Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Zu viele Zweijährige für Natur-Kita

Sind mit den Vorbereitungen für die Natur-Kita beschäftigt: Jens-Peter Schneider (links), der künftige Leiter, und Beigeordneter
Sind mit den Vorbereitungen für die Natur-Kita beschäftigt: Jens-Peter Schneider (links), der künftige Leiter, und Beigeordneter Heinz-Peter Schneider.

Wie groß ist der Bedarf an Kindertagesstätten-Plätzen in Römerberg tatsächlich? Die Anmeldezahlen für die Natur-Kita am Tafelsbrunnen machen stutzig.

Dass Eltern in Römerberg oft lange auf einen Kita-Platz für ihre Kinder warten müssen, wird schon lange beklagt. Und auch das Jugendamt sagt, dass rund 30 Plätze für Zwei- bis Sechsjährige und noch einmal fast genauso viele für Einjährige fehlen. Die örtlichen Kita-Leiterinnen haben den Bedarf bei einer Infoveranstaltung der Gemeinde im Januar sogar noch höher eingeschätzt. Die Gemeinde plant deshalb eine zusätzliche fünfgruppige Kita in Berghausen und eine dreigruppige Einrichtung in Heiligenstein. Bis diese eröffnen, wird es außerdem ab September eine eingruppige Natur-Kita am Tafelsbrunnen Richtung Speyer geben. Für die dort verfügbaren Plätze hatten Eltern vier Wochen lang Zeit, um ihre Kinder anzumelden.

„Wir hatten 24 Anfragen für 20 Plätze“, berichtete der künftige Kita-Leiter Jens-Peter Schneider am Dienstag im Ortsgemeinderat. Das sorgte bei den Verantwortlichen und auch im Rat doch für etwas Verwunderung. „Ich habe mit einem größeren Andrang gerechnet“, gab Heinz-Peter Schneider (Grüne), der für den Bereich Kitas zuständige Beigeordnete in Römerberg, zu. Käthe Maier (CDU) sah sich hingegen in ihrem Eindruck bestätigt: „Ich habe immer daran gezweifelt, dass so viele Plätze fehlen.“ Die von den Kita-Leiterinnen genannte Zahl sei mit den Jahrgangsgrößen nicht in Deckung zu bringen.

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Schwache Nachfrage

Allerdings wird es trotz der relativ schwachen Nachfrage nach Plätzen in der Natur-Kita wieder etliche Eltern geben, die keinen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs bekommen. Der Grund: Nur vier der Angemeldeten seien „größere Kinder“ zwischen vier und fünf Jahren gewesen, sagte Jens-Peter Schneider. Dreijährige waren demnach gar keine dabei. Sonst seien es Zwei- und Zweieinhalbjährige gewesen. „Das bringt uns pädagogisch in Schwierigkeiten“, sagte Schneider. Er und sein Namensvetter hatten derartiges schon befürchtet, als sie die künftigen Kita-Räume vor einem Monat der RHEINPFALZ vorstellten. Eine Kindergarten-Gruppe müsse altersmäßig durchmischt sein und könne nicht fast ausschließlich aus Zweijährigen bestehen, sagten sie damals. „Ein größerer Andrang bei den Zweijährigen war zu erwarten“, sagte der Beigeordnete im Rat. Die Natur-Kita am Tafelsbrunnen werde im September so aber nicht mit 20 Kindern starten können, sondern mit maximal zwölf.

Der künftige Kita-Leiter, der derzeit noch eine Natur-Kita in Wiesloch leitet, hofft, dass noch weitere ältere Kinder hinzukommen – neben Zuzügen auch solche, die vielleicht in einer der regulären Römerberger Kitas nicht gut zurechtkommen und in einer Natur-Kita besser aufgehoben wären.

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