Meinung Vieles für die Katz’
Erinnern wir uns zurück: Vor fünf Jahren wurde die Idee geboren, gemeinsam mit der Stadt Speyer das Gelände der ehemaligen Kurpfalzkaserne zu entwickeln. Der damalige Ortsbürgermeister Bernd Zimmermann (CDU) und Beigeordnete Jürgen Zimmer (parteilos) standen hinter dem Projekt. Es wurde viel Zeit, Arbeitskraft und auch schon Geld investiert. Es gab sogar einen Bürgerentscheid zur Größe des Gewerbegebiets. Am Mittwochabend nach der Entscheidung im Rat kann man sagen: Der Großteil war für die Katz’.
Die neue Ortsspitze, die Verbandsgemeindeverwaltung und eine Mehrheit im Rat lehnen das Projekt ab und führen als Grund das unternehmerische Risiko an, das sicher berücksichtigt werden muss. Die Ortsgemeinde will es nicht tragen und hofft jetzt auf die Stadt Speyer: Sie soll entwickeln, Otterstadt will die Gewerbesteuer kassieren. Gleichzeitig erhofft man sich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Was für eine Haltung!
In der Sitzung wurde angeführt, dass es nicht Aufgabe einer Gemeinde sei, dieses Gewerbegebiet zu entwickeln. Aufgabe von politisch Verantwortlichen ist aber, dem Dorf eine Zukunftsperspektive zu geben. Dafür braucht es Menschen mit Mut. In Otterstadt stagniert die Entwicklung. In der Bannweide ist in der vergangenen Legislaturperiode das PV-Anlagen-Projekt, mit dem in der ursprünglichen Planung rein rechnerisch ein Drittel der Otterstadter Haushalte mit grünem Strom hätte versorgt werden können, mit Rücksicht auf den Angelsportverein verkleinert worden. Jetzt werden erneut Entwicklungsmöglichkeiten aufgegeben. Otterstadt hat eine Chance vertan und sich gleichzeitig als nicht verlässlicher, sondern eher komplizierter Partner herausgestellt. Ob die Verantwortlichen ihre Entscheidung eines Tages bereuen, wird die Zeit zeigen. Sie werden daran gemessen, was sich in den nächsten Jahren im Dorf tut.
