RÖMERBERG
Radschnellweg hilft beim Lückenschluss
Wer mit dem Fahrrad aus Speyer kommend in Richtung Germersheim möchte, für den ist am Bahnhof Berghausen derzeit Schluss mit entspanntem Fahren auf dem Radweg. In Berghausen und Heiligenstein müssen sich Radler durch die viel befahrenen Hauptstraßen wursteln, bevor sie am Ortsausgang in Richtung Lingenfeld vor der Entscheidung stehen: entweder die gefährliche Variante auf der Landesstraße wählen oder einen großen Umweg über Mechtersheim in Kauf nehmen. Erst ab der Kreuzung L507/K25 gibt es wieder einen Radweg.
Einen Lückenschluss wünschen sich die Römerberger schon lange. Die Ortsgemeinde ist seit geraumer Zeit dabei Grundstücke zu erwerben, um zumindest zwischen den Bahnhaltepunkten eine Radweg-Verbindung zu schaffen. Jetzt scheint es endlich auch mit dem Abschnitt entlang der L507 voranzugehen. Möglich machen das die Pläne für einen durchgehenden Radschnellweg zwischen Wörth und Schifferstadt. Die vom Verband Region Rhein-Neckar zusammen mit dem Verkehrsministerium des Landes in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen. Der größte Teil der rund 60 Kilometer langen Strecke soll demnach auf bereits bestehenden Radwegen verlaufen. In Lingenfeld würde der Schnellweg laut Studie durch die Kolpingstraße über die kürzlich wieder freigegebene Fußgänger- und Radfahrerbrücke sowie durch die Berliner und Friedrich-Ebert-Straße führen. Zu den verbleibenden Lücken, die geschlossen werden sollen, gehören die rund 1,8 Kilometer südlich von Heiligenstein.
Flurbereinigung nötig
Voraussetzung für den Bau des Radwegs entlang der L507 ist ein Flurbereinigungsverfahren. „Entlang der Strecke sind zwar nur wenige Äcker, die aber auf vielen Grundstücken liegen“, erläutert der Römerberger Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne). Laut Michael Weiß von der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung will das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum die Eigentumsverhältnisse dort „baldmöglichst“ neu ordnen, so dass der Bau eines Radwegs entlang der Straße begonnen werden kann. „Die Finanzmittel dafür sind da“, ist auch Hoffmann optimistisch, dass Bewegung in die Sache kommt.
Für den Streckenabschnitt innerhalb von Heiligenstein und Berghausen hatte das Planungsbüro, das die Machbarkeitsstudie erstellt hat, das Ausweisen eines Radwegs auf der Lingenfelder, Heiligensteiner und Germersheimer Straße vorgesehen. Der Ortschef hält das unter anderem wegen der Parkplätze dort für kaum umsetzbar. Für ihn liegt viel näher, den ohnehin von der Ortsgemeinde geplanten Radweg entlang der Bahngleise zu einem Teil des Radschnellwegs zu machen. Mit geplanten drei Metern Breite genüge dieser den Anforderungen. „Das Planungsbüro wusste nichts von unserer Planung für den Radweg“, sagt Hoffmann. Gegen die von der Ortsgemeinde vorgeschlagene Trassenänderung habe der Landesbetrieb Mobilität glücklicherweise keine Einwände.
Zwischen Bahnhof und Ortsausgang Heiligenstein würden Radfahrer nach den neuen Plänen die Bahnhofstraße nutzen, auf dem kurzen Abschnitt auf der Lingenfelder Straße innerorts würde ein Radweg ausgewiesen. Wenn irgendwann die Ortsrandstraße für Römerberg kommt, könnte sich das wieder ändern und der Radweg südlich des Heiligensteiner Bahnhaltepunkts dort entlang geführt werden.
Kleiner Umweg
Bleibt ein Problem: Südlich des Bahnhofs in Berghausen wird in den kommenden fünf Jahren eine Unterführung gebaut. Eigentlich hätte die Ortsgemeinde den Radweg während der Bauzeit gerne trotzdem provisorisch fertiggestellt. Doch hier möchte der LBM eine andere Lösung: Radler müssen – von Speyer kommend – am Bahnhof in das Baugebiet westlich der Gleise ausweichen. Über die Kolping- und die Bonhoefferstraße kommen sie dann wieder auf den eigentlichen Radweg. Ist die Unterführung fertig, soll der Radweg mit einer Brücke darüber geführt werden.
Ein großer Vorteil, der sich für Römerberg durch die gegenüber der Machbarkeitsstudie geänderten Trasse für den Radschnellweg ergibt: Die Kosten dafür trägt zu 80 Prozent das Land. „Wir hätten den Weg sowieso gebaut, jetzt bekommen wir die Förderung für den Radschnellweg“, erklärt der Ortschef. Eigentlich hätte die Ortsgemeinde gerne schon in diesem Jahr mit dem Bau begonnen. Doch unter anderem durch die nötigen Förderanträge verzögert sich das Projekt noch etwas. Auch muss die Ortsgemeinde noch einige Grundstücke erwerben. Die Trasse bis zum Schänzelweg sei gesichert, sagt Hoffmann. Aber auch für den restlichen Teil rechnet er nicht mit nennenswerten Widerständen. „Wir hoffen, nächstes Jahr bauen zu können“, lautet die Prognose von Verwaltungsmann Weiß.