Römerberg
Verkehr: Erfolge, Enttäuschungen, endloses Warten
Tempo 30
Für Tempo 30 in den Hauptstraßen hat die Gemeinde lange gekämpft – durchaus mit Erfolg. Dass sie die Geschwindigkeitsbeschränkung dort nicht einfach anordnen konnte, liegt daran, dass es sich um Kreis- oder Landesstraßen handelt. Doch Berechnungen haben ergeben, dass in weiten Teilen der betroffenen Straßen wegen Lärmschutz Tempo 30 ausgewiesen werden kann. Seit rund zwei Jahren gilt deshalb in der Germersheimer und in einem Teil der Heiligensteiner Straße diese reduzierte Geschwindigkeit. In der Berghäuser Straße gilt Tempo 30 bisher nur im nördlichsten Teil, doch laut Bürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) soll es zumindest rund um den Zebrastreifen vor der Kirche auch noch kommen. In den Mechtersheimer Durchgangsstraßen müssen Verkehrsteilnehmer nur am katholischen Kindergarten langsamer fahren, sonst gilt hier weiterhin Tempo 50. Ein Fortschritt im Kampf gegen Raser sind hingegen die Radarkontrollen durch den Landkreis, die es seit 2023 gibt. Rund 40 Mal pro Jahr steht der mobile Blitzer laut Bürgermeister in Römerberg. Außerdem gibt es mittlerweile vier digitale Anzeigetafeln, die Verkehrsteilnehmer zu langsamem Fahren anhalten.
Fußgängerüberwege
Damit Fußgänger – insbesondere auch Kinder und Jugendliche auf ihren Schulwegen – sicherer sind, bemüht sich die Gemeinde seit Jahren um Fußgängerüberwege. In der Germersheimer Straße müssen in Höhe des Bahnhaltepunkts viele Menschen die Fahrbahn queren. Dort gibt es seit wenigen Jahren zwar keinen Fußgängerüberweg, aber eine Fahrbahnverengung, die dies erleichtern soll. CDU und SPD wollten in der jüngsten Ratssitzung beantragen, diese Querungshilfe durch einen echten Fußgängerüberweg zu ersetzen. Das Problem laut Bürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne): Für einen Zebrastreifen müsste mehr Platz rechts und links der Fahrbahn sein. Der Antrag wurde deshalb zurückgezogen. Guter Dinge ist Hoffmann aber, dass es bald in Heiligenstein in Höhe der Kirche einen Zebrastreifen geben könnte, da es dort baulich möglich sei. Da auch hier ein Schulweg ist, vertritt die Gemeinde den Standpunkt, dass dieser auch angelegt werden könnte, wenn die ansonsten dafür notwendige Frequenz an Fußgängern und Autofahrern nicht erreicht wird. Einen weiteren Fußgängerüberweg wünscht sich die Gemeinde in der Schwegenheimer Straße in Mechtersheim.
Radwege
Gemischt fällt die Bilanz beim Thema Radwege aus: Schon lange wünscht sich die Gemeinde, dass Fahrradfahrer entlang der Bahnlinie sicher durch Heiligenstein und Berghausen fahren können. Mittlerweile ist klar, dass dieser Teil einer Pendlerradroute werden soll. Ein Antrag von CDU und SPD, „schnellstmöglich“ den Bau in die Wege zu leiten, beschäftigte in dieser Woche den Ortsgemeinderat. Doch neben nötigen Grundstückskäufen und Planungsprozessen standen bisher auch unterschiedlichen Zuständigkeiten einer Umsetzung im Weg. Denn die Ortsgemeinde kann den Radweg nur vom Haltepunkt in Heiligenstein bis südlich der Kolpingstraße in Berghausen bauen. Ab dort ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM) zuständig, denn der Radweg müsste mit der geplanten Bahnunterführung koordiniert werden. Laut Bürgermeister ist nun eine Lösung mit dem LBM gefunden worden, die es ermöglicht, den Radweg zu bauen, auch wenn die Unterführung noch auf sich warten lässt. Kurz vor dem Bahnhaltepunkt in Berghausen werden die aus Richtung Heiligenstein kommenden Radler nach links von den Bahngleisen weg geleitet und fahren dann durch die Bonhoefferstraße, Kolpingstraße und über die Dudenhofener Straße, bevor sie wieder auf den Radweg kommen. Es fehlen noch wenige Gutachten, dann will die Gemeinde den Antrag auf 75-Prozent Förderung stellen und – so die Hoffnung des Bürgermeisters – am liebsten noch in diesem Jahr mit dem Bau loslegen. Einen weiteren Abschnitt des Pendlerradwegs hat der LBM zwischen Heiligenstein und Lingenfeld angekündigt, doch auch dieser ist noch im Planungsstadium. Auf der Habenseite: Vor gut einem Jahr ist der Radweg zwischen Heiligenstein und Mechtersheim saniert worden.
