Kandel Bahn: Defekter Übergang wird weiter von Hand gesteuert

Schranke und Notschranke im Einsatz.
Schranke und Notschranke im Einsatz.

Schon seit Mitte März muss der Bahnübergang am Kandeler Bahnhof gesondert gesichert werden. Hintergrund ist, dass zwar die Schranken funktionieren, aber die roten Warnlichter defekt sind und nicht blinken.

Zunächst waren Posten im Einsatz. Diese zogen eine rot-weiß markierte Kette über die Straße und hängten sie auf der anderen Straßenseite ein. Zudem stand auf beiden Seiten des Bahnübergangs ein Schild mit der Aufschrift „Halt“ plus dem Symbol für einen herannahenden Zug. Dafür wurden vier Personen benötigt.

Inzwischen gibt es eine andere Lösung: Auf beiden Seiten des Bahnübergangs sind als „Notschranken“ mobile Schrankenanlagen mit Rotlichtern aufgebaut. Bedient wird die Anlage von zwei Mitarbeitern einer Firma, die von der Bahn beauftragt wurde. Ihre Hauptaufgabe: einen Schlüssel an einem Steuerkasten drehen, wenn sich ein Zug nähert. Wann der Zug kommt, erfahren sie von der nur wenige Hundert Meter entfernten Leitstelle im Stellwerk beim Kandeler Bahnhof. Kommt ein Anruf, wird vom Autositz aus durch die geöffnete Seitenscheibe der Schlüssel gedreht. Danach müssen die Posten die Schließung der Schranken in einem Protokoll dokumentieren.

An diesem Zustand wird sich wohl so schnell nichts ändern: Bei der Lieferung des Ersatzteils, bei dem es sich um eine Sonderanfertigung handele, komme es zu deutlichen Verzögerungen, teilte nun ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. „Ein verbindlicher Liefertermin kann leider aktuell nicht benannt werden“, sodass man auch keine konkrete Prognose zur Instandsetzung des Bahnübergangs nennen könne, so der Bahnsprecher. „Ziel ist aber weiterhin, die Anlage baldmöglichst wieder regulär in Betrieb nehmen zu können.“

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