Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt Zweibrücken plant FKK-Konzerte

Könnte es bald auch in Zweibrücken geben: „Freie Klappstuhl-Konzerte“ (unser Foto zeigt die Veranstaltung 2021 im Blieskasteler
Könnte es bald auch in Zweibrücken geben: »Freie Klappstuhl-Konzerte« (unser Foto zeigt die Veranstaltung 2021 im Blieskasteler Pirminiusgarten). Die Gäste bringen ihre Sitzgelegenheit selbst mit und dürfen bei freiem Eintritt Livemusik genießen.

Keine Angst: FKK-Konzerte sind nicht das, was Sie jetzt denken, sondern eine neue Idee des Kultur- und Verkehrsamtes, Menschen in die Stadt zu locken. „Freie Klappstuhl-Konzerte“ (FKK) haben sich in anderen Städten schon bewährt. Es gibt weitere Pläne, um den Tourismus in Zweibrücken und Umgebung voran zu bringen.

„Freie Klappstuhl-Konzerte sind mit relativ wenig Aufwand an verschiedenen Orten in der Stadt durchführbar“, sagt Thilo Huble, Leiter des städtischen Kultur- und Verkehrsamtes, auf Anfrage. Die Leute müssten einfach nur einen Klappstuhl mitbringen und könnten der Musik lauschen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Gerne dürfe man einen Obolus an die Musiker entrichten. Huble: „Die Idee des Konzeptes steht auf unserer Agenda. Wir machen uns jetzt Gedanken, wie wir das umsetzen könnten.“

Das Format sei keine eigene Erfindung, betont Huble. Andere Städte hätten damit schon länger Erfolg. „Das scheint zu boomen“, so Huble. FKK-Konzerte sollten „in die Richtung der Feierabend-Reihe gehen, die wir ja nicht mehr haben, aber mit weniger Aufwand“, vergleicht der Kulturamtsleiter und sieht in der Idee „auch eine Option für Tagestouristen“. Los gehen könnte es im kommenden Jahr.

Übernachtungen fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

Ebenfalls nicht mehr angeboten werden laut Huble die kulinarischen Gästeführungen. Jede Zeit habe ihre Angebote, die man „intern reflektieren, bewerten und neu konzipieren muss“, wolle man Touristen immer mal wieder etwas Neues bieten. Erfolg verspreche man sich von der Partnerschaft, die man mit dem Fashion Outlet für das Festival Euroclassic eingegangen sei. Das Outlet habe ein großes Einzugsgebiet und erreiche mehr Leute. Man wolle Shopping und Kultur verbinden.

Der Tourismus in Zweibrücken habe sich „ein gutes Stück von der Corona-Delle erholt“, sagt Huble. Man habe im vergangenen Jahr mit 45.572 Übernachtungen fast das Niveau der Vor-Corona-Jahre erreicht. 2022 zählte die Stadt 41.979 Übernachtungen; 2021 waren es 32.176. „Das Niveau, auf das wir zusteuern, ist positiv. Und das bestärkt uns, die frühere Akzeptanz zu erreichen“, ist Huble optimistisch.

Die unterschiedlichen touristischen Angebote für Gäste seitens der Stadt – „wir sind da breit aufgestellt“ – werden Huble zufolge ergänzt von Drittanbietern wie etwa dem Karthaus mit aktuell 25.000 Besuchern. Im Mittel über die vergangenen zehn Jahre gerechnet besuchten laut einer städtischen Statistik jährlich nahezu 127.000 Gäste die Einrichtung „World of Fun“; ins Fashion Outlet strömten fast vier Millionen. Im Badeparadies waren jährlich rund 180.000 Besucher, im Freibad rund 32.000, im Rosengarten rund 112.000 und im Stadtmuseum rund 2600. Eine deutliche Delle zeigten die Zahlen in der Corona-Zeit.

Genusswanderung auf Premium-Wanderweg in Planung

„Die Gemeinde Battweiler beziehungsweise der neu gegründete Verein ,Battweiler verbindet’ ist gerade daran, eine Genusswanderung auf dem Premium-Wanderweg ,Deutschritter-Tour’ ins Leben zu rufen und steckt da mitten in den Vorbereitungen“, kündigt Carina Ressmann auf Anfrage eine neue Attraktion für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an. Ressmann ist seit August vergangenen Jahres unter anderem für das Themengebiet Tourismus in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zuständig.

Zu den bekannten touristischen Höhepunkten der Verbandsgemeinde gehören laut Ressmann das Kloster Hornbach mit dem Museum, der Abenteuerspielplatz mit Freizeitanlage in Hornbach, das Freibad Con Aqua und der Wasserspielplatz in Contwig sowie verschiedene Wander- und Radwege. Für den leichten Rückgang der Gästezahlen in Zweibrücken-Land macht Ressmann nicht nur Corona verantwortlich, sondern „eher die allgemein wachsende Inflation“. Vieles sei teurer geworden, die Löhne aber nicht entsprechend gestiegen. Das Statistische Landesamt in Bad Ems verzeichnete im Jahr 2023 in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land 13.245 Gästeankünfte gegenüber 14.393 im Jahr davor.

Positive Entwicklung im Pfälzer Mühlenland

Von einer „positiven Entwicklung des Tourismus im Pfälzer Mühlenland“, spricht Lea Straßer von der Touristinformation Pfälzer Mühlenland der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. „Insgesamt sind die Rückmeldungen der Unterkunftsanbieter sehr zufriedenstellend, weshalb wir davon ausgehen, dass die Übernachtungs- und Ankunftszahlen voraussichtlich ähnlich gut bleiben wie in 2023, eventuell sogar gesteigert werden können“, bilanziert Straßer.

In der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben zählte das Statistische Landesamt 2022 insgesamt 10.611 Gästeankünfte; im Jahr 2023 stieg die Anzahl auf 11.318. „Hinsichtlich der Gästezahlen nehmen wir keine Corona-Flaute mehr wahr, jedoch was die Arbeitskräfte in der Gastronomie und im Unterkunftssektor betrifft“, schildert die Tourismusgeografin die aktuelle Situation. Es sei nach wie vor „sehr schwierig, genug und gutes Personal zu finden, weshalb hier das Potenzial in vielen Fällen leider nicht ganz ausgeschöpft werden kann“, so Straßer.

In diesem Jahr habe man den Raderlebnistag Wallhalbtal am 26. Mai mit 2000 bis 3000 Besuchern „sehr erfolgreich durchführen können“, teilt Straßer mit. Derzeit laufe die Programmgestaltung für die Mühlenerlebnistage vom 11. bis 13. Oktober. Außerdem werde die Premiumzertifizierung zweier Wanderwege zum Abschluss gebracht.

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