VG Römerberg-Dudenhofen
Wie Justus Rabe Bürgermeister werden will
Lediglich einen „Zählkandidaten“ wollte Hartmut Lardon, Vorsitzender des FDP-Gemeindeverbandes Römerberg-Dudenhofen, nicht ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken: „Jemanden aufzustellen macht nur dann Sinn, wenn er oder sie die Kompetenz für den Job eines Verbandsbürgermeisters hat, und die Mühen und den Aufwand, den eine Kandidatur mit sich bringen, nicht scheut.“ Beides schrieb er Justus Rabe auch aufgrund seiner Biografie zu: Rabe ist 36 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Er ist in Bayern aufgewachsen und wohnt seit 2014 in Römerberg. Der 36-Jährige ist staatlich anerkannter Techniker für Gartenbau und arbeitet derzeit als Laborassistent im BASF-Agrarzentrum in Limburgerhof. Nebenbei ist er seit dieser Legislaturperiode als Dritter Beigeordneter der Verbandsgemeinde – ohne Geschäftsbereich – aktiv. Außerdem engagiert Rabe sich ehrenamtlich als Vorsitzender im Kreis- und als Beisitzer im Landeselternausschuss, im Förderverein der Kita St. Marien sowie als Beisitzer des FDP-Ortsverbands Römerberg-Dudenhofen.
Mitglied äußert Skepsis
Zur Person Rabe – er ist zurzeit in Urlaub und konnte sich bei der Mitgliederversammlung im „Schwarzen Gockl“ in Dudenhofen nicht selbst äußern – sowie seiner Qualifikation und der Stellenbeschreibung eines Verbandsbürgermeisters blieb Klaus Schmieder „unsicher“. FDP-Gemeindeverbands-Ehrenvorsitzender Jürgen Creutzmann beschwichtigte Schmieders Skepsis: „Rabe ist kompetent, er packt an, kann zuhören, führen und delegieren.“ Rundum: „Ich traue ihm das Amt zu.“ Der Römerberger Geschäftsmann Michael Schepers ergänzte Creutzmanns Liste der Rabe-Eigenschaften: „Er ist jung und hat den Funken Demut.“
Von Schepers per Handy über das Ergebnis informiert, meldete sich Justus Rabe aus seinem Urlaubsdomizil: „Ich freue mich über die einstimmige Unterstützung des FDP-Gemeindeverbands Römerberg-Dudenhofen zu meiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten“, ließ er verlauten. Viele Gespräche mit seiner Familie hätten ihn dazu ermutigt, sich um die Nachfolge von Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) zu bewerben. Dies ist ein Hauptamt, sodass Rabe bei einem Wahlsieg seinen bisherigen Job aufgeben müsste. Er wisse um die Herausforderungen, die ein solches Amt mit sich bringe. „Aber ich bin bereit, mich diesen zu stellen“, sagte Rabe.
Auf Menschen zugehen
Nach zwei Jahren als Beigeordneter kenne er die Probleme, die auf ihn zukommen werden. „Diese können nur gelöst werden, wenn man auf die Menschen zugeht, ihnen zuhört und dann auch anpackt. Es wird Zeit, dass ein frischer Wind in die Verwaltung kommt“, sagt der 36-Jährige. Die hält Jürgen Creutzmann in ihrem aktuellen Zustand für eine „Katastrophe“: „Eine Verwaltung der Verbandsgemeinde existiert nicht, Scharfenberger macht seit einem Jahr nichts mehr.“
Justus Rabe kündigte an, mit Fachleuten einen Plan zu erarbeiten, wie eine moderne und bürgerfreundliche Verwaltung in naher Zukunft arbeiten werde und möchte diese Pläne vor der Wahl öffentlich vorstellen.
Der FDP-Mann ist der erste Kandidat, der seinen Hut im Rennen um das Bürgermeisteramt in den Ring wirft. Allerdings muss er zu einem späteren Zeitpunkt noch offiziell bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der FDP als deren Kandidat nominiert werden.
Die CDU will am nächsten Mittwoch ihren Kandidaten bestimmen.