Zweibrücken Was die CDU mit Jahrhunderte alten Büchern vorhat
Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Bipontina zusammen mit der Stadtbücherei und der Jugendbücherei in die Karlskirche umziehen soll. Dort soll die sogenannte Mediothek verwirklicht werden, nachdem der ursprünglich vorgesehene Standort im City Outlet am Busbahnhof nicht mehr zur Verfügung steht. Ins City Outlet zieht nun für mindestens zehn Jahre das Kaufhaus Woolworth ein.
Die CDU hatte die Pläne für die Karlskirche umgehend scharf kritisiert. Sie fordert – wie schon 2024 –, dass die Stadt 250.000 Euro in den Haushalt 2026 einstellt, um die Bibliotheca Bipontina an ihrem angestammten Platz im Helmholtz-Gymnasium zu sanieren, möglichst mit Fördergeldern.
15.000 historische Bände sind in Zweibrücken gefährdet
Zum historischen Bestand der Bipontina gehören Werke aus der Zeit der Zweibrücker Herzöge und davor. Doch Mitte 2022 wurden 15.000 historische Bände aus Zweibrücken nach Kornwestheim gebracht, wo sie von einer Spezialfirma gereinigt und in einzelnen Fällen auch restauriert wurden, bevor sie zur Lagerung ins Landesbibliothekszentrum (LBZ) nach Speyer kamen. In Zweibrücken hatten sie Schaden genommen, weil sie dort zu trocken und ohne Klimaanlage gelagert waren. Zwar hat das LBZ zugesagt, die Bände wieder zurück nach Zweibrücken zu geben, doch dafür müssen hier erst geeignete Räume gefunden oder geschaffen werden. Wie viel der Umbau kosten würde, ist noch nicht bekannt, weder für die Karlskirche noch fürs Helmholtz-Gymnasium.
Die CDU sieht einen Umzug der Mediothek und der Bipontina in die Karlskirche extrem kritisch. Der Vorschlag, dass die Karlskirche ein geeigneter Ort für die Bipontina sein könnte, kam allerdings zunächst aus den Reihen der CDU: Stadtratsmitglied Elisabeth Metzger hatte dies bereits im März 2023 angeregt. Sie befürchtet, dass die Bände in Speyer bleiben, wenn sich in Zweibrücken kein geeigneter Platz findet. Das dürfe nicht geschehen: „Die wertvollen Exponate gehören zurück in die Stadt“, sagte sie in der damaligen Stadtratssitzung.