Zweibrücken
Situation an Kitas „so schlecht wie nie“ – Das tut die Stadt
Die Situation sei „so schlecht wie noch nie“, räumte Jugendamtsleiter Jörg Klein am Mittwoch in der Sitzung des Stadtrates ein. Neben dem „relativ hohen Krankenstand“ seien sieben Stellen unbesetzt. Er sprach von einem allgemeinen Trend, der nicht nur Zweibrücken betreffe. Laut Stadtsprecher Jens John gibt es in der Stadt gut 130 Stellen für Erzieherinnen. Allerdings muss man zwischen Stellen und Köpfen unterscheiden: Es kann sein, dass sich zwei oder mehrere Erzieherinnen eine Stelle teilen.
Das will die Stadt gegen den Personalmangel tun
Die Stadt hat einen sogenannten Springer-Pool mit etwa zehn Erzieherinnen, die nicht einer bestimmten Kita zugeordnet sind, sondern flexibel eingesetzt werden, je nachdem, wo es fehlt. Dieser Pool soll nun mit sieben weiteren pädagogischen Fachkräften aufgestockt werden. Ein Vorteil dieser Springerstellen laut Jörg Klein: Die Stellen sind unbefristet. Würde man stattdessen jemanden als Vertretung beispielsweise für eine schwangere Kollegin einstellen, so wäre diese Stelle befristet. Eine unbefristete Stelle erhöhe die Chancen, auch Bewerber dafür zu finden, sagte Sozialdezernent und Bürgermeister Christian Gauf. Christian Hofer (AfD) hatte wissen wollen, woher die Fachkräfte kommen sollen.
Die CDU hatte das Thema mit einem Antrag in den Stadtrat eingebracht. Die stellvertretende CDU-Fraktionssprecherin Verena Ecker sagte, die Situation führe zu enormen Belastungen der Eltern, weil Kinder kurzfristig später gebracht, früher abgeholt oder gar nicht gebracht werden könnten. Eingewöhnungen müssten verschoben, Angebote gekürzt werden. Die Erzieherinnen und Erzieher würden vor einen Vielzahl von Herausforderungen gestellt und könnten tariflich zugesicherte Freitage nicht nehmen. Das Problem bestehe seit über einem Jahr, kritisierte sie.
SPD und Grüne wundern sich über die CDU
Dass die CDU eigenes einen Antrag eingebracht hatte, wunderte SPD-Sprecher Stéphane Moulin. Der Antrag sei unnötig, denn die Stadt sei doch schon dabei, das Ganze umzusetzen. Laut Oberbürgermeister Marold Wosnitza sind die sieben Stellen bereits im Stellenplan enthalten. Moulin regte zudem an, über den Bewerbungsprozess für die Kitas zu sprechen: „Da gab es das ein oder andere kritische Wort.“ Man müsse darüber nachdenken, wie man sich als Arbeitgeber präsentiert. Auch Patrick Lang (Grüne) wunderte sich über den CDU-Antrag. Einen solchen Antrag habe er doch schon im Dezember 2023 gestellt. Das Problem sei seitdem gewachsen, antwortete Bürgermeister Gauf. Walter Rimbrecht (SPD) sagte voraus: „Die sieben Stellen reichen nicht.“ Der Stadtrat stimmte den neuen Springerstellen einstimmig zu.