Speyer
Weitere Brände am Bonnetweiher
Am 12. März stand eine vom Reitclub genutzte Scheune in der Nähe des Steinhäuserwühlsees („Bonnetweiher“) in Flammen, am 9. Mai war es die Gaststätte „Paradies“ in direkter Ufernähe des Badeweihers in Speyer-Ost. Die Feuerwehr bestätigt jetzt auf Anfrage, dass es in diesem Bereich zwei weitere Brände gegeben hat: ein Schwelbrand an einem Baumstamm am 28. Mai – von Ersthelfern noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht – und ein Feld- und Wiesenbrand am 1. Juni. Dabei hätten auf rund vier Quadratmetern Baumpollen gebrannt und seien über eine sogenannte Schnellangriffsleitung der Wehr gelöscht worden.
„Hinweise auf den konkreten Auslösegrund konnten durch die Feuerwehr nicht festgestellt werden“, teilt die Stadt zum Fall vom 1. Juni mit, bei dem die Polizei ebenso vor Ort war wie bei einem weiteren Feuer im Naherholungsbereich: Am 27. Mai haben demnach am Binsfeld-Ufer zwischen Binsfeldsee und Gänsedrecksee rund 20 Quadratmeter Gebüsch gebrannt. Einer Polizeisprecherin zufolge gibt es in beiden Fällen keine Hinweise auf vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung; es werde nach derzeitigem Stand nicht weiter ermittelt.
Heißes Wetter als Gefahr
Es werde eher davon ausgegangen, dass das Wetter in der heißen Woche nach Pfingsten zu den Bränden beigetragen hat, als dass ein Zusammenhang über menschliches Zutun hergestellt werden könnte, heißt es bei der Polizei. Auch die Feuerwehr sieht im Bereich des Steinhäuserwühlsees keine auffällige Häufung von Vegetationsbränden. Der städtische Brand- und Katastrophenschutz sei bisher im Jahr 2026 zu sechs „Vegetationsbränden“ sowie vier „Rauchentwicklungen im Freien“ alarmiert worden. „Da die Vegetationsbrandsaison beziehungsweise Hitzesaison erst begonnen hat, lassen sich aus zehn Einsätzen noch keine statistischen Anomalien filtern“, so eine Sprecherin der Stadt.
Es sei wichtig, Vegetationsbrände gar nicht erst entstehen zu lassen. Sie rät deshalb, offenes Feuer in Waldgebieten zu vermeiden, Zigarettenkippen nicht aus Fahrzeugen oder Zügen zu werfen, Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abzustellen sowie Wald-, Feld- und Rettungswege freizuhalten. Entstehende Brände sollten – sofern gefahrlos möglich – selbstständig gelöscht werden. Auffälligkeiten seien zudem unverzüglich über den Notruf 112 zu melden. Im Naherholungsgebiet Binsfeld gebe es auch 14 Rettungspunkte sowie drei Notrufsäulen an den offiziellen Badestränden.
Ermittlungen laufen
Bei den beiden Bränden mit großem Schaden im Speyerer Osten sind die Ermittlungen der Kriminalpolizei Ludwigshafen noch nicht abgeschlossen. „Vor Ort gesicherte Spuren werden derzeit ausgewertet. Nach derzeitigem Stand kommt Brandstiftung in Betrachtung“, teilt die Polizei im Hinblick auf den Scheunenbrand aus dem März mit. Im Fall der Gaststätte seien Proben entnommen worden, deren Analyse noch nicht abgeschlossen sei. „Eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandlegung kann zum aktuellen Stand der Ermittlungen nicht ausgeschlossen werden“, so der offizielle Zwischenstand.