Bahnübergang
Lange Wartezeiten am Bahnübergang in Berghausen sind für viele Römerberger ein Ärgernis. In der jüngsten Ratssitzung machten CDU und SPD in einem Antrag darauf aufmerksam, dass die Schranke bei aus Richtung Heiligenstein kommenden Zügen deutlich länger geschlossen ist als bei Zügen aus Richtung Speyer. Die Fraktionen forderten eine Prüfung, ob die Situation durch moderne Technik verbessert werden kann. Laut Bahn ist der Übergang aber erst 2022 erneuert worden und auf dem aktuellen Stand der Technik. „Die Beobachtung der unterschiedlichen Schließzeiten ist korrekt“, erläutert die Bahn auf RHEINPFALZ-Anfrage. Hintergrund sei, dass der Haltepunkt Heiligenstein in der Einschaltstrecke des Bahnübergangs liege. „Das bedeutet: Wenn eine S-Bahn in Fahrtrichtung Germersheim-Speyer am Bahnsteig in Heiligenstein hält, ist der Bahnübergang bereits geschlossen. Dies verlängert die Schließzeit bei Zügen, die aus Richtung Heiligenstein kommen. Eine andere technische Umsetzung ist hier nicht möglich“, so die Bahn. Verbessert werden könnte die Situation durch den Bau der geplanten Bahnunterführung, die die Schranke in Berghausen ersetzen soll. Doch das Land hatte dazu zuletzt mitgeteilt, dass sich das Projekt wohl in die 2030er-Jahre verschieben wird. Ein Grund: der geplante Neubau der Brücke zwischen Mechtersheim und Schwegenheim, der Priorität hat. Im Römerberger Ortsgemeinderat hegen mittlerweile etliche Ratsmitglieder Zweifel, ob die Unterführung überhaupt irgendwann gebaut wird.
Ortsumgehung
Ebenso in den Sternen steht, wann die Ortsumgehung für Römerberg kommt, die schon seit Jahrzehnten gefordert wird, um die Hauptdurchfahrtsstraßen zu entlasten. Schon vor sieben Jahren gab es eine Entwurfsplanung für die Umgehung, die eine Länge von 3,5 Kilometern haben soll und deren Gesamtkosten damals auf 10,1 Millionen Euro geschätzt wurden. Eine Planfortsetzung war für die Jahre 2022 bis 2025 vorgesehen. Passiert ist seitdem nichts. Der Landtagsabgeordnete Michael Wagner (CDU) hat deshalb vor wenigen Wochen eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, deren Antwort noch aussteht. „Selbst wenn die Straße heute beauftragt würde, dauert es noch mindestens 15 Jahre, bis sie gebaut wäre“, sagt Hoffmann. Er werde das als Bürgermeister ganz sicher nicht mehr erleben. Immerhin solle im kommenden Jahr die Viehtriftstraße und die Schwegenheimer Straße saniert werden. Und auch bei den Gemeindestraßen tut sich nach jahrelangem Sanierungsstau etwas: Erstmals werden mit der Schul- und der Malzfabrikstraße zwei Verkehrswege mithilfe der wiederkehrenden Beiträge saniert.