Mutterstadt Zur Sache: Wo kann schnell eine Kita entstehen?
Die CDU-Fraktion im Gemeinderat schlägt eine Bauwagen-Kita unter dem Titel „Wanderzirkus“ vor, die zunächst auf dem Gelände im Gewerbegebiet Südwest stehen könnte. Vorteile wären die schnelle Realisierung, die Radweganbindung über den Kühlbrunnenweg und die Möglichkeit, die Kita umzusiedeln, wenn ein geeigneteres Grundstück erworben ist. Nachteil: Das besagte Gelände ist zwar noch Gemeindeeigentum, aber laut Haushaltsplan 2025 soll es verkauft werden. Der Erlös ist im knapp ausgeglichenen Haushalt eingepreist.
Die Grünen schlagen mindestens zwei weitere, dafür kleinere Einrichtungen vor. Schon im Jahr 2021 habe man eine kurzfristig realisierbare Lösung mit Containern beantragt, das sei jedoch abgelehnt worden, informiert die Fraktionsvorsitzende Christa Scheid. Zudem werde weiterhin eine Wald-Kita favorisiert – an der Walderholung oder am Pilgerbüschel. Nachteil: Wald-Kitas benötigen mehr Personal pro Kind, darum bestünde kaum Aussicht, dafür vom Jugendamt eine Betriebserlaubnis zu bekommen. Dennoch sehen die Grünen in einer zügigen Umsetzung einer Kita in Modulbauweise sowie dem weiteren intensiven Einsatz der Kommune für eine Wald-Kita eine realistische Chance.
Die Sozialdemokraten möchten pragmatische Lösungen, „allerdings keine Schnellschüsse“, sagt der Fraktionsvorsitzende Frank Sester. Sie setzen auf die Suche und den Erwerb von geeigneten Grundstücken, um darauf in modularer Bauweise eine Kita zu errichten. Die Gemeinde ist derzeit mit Grundstückseigentümern in Gesprächen, bisher jedoch ohne Erfolg. Die SPD schlägt zudem vor, Sondergenehmigungen und/oder Ausnahmeregelungen zu prüfen, um mehr Plätze an bestehenden Einrichtungen zu realisieren. Als Beispiel wird hier die Aufstockung der Kita „Am Alten Damm“ genannt. Des Weiteren soll die Verwaltung ihre Kapazitäten mit den Nachbargemeinden abgleichen und so kurzfristig auf Engpässe bei den Kita-Plätzen reagieren, in dem Kinder etwa in Kitas in Nachbargemeinden unterkommen.
Die FWG beantragte kürzlich, eine Fläche in der Speyerer Straße 3 ganz in der Nähe des Ortszentrums als Standort für eine Kita in Containerbauweise oder aus Modulen zu nutzen. Das 850 Quadratmeter große Grundstück gehört der Gemeinde, sodass dort eine zweizügige Einrichtung möglich wäre, argumentieren die Freien Wähler. Direkt angrenzend befindet sich eine Fläche, die für die Kita nutzbar wäre. Dafür soll die Gemeinde mit den Eigentümern in Kontakt treten. Der Antrag wurde von der Mehrheit des Bauausschusses im Februar abgelehnt. Zum einen sei die Bebauung aufgrund des L-förmigen Zuschnitts des Grundstücks und der Bauvorschriften sehr schwierig. Zum anderen sieht die Verwaltung beim Bringen und Abholen der Kinder Gefahrenpotenzial, wegen der Nähe zur Hauptkreuzung und der begrenzten Parkmöglichkeit auf dem Gelände.
Die Initiative Mutterstadter KiTa Eltern (IMKE) mahnt eindringlich, dass die Suche nach Lösungen der Kita-Platznot noch mehr Fahrt aufnehmen müsse – kurzfristig, vor allem aber langfristig. Die mehrfach vorgeschlagene Wald-Kita oder die neue Idee der Bauwagen-Kita befürwortet die IMKE als schnell realisierbare Varianten. Eine weitere Option sei auch die Sanierung der protestantischen Kita „Arche Kunterbunt“ nach Fertigstellung des Kindercampus.
