Corona RHEINPFALZ Plus Artikel Das sind die Pläne für die Weihnachtsmärkte in der Pfalz

Ein bisschen Schnee verzauberte den Neustadter Weihnachtsmarkt 2017.
Ein bisschen Schnee verzauberte den Neustadter Weihnachtsmarkt 2017.

Der Budenzauber mit Glühwein, Waffeln und Kerzenschein verschönert den Advent. Trotz der Corona-Pandemie soll es in der Pfalz in diesem Jahr wieder Weihnachtsmärkte geben. Den Besuchern verheißt dies eine schrittweise Rückkehr zur Normalität, für die Veranstalter ist es eine Herausforderung.

Die Planung ist in vielen Städten noch in der Schwebe, denn niemand kann jetzt schon wissen, wie die pandemische Lage in Rheinland-Pfalz Ende November sein wird. Die Organisatoren orientieren sich an der jüngsten Corona-Verordnung, rechnen aber jederzeit mit neuen Vorgaben.

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„Es wird bei uns einen Weihnachtsmarkt in abgespeckter Form geben, aber die Details müssen noch geklärt werden“, sagt Matthias Thomas von der Pressestelle der Stadt Kaiserslautern. „Wir schauen, wie sich die Zahlen entwickeln.“ Der Markt soll sich durch die Stadt ziehen, die Abstände zwischen den Buden sind laut Thomas größer als früher. Außerdem gelte die Masken- und Abstandspflicht, der Zugang müsse kontrolliert werden, und im Innenhof der Stiftskirche sei eine Einbahnregelung geplant.

In Ludwigshafen wird der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Platz aufgebaut. Allerdings sei ein anderer Aufbau mit größeren Abständen zwischen den Hütten geplant, sagt Torsten Kleb von der Lukom, der Ludwigshafener Kongress- und Marketing-Gesellschaft. Genau wie früher könne es nicht ablaufen, so Kleb. Die Lukom sieht es als Spagat: Sie will für eine angenehme Atmosphäre sorgen und dennoch die pandemiebedingten Rahmenbedingungen einhalten.

Tausende Besucher in der Altstadt

Abgesagt wurde der DeidesheimerWeihnachtsmarkt, der mit seinen 115 Ständen jedes Jahr tausende Besucher in die historische Altstadt lockt. „Schweren Herzens haben wir uns so entschieden“, sagt Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH Deidesheim. Die Innenstadt könne nicht coronagerecht abgesichert und kontrolliert werden. „Da würde auch der Charme verloren gehen“, meint Wemhoener. Deidesheim werde seinen Bürgern und Gästen dennoch eine vorweihnachtliche Atmosphäre mit schön geschmückten Straßen bieten. „Zurück zu den Wurzeln – ohne Busse und Besucherströme – mit kleinen feinen Konzerten, offenen Künstlerateliers und kleineren Veranstaltungen in den Höfen“, sagt Wemhoener.

Auch der überregional beliebte Belzenickelmarkt in Bobenheim am Berg im Kreis Bad Dürkheim fällt in diesem Jahr noch einmal aus. „Wir können unsere Höfe und Häuser nicht öffnen“, bedauert Maria Schwarze- Kaufmann. Die Vorsitzende des Bürgervereins weist darauf hin, dass dort weder Einbahnstraßenregeln noch Kontrollen machbar seien. „Das würde auch den Charakter des Festes komplett verändern. Das wollen wir nicht“, so Schwarze-Kaufmann. Sie hofft, dass 2022 alles wieder seinen gewohnten Gang nehmen kann.

Den Charme ihres Weihnachtsmarktes wollen auch die Neuleininger so weit als möglich belassen. Unter Einhaltung der 3G-Regel mit Zugangskontrollen an zwei Toren der Stadtmauer soll die Veranstaltung am ersten und zweiten Adventswochenende stattfinden. Die Genehmigung des Kreises steht allerdings noch aus.

2G-Regel in Zweibrücken

Heiko Saberatzky vom Veranstalter Kontrastbühne geht davon aus, dass der Weihnachtsmarkt in Zweibrücken so laufen kann wie sonst auch. „Nur um die Einlasskontrolle kommen wir nicht herum.“ Das Gelände müsse eingezäunt oder abgesperrt werden. Man habe sich für die 2G-Regel (nur Genesene und Geimpfte) entschieden, um auf dem Markt auf Masken und Abstände verzichten zu können. „Dann brauchen wir auch die Besucherzahl nicht zu begrenzen und müssen uns nicht mit Leute herumärgern, die sich nicht an die Regeln halten.“ Saberatzky hat die leise Hoffnung, dass in Rheinland-Pfalz demnächst vielleicht auch das saarländische Modell eingeführt wird. „Im Nachbarland sollen ab November im Außenbereich alle Vorgaben entfallen“, sagt er. Momentan sei die Organisation des Marktes sehr aufwendig und mit enormen Kosten verbunden.

Auch der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in Frankenthal soll stattfinden. „Wir warten aber ab, bis wir genauere Anweisungen aus Mainz bekommen“, sagt Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU). Die Budenstadt soll umzäunt werden, was laut Klöppel mit gewissen Einschränkungen für die Beschicker verbunden ist. „Wir müssen abklären, ob sie das so mitmachen, und der Zugang muss gesteuert werden, damit nicht zu viele Menschen auf dem Platz sind.“

Erstmals mit Eisbahn geplant

Erstmals wird es in Landau eine Eisbahn am Deutschen Tor geben. Der Weihnachtsmarkt werde etwas entzerrt - mit in der Stadt verteilten Ständen, sagt Pressesprecherin Sandra Diehl. „Für das Tourismusbüro ist die Organisation viel Arbeit.“ Es müsse die aktuelle Verordnung im Blick haben und die Vorgaben an die Schausteller weitergeben. Beim Federweißenfest habe das gut geklappt.

Speyer hat sein Konzept für den Weihnachtsmarkt beim Land eingereicht. „Jetzt warten wir auf die Genehmigung“, sagt Lisa-Marie Eschenbach, Pressesprecherin der Stadt. Ein Zaun sei in Speyer nicht möglich, die Buden sollen räumlich verteilt in der Maximilianstraße aufgestellt werden. „Wir halten uns an die Hygieneauflagen wie die Maskenpflicht.“

Auf seinen Weihnachtsmarkt will Neustadt in diesem Jahr nicht verzichten. Fest steht, dass er auf dem Marktplatz und an den Adventswochenenden auch im Rathaushof über die Bühne gehen wird. Über die genauen Rahmenbedingungen werde in den nächsten Tagen informiert, sagt Pressesprecherin Dagmar Staab.

Für den Belznickelmarkt in Pirmasens erarbeitet das Stadtmarketing gerade ein Konzept, um flexibel auf die Entwicklung der Pandemie reagieren zu können. „Die Stände werden entzerrt platziert, um Gedränge zu vermeiden“, sagt Pressesprecher Maximilian Zwick. „Außerdem wird das Areal eingezäunt, und es erfolgen Zugangskontrollen.“ Daher rechne die Stadt mit steigenden Kosten.

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