Kirche
Erzbistum Köln streicht die Domtürme aus dem Logo
Wat sull di dann woanders, dat hätt doch keine Senn.
Das sang die Kölner Kultband Bläck Fööss bereits Anfang der 70er Jahre, und viele Karnevalssongs folgten, die dem Weltkulturerbe der Stadt am Rhein in warmherzigen Worten auf Kölsch huldigen. Der Kölner Dom ist in der ganzen Welt bekannt. Doch ausgerechnet das Erzbistum hat die Kathedrale nun aus seinem offiziellen Logo gestrichen.
Im neuen Corporate Design – wie das heute auch in kirchlichen Kreisen heißt – fehlen die beiden Domtürme. Seit diesem Montag prangt auf der Internetseite der Schriftzug und eine Bildmarke, inspiriert vom historischen Wappen des Erzbistums Köln. Das ist nicht gerade einfallsreich.
Guten Seiten der Kirche nach außen zeigen
Aber natürlich haben sich die Verantwortlichen des Erzbistums etwas dabei gedacht: „Gerade in dieser herausfordernden Zeit ist es entscheidend, die vielfältigen guten Seiten der Kirche nach außen hin deutlicher sichtbar zu machen. Mit dem neuen Erscheinungsbild möchten wir dazu beitragen, die Wahrnehmung der kirchlichen Angebote vor Ort und des vielfältigen Engagements der Menschen zu fördern.“ So erklärt es Frank Hüppelshäuser, Leiter des Erzbischöflichen Generalvikariats. Nur – das Erscheinungsbild, das die Erzdiözese nach außen abgibt, lässt sich auch mit neuem Design nicht aufhübschen. Und es ändert nichts daran, dass es zwischen dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und vielen Katholiken kriselt. Vorsichtig ausgedrückt.
Vor allem durch die Art und Weise, wie der Kardinal in der Aufklärung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche agierte, sich unter anderem mit Zeitungen vor Gericht anlegte, hat er dem Image der ganzen Institution geschadet. Im Juni ordnete die Kölner Staatsanwaltschaft gar eine Hausdurchsuchung bei dem Kirchenmann an. Es geht um den Verdacht der Falschaussage unter Eid, also Meineid. Ein spektakuläres öffentliches Verfahren. Der Ausgang ist offen.
Stadt hat bereits Domspitzen aus Marke gestrichen
Nun soll es also das neue Corporate Design richten. Laut Erzbistum erfolgt die Umstellung aus Kostengründen sukzessive. „Mit Blick auf nachhaltige und wirtschaftliche Aspekte wird das neue Corporate Design zunächst bei Neugestaltungen oder bei Nachproduktionen verwendet“, heißt es. Man baut dem Vorwurf der Verschwendung vor.
Übrigens: Bereits im März vor einem Jahr hat die Stadt Köln die Domspitzen aus ihrer Marke gestrichen und setzt seitdem auf das historische Stadtwappen. Auch damals wurde eine Erklärung für die Änderung mitgeliefert: Das neue Logo ohne Dom werde die gesamte Dienstpost zieren. Dazu gehörten schließlich auch Gebührenbescheide oder Parkknöllchen. Da müsse nun wirklich nicht notwendigerweise der Dom auftauchen.
Und wenn der Kardinal in Zukunft auf offiziellem Briefbogen einem Pfarrer, der ein homosexuelles Paar segnet (geschehen im August), eine Abmahnung schickt, dann erinnert sich vielleicht der ein oder andere an die Begründung für das neue Corporate Design: nämlich „die vielfältigen guten Seiten der Kirche nach außen hin deutlicher sichtbar zu machen“.