Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: IHK will prüfen, ob der Abriss der Hochstraße Nord zwingend ist

An einem der 27 Stützpfeiler der Hochstraße Süd haben sich Risse seit Juni im Millimeterbereich vergrößert. Nun werden alle 27 „
An einem der 27 Stützpfeiler der Hochstraße Süd haben sich Risse seit Juni im Millimeterbereich vergrößert. Nun werden alle 27 »Pilze« auf Schäden hin untersucht.

Nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Pfalz sollte die Stadt Ludwigshafen prüfen, ob die marode Hochstraße Nord tatsächlich abgerissen werden muss. Nach der vor einer Woche verfügten Teilsperrung der Südschwester hätten sich die Rahmenbedingen verändert.

"Die Südtrasse galt bisher als Ausweichstrecke und steht nun womöglich nicht mehr zur Verfügung. Unter diesen Voraussetzungen sollte man noch mal in sich gehen und die Frage aufwerfen: Können wir die Hochstraße Nord und die Stadtstraße tatsächlich so bauen, wie wir das geplant haben?“, sagt Jürgen Vogel als stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz auf RHEINPFALZ-Anfrage. Der breite Konsens für den auf Kosten von 530 Millionen Euro geschätzten Nordabriss, der 2020 beginnen soll, sei unter anderen Bedingungen entstanden. „Das muss man sich eingestehen. Eventuell sind andere Lösungen besser und effektiver.“ Das ausführliche Interview lesen Sie hier. Alles Berichte zu den Ludwigshafener Hochstraßen finden Sie hier. Eine längerfristige Sperrung der beschädigten Südtrasse (B 37) wäre der „Super-GAU“ für die Wirtschaft, warnt Vogel. Müsste auch die Nordschwester (B 44) dichtgemacht werden, über die der Verkehr seit dem 22. August umgeleitet wird, wäre das ein Szenario, für das die Politik bisher keine Antworten parat habe. 

IHK für dritte Rheinquerung

Vogel appelliert zudem an die Stadt, die Planungen für eine dritte Rheinquerung bei Altrip wieder aufzunehmen, um den Verkehrsfluss in der Zukunft zu gewährleisten. „Das würde kurzfristig nicht helfen. Aber wir wissen, wenn alle Hochstraßen in zehn Jahren saniert sind, dann sind alle Brücken dran“, so Vogel. Auch Pläne für eine Seilbahn über den Rhein begrüße die IHk. 

Kritik an Kommunikation

Kritik übt der 49-Jährige an der mangelhaften Kommunikation infolge der Teilsperrung und fordert die Einrichtung einer „Task Force“, die bei Notfällen sofort Umleitungs- und Verkehrsleitsysteme einleitet. Vogel betont: „Wir brauchen endlich ein Verkehrsmodell, mit dem wir solche Vorfälle simulieren und durchspielen können.“ 

Statiker prüfen Schäden

Die Stadt hatte den 500 Meter langen Abschnitt der Hochstraße Süd für mindestens vier Wochen gesperrt, weil sich Risse in einem der 27 Stützpfeiler vergrößert hatten. Statiker untersuchen jetzt, ob die Brücke trotz der Schäden wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Die Trassen Süd (59.000 Fahrzeuge täglich) und Nord (44.000) verbinden die Vorderpfalz über den Rhein mit Mannheim. 

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