an seiner Sprache gemerkt. An dem Gedenkgottesdienst nahmen zahlreiche Politiker teil, darunter die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und die Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner.