Neuleiningen RHEINPFALZ Plus Artikel Der Weihnachtsmarkt in Neuleiningen soll dieses Jahr stattfinden

Der Weihnachtsmarkt 2019 in Neuleiningen – damals dachte man noch nicht daran, dass ein Virus die Welt derart verändern würde.
Der Weihnachtsmarkt 2019 in Neuleiningen – damals dachte man noch nicht daran, dass ein Virus die Welt derart verändern würde.

Nach der pandemiebedingten Absage im vergangenen Jahr sind die Organisatoren des Neuleininger Weihnachtsmarktes guter Hoffnung, dass die Veranstaltung diesmal laufen wird. Die Planung stellt das Team vor große Herausforderungen. Am Ende wird vieles nicht so sein wie gewohnt.

Bei den Vorbereitungen zum „ersten Neuleininger Corona-Weihnachtsmarkt“, wie Winzer Johannes Nippgen die Veranstaltung getauft hat, ist Kreativität gefordert. Viele Fragen sind zu klären und jede Menge Unsicherheiten schwingen mit. Schon vor etlichen Wochen hat das achtköpfige Orga-Team, eine Abteilung des Heimat- und Kulturvereins, ein Hygienekonzept bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim eingereicht. „Bis heute haben wir keine Genehmigung, wir hängen total in der Luft“, sagt Thomas Zelinski. Er macht deutlich, dass die Zeit drängt. Denn der Weihnachtsmarkt soll an den Wochenenden, 27./28. November, und 4./5. Dezember über die Bühne gehen.

Karte: Die Weihnachtsmärkte in der Pfalz

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Hinsichtlich der Zugangskontrollen wäre alles relativ einfach, wenn die Buden umziehen würden, etwa auf das Areal an der Alten Schule, in den Burghof oder auf den großen Parkplatz. Auch wäre es dann für die Einwohner angenehmer, sie müssten sich nicht mit Sperrungen arrangieren und würden nicht durch Lärm belästigt. Aber: Dann fielen entweder große Teile der sowieso schon knappen Pkw-Stellflächen weg oder der Aufbau der Stände wäre besonders aufwendig. Auf jeden Fall jedoch wäre der Charme des überregional bekannten Festes dahin.

Die Stadtmauer hilft bei der Kontrolle

Deswegen wird am Dorf-Adventsmarkt festgehalten, wo sich die Anlaufpunkte in den mittelalterlichen Gassen verteilen sowie die ortsansässigen Weingüter, andere Gewerbetreibenden und Gastronomen eingebunden sind. „Wir haben den Vorzug einer Stadtmauer“, erläutert Dirk Leyendecker, wie sich das Einhalten der 3G-Regel überprüfen lasse. Von den drei möglichen Eingangstoren in den historischen Ortskern werde das am Diebsturm geschlossen, sodass nur an zwei Stellen Kontrollen vorgenommen werden müssten. Diese Aufgabe werden allerdings nicht ehrenamtliche Kräfte übernehmen, nachdem sich die Angriffe durch Maskenverweigerer häufen. „Insbesondere nach dem tödlichen Vorfall in Idar-Oberstein wird die Lage dramatisch neu bewertet“, sagt Leyendecker. Im Klartext: Man wird in professionelle Security investieren müssen.

Wer den Markt besuchen will, muss zuvor beim Wachpersonal an den beiden Zugängen nachweisen, dass er vollständig geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet ist. Dann erhält er ein an jedem Öffnungstag andersfarbiges Armbändchen, das an den Ständen vorzuzeigen ist. Das gilt auch für die Neuleininger Bürger, die innerhalb der Stadtmauern wohnen. Nach der aktuellen Lage werden Masken- und Abstandsgebot gelten, auch sollen überall Desinfektionsmittelspender aufgestellt sein.

Standbetreiber sind abgesprungen

Die Organisatoren stehen aber noch vor einer weiteren Herausforderung. Von den ursprünglich 50 Teilnehmern, die sich kurz nach der Absage des Marktes 2020 voller Hoffnung für dieses Jahr angemeldet hatten, sind jetzt bereits zehn wieder abgesprungen. „Jeder von ihnen hat nachvollziehbare Gründe“, sagt Leyendecker. Vereinen fehle nach Mitgliederschwund das Personal, Ältere hätten mit Blick auf die Pandemieentwicklung Angst vor Ansteckung, andere sähen keine Perspektive auf einer Veranstaltung unter Corona-Bedingungen und bei einer Familie sei gerade ein Baby geboren worden. Im Ergebnis sei die komplette Mittelgasse verwaist, erklärt Nippgen. Deshalb werde nun überlegt, wo man die Buden am geschicktesten konzentriert, um trotz der Absagen ein schönes Ambiente zu zaubern.

An der Dekoration mit geschmückten Christbäumchen und Lichtakzenten solle nicht gespart werden, versichert Zelinski. Allerdings wird aufgrund der deutlichen Mehrausgaben kein Rahmenprogramm mit Musik und Gewinnspiel zu finanzieren sein. „Unsere Veranstaltung trägt sich allein durch die Standgebühren und Spenden“, erklärt Nippgen. Falls der „erste Neuleininger Corona-Weihnachtsmarkt“ letztendlich von den Behörden doch nicht genehmigt wird, bleibt ein Trost: Die 3000 Jubiläumstassen, die für die Nachfeier des 30-jährigen Bestehens des 1990 ins Leben gerufenen Budenzaubers geliefert worden sind, haben ein zeitloses Motiv. Insofern könnten sie problemlos auch erst 2022 mit Glühwein gefüllt werden.

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