Im Porträt: RHEINPFALZ Plus Artikel Gordon Schnieder – der neue starke Mann der Landes-CDU

Gordon Schnieder sitzt seit 2016 im Mainzer Landtag und ist dort seit März vergangenen Jahres Chef der CDU-Fraktion.
Gordon Schnieder sitzt seit 2016 im Mainzer Landtag und ist dort seit März vergangenen Jahres Chef der CDU-Fraktion.

Die rheinland-pfälzische CDU ist seit dem Landesparteitag in Frankenthal eine Schnieder-CDU. Wer ist der Mann?

Es ist eine kurze Szene, die sich am Rande des Parteitags im Foyer des Frankenthaler Congress-Forums abspielt – aber sie hat einen gewissen Symbolwert. Nachdem die wichtigsten Wahlgänge erledigt sind, stehen Gordon Schnieder und Johannes Steiniger für ein gemeinsames Pressestatement bereit. Eigentlich soll es streng nach Parteihierarchie gehen: erst der Vorsitzende, dann der Generalsekretär. Schnieder positioniert sich vor den vielen Mikrofonen, bekommt dann den Wink, dass sein neuer „General“ demnächst die Sitzungsleitung im Saal übernehmen muss: „Komm’, dann mach’ du zuerst.“ Er lässt Steiniger den Vortritt und wartet geduldig, bis er dran ist.

Baldauf: Kompletter Gegenentwurf

Unter anderem diese Fähigkeit dürfte dem 49 Jahre alten Schnieder, dessen Karriere im kommunalpolitischen Engagement für seine Heimatregion Eifel wurzelt, beim Weg an die Spitze der rheinland-pfälzischen Christdemokraten schon das eine oder andere Mal geholfen haben. Dass hinter dieser Geduld einiges an Durchsetzungsvermögen steckt, ist spätestens klar, seit sein Vorgänger Christian Baldauf Ende 2022 das Amt als Fraktionschef mehr oder weniger freiwillig aufgab. Nun hat er auch den Landesvorsitz von dem Frankenthaler übernommen, der mit seiner jovialen Menschenfreundlichkeit häufig wie der komplette Gegenentwurf zum eher ernsthaften Schnieder wirkt.

In NRW ausgebildet

Der neue starke Mann der Landes-CDU studierte nach dem Wehrdienst Steuerrecht und Finanzwirtschaft im nordrhein-westfälischen Nordkirchen, arbeitete im Finanzamt Köln-Altstadt und bis zu seinem Einzug in den Landtag 2016 in der Verwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Von 2014 bis 2019 war er Ortsbürgermeister in Birresborn, seinem Wohn- und Heimatort. Sechs Jahre später ruhen nun die Hoffnungen des Landesverbands auf ihm, die CDU nach dann 35 Jahren Opposition zurück in die Staatskanzlei zu führen.

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