Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Damit weniger Igel sterben: Nachtfahrverbot für Mähroboter

160.000 Unterschriften gibt es für aktuelle Petitionen zum Schutz von Igeln. Für sie sind Mähroboter eine Gefahr.
160.000 Unterschriften gibt es für aktuelle Petitionen zum Schutz von Igeln. Für sie sind Mähroboter eine Gefahr.

Eine bundesweite Petition will Igel schützen und den Einsatz der Rasenpflege-Maschinen in ganz Deutschland einschränken. Das geforderte Nachtfahrverbot ist sinnvoll.

Ihre Zeit kommt, wenn es dunkel wird. Igel sind vorwiegend nachtaktiv und haben feste Territorien, lässt die Deutsche Wildtier-Stiftung wissen. Die stacheligen Tierchen sind Insektenfresser und begeben sich auch in Gärten auf Nahrungssuche. In den meisten Ländern gibt es immer weniger Igel. Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“.

Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat in einer Untersuchung aufgezeigt, dass der Einsatz von Rasenmährobotern eine ernsthafte Gefahr für Igel darstellt.

Petition gegen Gefahren für Igel findet Anklang

Jetzt, wo der Frühling naht, findet eine Petition großen Anklang, die ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter fordert. Aus Sicht der scheuen, verletzlichen Igel ergibt das Sinn: Wenn man so einen Helfer zum Rasenmähen nutzt, sollte man ihn so (um-)programmieren, dass er nur fährt, wenn es hell ist. Zumal Igel bei Gefahr nicht weglaufen; sie rollen sich ein – und werden dann übel geschnitten. Nur wenige hochmoderne Mährobotertypen können Igel dank Kamera umfahren.

Schon mehr als 160.000 Unterstützer der Igel-Petitionen

Aktuell unterstützen mehr als 160.000 Menschen aus ganz Deutschland mit mehreren Petitionen verschiedene Initiativen zu einem besseren Schutz von Igeln.

Der Mähroboter-Einsatz solle deutschlandweit „mindestens von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang“ verboten sein, heißt es in einer vor rund einer Woche initiierten Petition der Regensburgerin Bianca Dirigl. Alleine sie hat, Stand Dienstag, mehr als 51.000 Unterschriften gesammelt.

Viele Igel sterben auf deutschen Straßen

In der von ihr gegründeten Pflegestelle für Igel habe sie in den vergangenen Jahren viele Tiere „mit tiefen Schnittverletzungen im Gesicht, mit abgetrennten Beinen, mit schweren Infektionen“ erlebt. Die verletzten Tiere würden oft tagelang leiden „und viele überleben es nicht, die Ursache sind oft Mähroboter“. Bisher gibt es in Deutschland kein generelles Nachtfahrverbot für Mähroboter, nur einzelne Regelungen auf kommunaler Ebene – etwa ein Nachtfahrverbot in Mainz, das seit dem vergangenen Frühjahr gilt.

Schlecht für die Igel ist auch, dass sie in vielen Gärten und Parks keine Verstecke mehr finden wie Gestrüpp oder Laubhaufen. Zudem gestaltet sich die Suche nach Nahrung, nach Insekten zunehmend schwierig. Mähroboter können sie schlimm zurichten; die meisten Igel indes – bis zu einer Million pro Jahr – sterben auf deutschen Straßen. Sie werden von Autos überrollt.

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