Meinung
Familienpolitik à la AfD
Der Vorwurf, sich bei der Beurteilung anderer aufs hohe moralische Ross zu schwingen, bei sich selbst aber gerne eine Auge zuzudrücken, trifft meist Politiker und Parteien aus dem linken politischen Lager. Eine Partei aber tut sich besonders hervor, wenn es darum geht, den politischen Gegner moralisch anzuprangern: die AfD. Klüngel, Vetternwirtschaft, Bereicherung, Ausplünderung – es gibt nichts, was den „Altparteien“ nicht schon vorgeworfen wurde. Verbunden wird das mit dem Versprechen, einmal an der Macht, werde man diesen Augiasstall ausmisten und nur noch Politik „für das Volk“ machen.
Manches gehört sich schlicht und einfach nicht
Und ja: In allen Parteien gab und gibt es immer wieder Fälle von Vettern- und Günstlingswirtschaft. Und die gilt es klar zu benennen – und gegebenenfalls zu ahnden.
Nun aber sehen sich – nicht zum ersten Mal – AfD-Politiker selbst Vorwürfen der Vetternwirtschaft ausgesetzt, weil Familienmitglieder bei der Partei oder bei anderen Abgeordneten beschäftigt wurden. Ob es Fälle gibt, in denen die Grenzen der Legalität überschritten wurden, müssen letztlich Gerichte klären. Ein ziemlich unangenehmes Geschmäckle aber hat das, was da aus Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg bekannt wird, allemal. Und wer sich selbst so als Hüter von Moral und Sauberkeit aufspielt, sollte wissen, dass nicht alles, was juristisch legal sein mag, auch politisch legitim ist. Manches gehört sich schlicht und einfach nicht.