Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Es läuft beim Tourismus, aber Klappstühle sind noch nicht nötig

Zweibrücken hat tolle Ausflugsziele zu bieten – so wie hier den Wildrosengarten an der Fasanerie.
Zweibrücken hat tolle Ausflugsziele zu bieten – so wie hier den Wildrosengarten an der Fasanerie.

Die Stadt Zweibrücken hat derzeit kein Geld für neue Formate im Tourismus. Die Idee, „Freie Klappstuhl-Konzerte“ (FKK) zu veranstalten, muss warten.

Thilo Huble, Leiter des Zweibrücker Kultur- und Verkehrsamtes, hatte im vorigen Jahr sogenannte FKK-Konzerte, was völlig harmlos „Freie Klappstuhl-Konzerte“ bedeutet, ins Gespräch gebracht, um den Tourismus in Zweibrücken und Umgebung anzukurbeln. Zu solchen Veranstaltungen müssten die Leute einfach nur einen Klappstuhl mitbringen und könnten der Musik lauschen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Spenden seien willkommen. Los gehen sollte es in diesem Jahr.

„Wir haben das noch auf dem Schirm, doch so lange der Haushalt nicht genehmigt ist, müssen wir warten“, erklärt Huble. Schließlich koste das die Stadt Geld. Gesprochen habe man schon mit Musikern. Diese hätten sich „sehr interessiert“ gezeigt, sagt Huble. Auch über Spielorte sei diskutiert worden. Man hoffe, das neue Format, das in anderen Städten erfolgreich durchgeführt werde, „über haushaltsexterne Unterstützung möglicherweise doch umsetzen zu können“, so der Kulturamtsleiter.

Huble: Corona-Delle ist überwunden

Insgesamt entwickle sich der Tourismus in Zweibrücken positiv, berichtet Huble. „Die Zahlen sind auf dem üblichen Niveau, sie haben sich weder wesentlich verbessert noch wesentlich verschlechtert.“ Die Corona-Delle sei überwunden. Für das Jahr 2024 registrierte das Statistische Landesamt in Bad Ems insgesamt 26.874 Gäste und 47.749 Übernachtungen in Zweibrücken – gegenüber 26.148 Gästen und 45.572 Übernachtungen im Jahr 2023. Zum Vergleich: 2021, zu Corona-Zeiten, kamen nur knapp über 30.000 Gäste in die Rosenstadt.

Das Kloster Hornbach (Foto) und das angrenzende Historama sind Anziehungspunkte in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land.
Das Kloster Hornbach (Foto) und das angrenzende Historama sind Anziehungspunkte in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land.

Das bestehende touristische Angebot werde aufrechterhalten, betont Huble. So erfreue sich etwa die Villenrundfahrt großer Beliebtheit: „Die Leute springen drauf.“ Deshalb biete man sie zusätzlich beim Straßentheater-Spektakel an. Jede Zeit habe ihre Angebote, und was nicht mehr so gut laufe wie am Anfang, etwa die kulinarischen Stadtführungen, werde gestrichen und durch neue Formate ersetzt. So gebe es heute auch Kinder-Stadtführungen und Führungen zu Zweibrücker Erfindern, nennt Huble Beispiele.

In der VG Thaleischweiler-Wallhalben geht’s aufwärts

Von einer „erfreulichen Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen“ spricht Lea Straßer von der Tourist-Information Pfälzer Mühlenland in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Laut Statistischem Landesamt kamen dort im Jahr 2024 insgesamt 11.342 Gäste gegenüber 11.318 im Jahr 2023; die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich von 20.907 im Jahr 2023 auf 21.153 im vergangenen Jahr.

Straßer bilanziert: „Das Wanderwegenetz, das verschiedene Gastronomiebetriebe in das touristische Angebot einbindet, wird von den Gästen sehr geschätzt.“ Die Radwege würden von Gästen wie von Einheimischen „stark frequentiert“. Mit dem Raderlebnis Wallhalbtal und den Mühlenerlebnistagen habe man „zwei sehr besucherstarke Veranstaltungen durchgeführt“, zählt Straßer auf. Zu beiden Veranstaltungen seien zuletzt mehr Besucher gekommen als zu den Vorjahres-Veranstaltungen.

Beliebt: Mundartdichterwettstreit und Grumbeeremarkt

Aber auch einzelne kleinere Veranstaltungen, in den Ortsgemeinden oder von einzelnen Gastronomiebetrieben, sorgten für ein breites Angebot, das verschiedene Zielgruppen anspreche. Straßer hofft, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzen lässt. Schließlich stünden in diesem Jahr mit dem Sickinger Mundartdichterwettstreit und dem Sickinger Grumbeeremarkt zwei ebenfalls beliebte Veranstaltungen an.

„Ein gern besuchtes Reiseziel“ sei das Historama in Hornbach, teilt Carina Ressmann von der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land mit. Ressmann ist dort unter anderem für das Themengebiet Tourismus zuständig. Auch der Abenteuerspielplatz in Hornbach und das Freizeitgebiet Contwig mit dem Warmfreibad Con Aqua und dem Wasserspielplatz gehörten zu den touristischen Höhepunkten, besonders für Familien. Das Statistische Landesamt verzeichnete im Jahr 2023 in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land 13.245 Gästeankünfte; für das Jahr 2024 lagen der Behörde keine Zahlen vor.

x