Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Gute Nachricht von der Bahn – Ende des Tarifstreits in Sicht

Einigung in Sicht im Tarikonflikt von Bahn und EVG.
Einigung in Sicht im Tarikonflikt von Bahn und EVG.

Mit der Schlichtungsempfehlung für die Deutsche Bahn sollten streikbedingte Ausfälle im Bahnverkehr erst einmal vom Tisch sein.

Die Schlichter waren überpünktlich. Das Schlichtungsverfahren bei der Deutschen Bahn endete früher als ursprünglich geplant – schon das ist angesichts notorischer Verspätungen im Bahnverkehr bemerkenswert.

Damit der endgültige Schlussstrich unter diese Tarifauseinandersetzung gezogen werden kann, bedarf es noch der Zustimmung der EVG-Mitglieder. Von der ist allerdings auszugehen, nachdem sowohl die Schlichtungskommission als auch die Spitze der Gewerkschaft für die Annahme der Schlichtungsempfehlung plädieren.

Natürlich entspricht das Ergebnis der Schlichtung nicht in allen Punkten den ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaft. Tarifverhandlungen enden nun einmal in aller Regel mit einem Kompromiss, für den beide Seiten Zugeständnisse machen müssen.

Das Paket kann sich sehen lassen

Aber das Paket aus Inflationsausgleichsprämie, einem Festbetrag, von dem niedrigere Entgeltgruppen überproportional profitieren, sowie darüber hinausgehenden finanziellen Verbesserungen für bestimmte Beschäftigtengruppen kann sich sehen lassen – auch im Vergleich zu Abschlüssen in anderen Branchen.

Für den ohnehin tief in den roten Zahlen steckenden DB-Konzern bedeuten die mit dem Schlichterspruch verbundenen Kosten eine massive Mehrbelastung. Aber was wäre die Alternative gewesen? Ein Arbeitskampf, der bei einem Scheitern der Schlichtung unweigerlich gedroht hätte, macht Abschlüsse in aller Regel aus Unternehmenssicht nicht billiger. Und schon heute tut sich das Unternehmen schwer, ausreichend Mitarbeiter zu finden. Zudem bietet die Laufzeit von 25 Monaten – nur zwei Monate weniger als von der DB gefordert – ein beträchtliches Maß an Planungssicherheit.

Zunächst ist Ruhe – doch wie lange?

Für Bahnkunden ist die Einigung auf den Schlichterspruch eine gute Nachricht. Sie können darauf setzen, dass bei der Bahn auch nach dem Ende der Urabstimmung keine streikbedingten Unannehmlichkeiten drohen.

Wie lange die Ruhe währt, ist freilich noch nicht ausgemacht. Denn im Herbst wird die EVG-Konkurrenz, die Lokführergewerkschaft GDL, ihrerseits mit der DB über einen neuen Tarifvertrag verhandeln. Die GDL hat in den vergangenen Jahren ihre Bereitschaft wie auch ihre Fähigkeit zu Arbeitskämpfen hinreichend unter Beweis gestellt.

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