Am Rande RHEINPFALZ Plus Artikel Kreuze, Wappen, Brunnen: Von der Vergänglichkeit im Speyerer Umland

Das Wappen des Rhein-Pfalz-Kreises ist bei einem Unfall Anfang der Woche schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.
Das Wappen des Rhein-Pfalz-Kreises ist bei einem Unfall Anfang der Woche schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wer Dinge stiehlt, der handelt per se schon unmoralisch. Wer sich aber an Kreuzen und Grabschmuck auf dem Friedhof vergreift, der beweist damit, dass er nicht einmal Reste eines Gewissens hat. Ob der Dieb auf dem Heiligensteiner Friedhof, der Anfang Mai Bronzekreuze gestohlen hat, wohl einen Gedanken an die Angehörigen verschwendet hat und was es für diese bedeutet, wenn Gegenstände verschwinden, die an ihre Liebsten erinnern sollen? Diebstahl auf dem Friedhof gibt es auch anderswo, zum Teil sogar noch in verschärfter Form: In Edingen im Rhein-Neckar-Kreis haben in der vergangenen Woche Unbekannte sogar die Glocke einer Friedhofskapelle abmontiert und mitgenommen. In Lingenfeld hatten es Metalldiebe im Januar auf den Deckel des St.-Martinus-Napfs vor der katholischen Kirche abgesehen. Nachdem Bürgermeister Markus Kropfreiter über Monate vergeblich versucht hatte, eine Firma zu finden, die Ersatz anfertigt, hat er diese Woche angekündigt, dass es endlich geglückt ist und der Napf bald repariert werden soll.

Nicht immer ist es kriminelle Energie, die hinter dem Verschwinden von Wahrzeichen steckt. Besonders gebeutelt ist der Schmuck auf dem Kreisverkehr zwischen Waldsee, Speyer und Otterstadt. Dort war eigentlich mal auf jeder der vier Seiten ein Wappen angebracht: von Otterstadt, Speyer, Waldsee und dem Rhein-Pfalz-Kreis. Bereits vor knapp drei Jahren hat es das Otterstadter Ortswappen erwischt, als in der Nacht ein aus Richtung des Dorfs kommender Autofahrer damit kollidierte. Am Montag dieser Woche ereignete sich ein ganz ähnlicher Unfall, nur dass es diesmal das Wappen des Rhein-Pfalz-Kreises auf der anderen Seite erwischte. Nun halten nur noch Speyer und Waldsee die Fahne beziehungsweise das Wappen auf dem Kreisverkehr hoch.

Weder ein Diebstahl noch ein Unfall ist es, wodurch dem Dorfbrunnen in Heiligenstein Gefahr droht: Einen Prüfantrag, ob der derzeit defekte Brunnen nicht an einen anderen Platz versetzt werden sollte, nahm kürzlich Ratsmitglied Heinz-Peter Schneider zum Anlass anzuregen, das in seinen Augen wenig attraktive Wasserspiel ganz abzuräumen. Ob es dazu kommt? Die ersten Verteidiger des Dorfbrunnens haben sich bereits zu Wort gemeldet.

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