USA
77 Nobelpreisträger gegen Kennedy als neuer Gesundheitsminister
Es geht um die USA, es geht um Robert F. Kennedy jr. und das Amt des Gesundheitsministers. Und es geht um Donald Trump. Die Befürchtung der 77 Gelehrten aus den Bereichen Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaft: Der Sohn von Robert F. Kennedy, der als demokratischer Bewerber um die US-Präsidentschaft 1968 bei einem Attentat in Los Angeles ums Leben kam, werde „die Gesundheit der Bevölkerung gefährden“. Dabei hat Trump den 70-jährigen Kennedy doch gerade deswegen nominiert, weil er diesem zutraut, „Amerika wieder gesund zu machen“.
Das passt nicht zusammen. Wobei im Falle von Robert F. Kennedy jr. sowieso wenig zusammen passt. So schloss dieser gleich zwei Studiengänge an herausragenden Universitäten ab; er machte Karriere als angesehener Umwelt-Anwalt und war in der Ära von US-Präsident Barack Obama als Leiter der Behörde zum Schutz der Umwelt im Gespräch. Doch seine Kokainsucht verhinderte eine Bestätigung im Senat.
Rückfall vor die Zeit der Aufklärung
Und irgendwann begann Kennedy mit der Verbreitung abstruser Glaubensbekenntnisse. Kennedy war in der Covid-Pandemie einer der Hauptquellen von Verschwörungstheorien à la „Microsoftgründer Bill Gates will Menschen beim Impfen einen Computerchip einpflanzen und so steuern“. Alles Dinge also, die Panik bei viele Menschen erzeugen – und diese beispielsweise davon abhalten, sich und ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Was unnötige Hirnschäden verursachen kann.
Ein Minister Kennedy käme also einem Rückfall in die Zeit vor der Aufklärung ab dem 17. Jahrhundert gleich, die mit religiösen und abergläubischen Thesen aufräumte. Doch natürlich hat das Ganze auch noch eine politische Komponente.
Der Satz bekommt eine andere Bedeutung
So sind sehr viele US-Amerikaner mit ihrem Gesundheitssystem höchst unzufrieden. Medikamente zum Beispiel sind dort so teuer wie sonst nirgends auf der Welt. Kritiker sprechen von einem industriellen Komplex der Pharmaindustrie. Da ist es nicht weit zu Trumps Verschwörungstheorie, die USA würden in Wahrheit von einem „Tiefen Staat“ regiert – und den werde er nach seinem Amtsantritt zerschlagen. Der Milliardär Elon Musk hat so von Trump den Auftrag bekommen, Tausende Stellen in Behörden abzubauen und damit den Staatsapparat zumindest teilweise zu schwächen. Analog stellt sich Trump wohl auch die Aufgabe für Kennedy vor. Der Satz „Amerika soll wieder gesund werden“ bekommt da eine ganz andere Bedeutung.
Dumm nur, dass die Fachwelt an den einzelnen Amerikaner denkt und die Gefahr, die seiner oder ihrer Gesundheit durch monströs irregeleitete Ansichten droht.