Zweibrücken Stadt soll alte Bücher in Kirche lagern, die zum Verkauf steht
Die Stadt sollte die wertvollen, jahrhundertealten Bücher, die zur Restaurierung weggebracht wurden, künftig in der Karlskirche lagern. Das fordert Stadtratsmitglied Elisabeth Metzger.
15.000 jahrhundertealte Bücher, Handschriften und Pergamente der historischen Zweibrücker Herzogsbibliothek Bibliotheca Bipontina wurden Ende 2022 aus ihren Räumen im Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium geholt, weil es dort keine lagergerechte Klimaanlage gibt und sie Schäden davontrugen. In Kornwestheim werden die Bände gereinigt, restauriert und zur Rettung in einem klimatisierten Magazin eingelagert. Nach zwei Jahren sollen sie nach Zweibrücken zurückkehren – aber an einen anderen Standort. Das könnte die Karlskirche sein, schlug Elisabeth Metzger (CDU) am Mittwoch im Stadtrat vor. Das protestantische Dekanat hat vor, die Kirche in der Innenstadt zu verkaufen. Die Stadt solle sie für die Bipontina nutzen, findet Metzger. Sie befürchtet, dass die Bände in Speyer bleiben, wenn sich in Zweibrücken kein geeigneter Platz findet. Das dürfe nicht geschehen: „Die wertvollen Exponate gehören zurück in die Stadt.“ Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) sagte, die Stadt werde Metzgers Anfrage schriftlich beantworten.
(Hinweis: in der ursprünglichen Version dieses Beitrags hatten wir die Restaurierung und Reinigung der Bücher in Speyer verortet. Richtig ist jedoch, dass die Bipontina-Bände sich zurzeit bei der Firma Schempp in Kornwestheim bei Stuttgart befinden. Das ist ein Fachdienstleister, der auf die Bestandserhaltung von Archiven spezialisiert ist.)