Speyer / Zweibrücken Bibliotheca Bipontina: Bestände kommen vorerst in die Landesbibliothek
Wann sie in ihre Heimatstadt zurückkehren, ist laut Annette Gerlach, Leiterin des Landesbibliothekszentrums (LBZ) Rheinland-Pfalz mit Sitz in Koblenz, ungewiss. Es könne durchaus länger als die zunächst angedachten zwei Jahre dauern, sagte Gerlach auf Anfrage. Denn zuerst müssten in Zweibrücken geeignete Lagerungsmöglichkeiten vorhanden sein: „Die Bücher müssen klimatisiert aufgestellt werden.“ Dies sei bei der Restaurationsfirma und am LBZ in Speyer gewährleistet, bisher jedoch nicht in Zweibrücken.
Am ursprünglichen Standort im dortigen Helmholtz-Gymnasium war die Luft zu trocken, so dass sich die Buchrücken zusammenzogen und die Bücher sich nicht mehr oder nicht mehr vollständig öffnen ließen. Gerlach hofft, dass eine zweijährige Lagerung unter fachgerechten Bedingungen dazu führt, dass sich der Zustand der meisten Bücher deutlich verbessert. Ob dieser Zeitraum ausreicht, „weiß niemand“. Wichtig sei, die Bücher von Staub und Schmutz zu befreien, weil die Ablagerungen Nahrung für Schimmelpilze bieten könnten.
Glücklicherweise seien bisher nur wenige Bücher von Schimmel befallen – etwa ein Prozent, schätzt Norbert Schempp, Geschäftsführer der Schempp Bestandserhaltung GmbH, die mit der Reinigung des Bestandes beauftragt ist. Unter Umständen müssten einige Bände danach noch restauriert werden, meint Schempp. Dies müssten LBZ-Experten entscheiden. Er rechnet mit einem Jahr, bis alle Bücher gesäubert sind. Danach würden sie nach Speyer transportiert. „Alle Bücher, die benutzbar sind, werden wir dort ganz normal zur Verfügung stellen“, versichert LBZ-Leiterin Gerlach. Ziel sei es, die Bücher nicht länger als nötig in der Domstadt aufzubewahren: „Sobald wir aus Zweibrücken das Signal erhalten, dass die Bücher dort fachgerecht untergebracht werden können, schicken wir sie zurück.“