Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Bahn: Streik mit hohem Risiko

Auf die wenigen Züge, die am Mittwoch fuhren, warteten teilweise sehr viele Reisende. Dieses Bild entstand am Frankfurter Hauptb
Auf die wenigen Züge, die am Mittwoch fuhren, warteten teilweise sehr viele Reisende. Dieses Bild entstand am Frankfurter Hauptbahnhof.

Der Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn birgt in Corona-Zeiten Gefahren für die Gesundheit von Reisenden und Mitarbeitern.

Arbeitskämpfe sind ein legitimes Mittel für Gewerkschaften, um in Tarifauseinandersetzungen ihren Forderungen Druck zu verleihen. Deshalb bestreitet auch niemand der Lokführergewerkschaft GDL das Recht, ihre Mitglieder zu einem Streik bei der Deutschen Bahn (DB) aufzurufen.

Gleichwohl bleibt der nun stattfindende Streik eine Zumutung. Mal abgesehen davon, dass es in diesem Arbeitskampf nicht nur um Lohnprozente und Fragen der Altersversorgung geht. Zusätzlichen Zündstoff erhält der Konflikt durch den Streit zwischen GDL und DB um das Tarifeinheitsgesetz sowie die Konkurrenz zwischen der Lokführergewerkschaft und der zweiten Bahngewerkschaft EVG – beides Themen, wegen denen offiziell nicht gestreikt werden darf, die aber eine wichtige Rolle spielen.

Hinzu kommt: Mehrfach hat die GDL bekräftigt, frühzeitig über einen Arbeitskampf zu informieren. Am späten Dienstagvormittag einen Streik anzukündigen, der Mittwoch am frühen Morgen beginnt, widerspricht dieser Zusage.

Noch gravierender sind die möglichen Folgen dieses Streiks angesichts der noch lange nicht gebändigten Corona-Pandemie. Wenn ein Großteil der Züge ausfällt, werden die verbliebenen Bahnen mit Sicherheit voller. In normalen Zeiten ist das unbequem, in Corona-Zeiten ein Gesundheitsrisiko – für Fahrgäste und diejenigen Mitarbeiter, die den Betrieb bei der DB aufrechterhalten. Spätestens an diesem Punkt wird dieser Streik vollends fragwürdig.

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