Glosse RHEINPFALZ Plus Artikel „Fleischlüge“: Markus Söder stichelt gegen die SPD-Küche

Markus Söder isst gerne – zum Beispiel eine Curry-Wurst mit Christian Stocker, dem Bundeskanzler von Österreich.
Markus Söder isst gerne – zum Beispiel eine Curry-Wurst mit Christian Stocker, dem Bundeskanzler von Österreich.

Der CSU-Chef lästert über die Küche in der SPD-Zentrale – und schwindelt dabei etwas

Zwei Dinge zelebriert Markus Söder mit Wonne in der Öffentlichkeit: seine Abneigung gegen die „Grüühnen“ und seine Lust an fleischhaltiger Kost. Gerne lässt sich der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident in den sozialen Medien beim Würschtel-Essen und Burger-Testen abfilmen, was allseits großen Anklang findet.

In jüngster Zeit entwickelt Söder einen neue Leidenschaft: Er lästert jetzt auch gerne gegen gesundes Essen bei der SPD. Wie das Portal „Übermedien“ berichtet, tourt Söder derzeit durchs Land und behauptet zum Vergnügen seiner Fans, dass es bei den Verhandlungen zur schwarz-roten Koalition im März und April immer dann arg schlimm war, wenn die Runde im Willy-Brandt-Haus tagte.

Leberkäs und Weißbier

So sagte Söder beim „Schweinefest“ im bayerischen Viechtach: „Bei der SPD gab es immer veganes Essen, immer miese Stimmung. Bei der CDU gab es ordentliches, aber zu wenig Essen. Aber wir: Ich habe immer auftischen lassen! Es ging in der Früh mit Weißwurst los. Dann gab es Schweinsbraten, Leberkäs und dazu Weißbier.“ Auch auf dem CSU-Bezirksparteitag in Oberfranken wiederholte der Parteichef seinen Spott über die Genossen.

Söder spricht in diesem Zusammenhang gerne von der „Saskia-Esken-Küche“ der SPD. Eine Anspielung auf die damalige SPD-Ko-Chefin, die seit 15 Jahren kein Fleisch isst, aber immer beteuert, sie wolle anderen den Appetit nicht darauf verderben, wie sie einmal in einem Interview mit der „Zeit“ erklärte.

SPD dementiert

Im Wahlkampf lud die SPD jedenfalls gerne zu „Bier und Bratwurst“ ein. Und manch einer erinnert sich vielleicht noch an die Wahlplakate mit dem Slogan „Currywurst ist SPD“. Diese eher preußische Spezialität findet immerhin auch den Gefallen des Bayern, wie ein gemeinsames Currywurstessen Söders mit Österreichs Bundeskanzler Stocker vor einigen Tagen in Wien belegt.

Aber die große Frage lautet ja: Gab es bei der SPD nur veganes Essen? Eine Nachfrage von „Übermedien“ beim SPD-Parteivorstand schafft Klarheit: Nein, zu den Verhandlungen im Willy-Brandt-Haus sei auch Fleisch serviert worden. Söders Sticheleien gegen die Genossen sind also nicht ganz die Wahrheit, um es einmal höflich auszudrücken. Oder wie es „Übermedien“ formuliert: „Söders Fleischlüge“.

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