Römerberg
Natur-Kita am Tafelsbrunnen stellt sich vor
„Natur-Kita am Tafelsbrunnen“ steht auf dem Blatt Papier, das Heinz-Peter und Jens-Peter Schneider zu dem Gebäude auf halbem Weg zwischen Berghausen und Speyer mitgebracht haben, in dem sich schon bald 20 Kinder und ein Team aus drei Erzieherinnen und einem Erzieher tummeln sollen. Bald soll das auch auf einem Schild neben dem Eingang des einstöckigen Gebäudes stehen, das die Gemeinde von den Stadtwerken Speyer angemietet hat. Die beiden Namensvettern – weder verwandt, noch verschwägert – wollen am Samstag der Öffentlichkeit präsentieren, wie die Einrichtung einmal aussehen und sich das Leben drinnen, vor allem aber auch draußen abspielen soll.
Heinz-Peter Schneider (Grüne), zuständiger Beigeordneter der Gemeinde, kann derzeit zwar noch keine fertigen Innenräume zeigen, denn die Renovierungsarbeiten, für die die Gemeinde rund 50.000 Euro eingeplant hat, laufen noch. Trotzdem lässt sich schon ein ganz guter Eindruck gewinnen: Der Gruppenraum hat eine Größe von zirka 50 Quadratmetern und bekommt gerade einen neuen Anstrich. Er war vor einigen Jahren schon einmal als Kita genutzt worden, damals von der privaten Betreuungseinrichtung „Kinderland Sternschnuppe“. Der abgetrennte Ruheraum für die Kinder wurde nun von der einen auf die andere Gebäudeseite verlegt, um einen Rettungsweg ins Freie zu schaffen. Eine Wickelstation soll noch kommen, ebenso wie eine Küchenzeile – wobei das Essen von einem noch zu bestimmenden Caterer geliefert wird. Bereits begonnen wurde mit dem Umbau einer der vorhandenen Erwachsenen-Toiletten für Kinder.
Großes Außengelände
Jens-Peter Schneider ist der künftige Leiter der Kita. In dem Gebäude selbst möchte er jedoch eigentlich gar nicht so viel Zeit verbringen. „Wir werden viel draußen sein“, kündigt er an. Den 20 Kindern, zwischen 2 und 6 Jahren, die die Kita einmal besuchen werden, steht ein großes Außengelände von rund 1000 Quadratmetern zur Verfügung, das Schneider zusammen mit den Kindern gestalten möchte. Es sollen aber auch viele Ausflüge in Richtung Altrhein unternommen werden.
Das Leben in und mit der Natur kennt Schneider gut von seiner jetzigen Arbeitsstätte – er leitet eine Naturkita im badischen Wiesloch. Das Erleben der Temperaturunterschiede zu den verschiedenen Jahreszeiten, das Beobachten von Insekten oder das Spielen mit Material, das die Natur hergibt – all das sind Dinge, die sich nach Schneiders Ansicht positiv auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Eine Natur-Kita, wie sie ihm für Römerberg vorschwebt, ist für den 51-Jährigen ein Hybrid zwischen einem regulären Kindergarten und einer Waldkita, wie es sie zum Beispiel seit Kurzem in Waldsee gibt.
Schneider, der mit einem Team von drei erfahrenen Erzieherinnen beginnen wird, begründet seinen Wechsel von Wiesloch nach Römerberg unter anderem damit, dass er so näher an seinem Wohnort Speyer ist. Zwar habe er schon als Jugendlicher die Idee gehabt, Erzieher zu werden. Doch dann hat er sich zunächst beruflich anders orientiert. So hat er zunächst Buchhändler gelernt und war später als Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Ludwigshafen oder als Stadtplaner und Quartiermanager in Speyer tätig. „Mit 30 habe ich dann nochmal Soziale Arbeit studiert“, berichtet er. Seit rund zehn Jahren ist der Vater eines Sohnes nun im Bereich Erziehung tätig. „Wäre mein Sohn nicht in einer Waldkita gewesen, würde ich hier nicht stehen“, ist Schneider überzeugt. „Ein Waldkindergarten ist etwas Tolles. Man hat viele magische Momente mit den Kindern“, beschreibt er seine Begeisterung für naturnahe Konzepte.
Anmeldung ab Samstag
Wie groß das Interesse an der Natur-Kita am Tafelsbrunnen ist, stellt für den Beigeordneten derzeit noch eine große Unbekannte dar. Seit der Infoveranstaltung im Januar zur Betreuungssituation in Römerberg habe es keine direkten Anfragen nach einem Kita-Platz bei ihm gegeben, berichtet er. Dabei fehlten nach den Zahlen des Jugendamts rund 60 Plätze im Ort, nach Schätzung der Kita-Leitungen sogar noch mehr. Anmelden können Eltern ihre Kinder über ein Formular, das es beim Infotag am Samstag geben soll. Sie können sich aber auch per E-Mail an den künftigen Kita-Leiter wenden, der dann Kontakt mit den Eltern aufnimmt. Die Anmeldungen sollen zwischen 10. Juni und 10. Juli gesammelt werden. Anschließend wird ausgewählt, wer einen Platz bekommt.
„Wir brauchen eine Streuung in allen Bereichen“, sagt Jens-Peter Schneider. Es könnten zum Beispiel nicht nur Zweijährige aufgenommen werden, das würde vom Jugendamt auch nicht genehmigt. Wünschenswert sei auch, dass das Verhältnis Jungen und Mädchen einigermaßen ausgeglichen sei und es auch Kinder mit Migrationshintergrund gebe. Eine Natur-Kita sei etwas für alle Kinder, ist Schneider überzeugt.
Termin
Tag der offenen Tür in der Natur-Kita am Tafelsbrunnen am Samstag, 10. Juni, zwischen 10 und 16 Uhr. Das Gebäude liegt direkt an der Straße zwischen Berghausen und Speyer (Adresse: Landauer Straße 77 in Speyer). Um 10.30, 12.30 und 14.30 Uhr gibt es einen Kurzvortrag des künftigen Kita-Leiters Jens-Peter Schneider, der ansonsten ebenso wie Beigeordneter Heinz-Peter Schneider für Fragen zur Verfügung steht. Auch für Essen und Getränke ist gesorgt. Kinder können für die Kita vor Ort angemeldet werden oder per E-Mail an den Kita-Leiter: Jens-Peter.Schneider@vgrd.de.