VG Lambsheim-Hessheim
Verwaltung bietet Hilfe rund um Impftermin an
Die Bürgermeister und der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner (CDU), sind sich einig: Beim Thema Impfen muss eine kreisweite Vorgehensweise her. Auf die haben sich die Verwaltungschefs am Freitagmorgen in einer Telefonkonferenz geeinigt. Sie haben eine Art Hilfspaket geschnürt, das vor allem an Menschen über 80 gerichtet ist, die sich jetzt gegen eine Infektion mit dem Coronavirus impfen lassen möchten, aber etwa bei der Online-Buchung des Termins für die Kreissporthalle in Schifferstadt Hilfe brauchen. Kreisweit soll das Angebot vergleichbar sein. In der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim geht es schon am Montag los.
Fragebogen wird in den Briefkasten eingeworfen
Ein wichtiger Punkt der Abstimmung zwischen allen Kreisgemeinden ist laut VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle. In der VG soll sie in der Verwaltungsstelle in Lambsheim entstehen und bereits ab Montag besetzt sein. „Wer Hilfe beim Vereinbaren des Impftermins über das Online-Portal www.impftermin.rlp.de braucht, kann dann dort einen Termin vereinbaren“, erklärt Reith. Die Hausmeister würden dann beim Postaustragen diesen Senioren schon einmal vorab den umfangreichen medizinischen Fragebogen in den Briefkasten einwerfen, der später für die Terminvereinbarung im Schifferstadter Impfzentrum benötigt wird. Die Bürger sollen ihn dann zum Termin in der Verwaltungsstelle mitbringen. „Das spart beim Abschicken des Online-Antrags Zeit“, weiß Reith, der das umfangreiche Dokument schon für ein Familienmitglied ausgefüllt hat.
Die Verwaltungsmitarbeiterin müsse die Daten zu Medikamenten und Vorerkrankungen dann nur noch übertragen und den Antrag online absenden. „Die Empfangsbestätigung mit der Vorgangsnummer wird dann für den Impfwilligen ausgedruckt“, erklärt Reith. Der eigentliche Impftermin komme dann per Post zu ihm oder ihr nach Hause.
Zehn Bürgerbusfahrer stehen auf Abruf bereit
Wenn der Impftermin steht, will die VG-Verwaltung auch bei der Fahrt zur Schifferstadter Kreissporthalle helfen. „Unsere zehn Fahrer stehen Gewehr bei Fuß“, versichert der VG-Bürgermeister. Nach vorheriger Anmeldung können die Impfwilligen mit Bürger- und Jugendpflegerbus ins Impfzentrum und wieder nach Hause gebracht werden. Allerdings: Aufgrund der geltenden Abstands- und Hygieneregeln dürfen zurzeit nur zwei Senioren plus Fahrer in den Bussen Platz nehmen. Je nachdem, wie die Impftermine der Senioren zeitlich geplant sind, könnte das zu größeren Herausforderungen führen, macht die Kreisverwaltung aufmerksam. Schließlich sollte sich weder vor den Bussen noch dem Impfzentrum eine Menschenansammlung bilden.
Um eine weitere mögliche Infektionsquelle auszuschließen, haben Bürgermeister und Landrat deshalb am Freitag auch diskutiert, ob die Fahrer der Busse in den kommenden Tagen ebenfalls geimpft werden können – sofern sie das wollen, teilt Reith mit. Das hätten die Verwaltungschefs aller Kreisgemeinden befürwortet. Landrat Clemens Körner wolle das Thema noch am selben Tag mit der Landesregierung besprechen. Hintergrund sei, dass oft Impfdosen übrig seien, die dafür verwendet werden könnten. Wie berichtet, enthält eine Ampulle des Impfstoffs der Firma Biontech, der aktuell der einzige ist, der zum Einsatz kommt, sechs Impfdosen.
Einige Senioren müssen sich noch gedulden
Wie sich jedoch alte Menschen impfen lassen können, denen vor allem aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt nach Schifferstadt nicht zugemutet werden kann, bleibt unklar. Der Beindersheimer Seniorenbeirat hatte die Debatte angestoßen, weil die mobilen Impfteams, die das Land koordiniert, nur in Altenheimen im Einsatz sind. Laut dem Lambsheimer Landtagsabgeordneten Martin Haller (SPD) könnten mobile Impfteams erst in die Dörfer kommen, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht, der nach dem Aufbereiten noch transportiert werden kann. Das sei beim Mittel von Biontech nicht der Fall.