Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Beigeordneter Justus Rabe: Der politische Newcomer in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen

Verbringt gerne viel Zeit mit seiner Familie: Justus Rabe mit seiner einjährigen Tochter Ella. Mit seiner Frau Mara hat er noch
Verbringt gerne viel Zeit mit seiner Familie: Justus Rabe mit seiner einjährigen Tochter Ella. Mit seiner Frau Mara hat er noch dreieinhalb-jährige Zwillingssöhne.

Bis vor einem dreiviertel Jahr ist Justus Rabe in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Nun ist der 34-Jährige zum Beigeordneten der Verbandsgemeinde gewählt worden. Der FDP-Mann freut sich über seine schnelle kommunalpolitische Karriere und will sich bei vielen Themen einbringen.

Von Nadine Klose

Der im niedersächsischen Celle geborene und bei Ingolstadt aufgewachsene Justus Rabe zog vor sechs Jahren in die Verbandsgemeinde. Erst lebte er mit seiner Frau in Harthausen, nun wohnen sie in Heiligenstein. Zu seinem Beigeordneten-Amt kam der staatlich geprüfte Gartenbautechniker, der im BASF-Agrarzentrum in Limburgerhof arbeitet, durch FDP-Urgestein Jürgen Creutzmann. „Er hat mich angerufen und gefragt, ob meine Frau etwas dagegen hätte, wenn ich das Amt übernehme“, erzählt Rabe. Das Amt sei mit seinem Beruf und seinem Familienleben vereinbar, weil die Aktivitäten hauptsächlich abends stattfinden, wenn die Kinder schon im Bett seien, erklärt er und sagte deshalb Ja zu der Kandidatur im Verbandsgemeinderat – nachdem er mit seiner Frau darüber gesprochen hatte.

Der 34-Jährige trat 2017 vor der Bundestagswahl der FDP bei. Für die Liberalen sprach die Vorstellung eines selbstbestimmten Lebens der Bürger ohne viele Eingriffe durch den Staat. Die FDP sei weder extrem, noch zu weit links. Zudem sei er in einem Alter, in dem er die Politik unterstützen könne, sagt Rabe. Etwa sechs Wochen nach seinem Partei-Eintritt habe ihn der FDP-Verbandsgemeindeverbandsvorsitzende Hartmut Lardon angerufen und gefragt, ob er sich nicht kommunalpolitisch engagieren möchte, erzählt der dreifache Familienvater. Diese Möglichkeit habe er bei dem Partei-Eintritt nicht in Betracht gezogen. Bei den ersten FDP-Sitzungen fühlte er sich gleich gut aufgehoben. Lardon und Creutzmann seien Personen, die gut fördern und fordern können, lobt Rabe. Als „wahnsinnigen Input“ bezeichnet der Politik-Neuling, was er vom ehemaligen Europa-Abgeordneten Creutzmann lernen könne. Außerdem habe er nicht gedacht, dass die Kommunalpolitik so spannend und vielfältig sein könne.

Erfahrungen einbringen

Nach den Sommerferien wird Rabe mit Manfred Scharfenberger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, und seinen Beigeordneten-Kollegen Reinhard Burck (Grüne) und Silke Schmitt-Makdice (SPD) besprechen, welche Aufgaben er übernimmt. Einen Geschäftsbereich hat der 34-Jährige nicht. Er würde sich nach eigenen Angaben aber freuen, wenn er seine beruflichen Erfahrungen und die als Familienvater einbringen könnte. Als Beispiel spricht er das öffentliche Grün und die unzureichende Situation mit den Betreuungsplätzen für Kinder in der Verbandsgemeinde an. Als Elternausschusssprecher der Heiligensteiner Kita St. Marien bekommt er mit, wie Eltern um Betreuungsplätze für ihre Kinder bangen. Wenn mit dem neuen Kita-Gesetz ab Juli 2021 der Rechtsanspruch auf eine siebenstündige Betreuung bestehe, müsse diese gewährleistet werden können, findet Rabe. Dafür sei eine vorzeitig Planung nötig und nicht erst, wenn der Bedarf da sei. Beim Thema öffentliches Grün könnte er durch seine berufliche Erfahrung mithelfen, Bäume auszusuchen, die bei der lang anhaltenden Trockenheit im Sommer nicht viel Wasser brauchen, und bei der bienenfreundlichen Staudenauswahl behilflich sein, sagt Rabe.

Verkehrsberuhigung weiteres Ziel

Des Weiteren will er sich für die Digitalisierung der Verwaltung einsetzen. Zum Beispiel, dass Eltern ihre Kinder über das Internet für die Ferienfreizeiten der Verbandsgemeinde anmelden können und sich nicht um 8 Uhr bei der Verwaltung anstellen müssen. „Berufstätige Eltern können ihrem Arbeitgeber nicht sagen: ,Sorry, ich komme heute eine Stunde später, weil ich mein Kind noch für die Freizeit anmelden muss’“, sagt Rabe.

Ein weiteres Thema, dem der 34-Jährige in der Elterninitiative Römerberg – einem Zusammenschluss von Elternvertretern Römerberger Schulen und Kindergärten – schon viel Zeit gewidmet hat, ist die Verkehrsproblematik in der Berghäuser-, Germersheimer- und Heiligensteiner Straße. Die Eltern fordern dort Tempo 30 sowie eine Überquerungshilfe in der Germersheimer Straße. Hier müsse das Ergebnis der Testampel abgewartet werden, sagt Rabe. Das seien alles keine Projekte, die von heute auf morgen umgesetzt werden könnten, betont der FDP-Politiker. Wenn sie mit ihren Forderungen jedoch keinen Erfolg haben, wollen die Eltern laut Rabe einen Verein nach Vorbild des Ortsvereins Dudenhofen gründen.

Keine Ratserfahrung sei ein Vorteil

Der 34-Jährige sieht es als Vorteil an, dass er keine politische Erfahrung vorzuweisen hat. „Ich bin keine 20 Jahre Ratsmitglied und kein Sohn des Landrats, der den politischen Betrieb als Kind mitbekommen hat“, sagt Rabe. Dadurch sei er vielleicht unvoreingenommener und offener und bringe andere Gedanken ein. Der dreifache Familienvater, der bei der Kita St. Marien auch einen einmal im Monat stattfindenden Papa-Treff initiiert hat, freut sich auf den Austausch mit Bürgern und darauf, deren Wünsche in der FDP-Fraktion einbringen zu können. Ein Stimmrecht hat er im Verbandsgemeinderat nicht, weil er in das Gremium bei den Kommunalwahlen nicht gewählt wurde. Außerdem möchte Rabe weitere Männer und Frauen in seinem Alter motivieren, sich politisch zu engagieren – auch um der zunehmenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

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