Frankenthaler Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Mobile Impfteams in den Dörfern nur eine Frage der Zeit

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat dem Corona-Impfstoff von Moderna am Mittwoch die Zulassung erteilt.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat dem Corona-Impfstoff von Moderna am Mittwoch die Zulassung erteilt.

Die Verwaltungen im Frankenthaler Umland organisieren aktuell für alte Menschen Bustransfers zu den Impfzentren in Schifferstadt und Bad Dürkheim. Die Details sind aber noch unklar und zwar auch, weil man auf eine Ansage der Landesregierung wartet, die möglicherweise zusätzlich mobile Impfteams in die Dörfer schicken will. Das scheint nur noch eine Frage von Tagen zu sein.

Dass Menschen ab 80, die nicht in einem Heim leben und sich impfen lassen wollen, die Fahrt ins Impfzentrum nicht zugemutet werden könne, das hatte vor Kurzem der Vorsitzende des Beindersheimer Seniorenbeirats thematisiert. Für sie gebe es momentan keine Möglichkeit, sich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus immun machen zu lassen, wenn sie etwa aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt nach Schifferstadt – dort wurde das Impfzentrum des Rhein-Pfalz-Kreises eingerichtet – nicht antreten können. Die mobilen Impfteams, die das Land koordiniert, sind zurzeit nur in den Altenheimen im Einsatz.

Max und Moritz fahren nach Bad Dürkheim

Damit aber auch die, die sich impfen lassen wollen und lediglich einen Fahrer brauchen, nach Schifferstadt oder in die Salierhalle nach Bad Dürkheim – dort befindet sich das Impfzentrum für die Bewohner des nördlichen Landkreises Bad Dürkheim – kommen können, organisieren die Verbandsgemeinden Leiningerland und Lambsheim-Heßheim aktuell einen Shuttle-Service mit den Bürgerbussen.

Im Leiningerland sind die Details bereits fix: Wer einen Termin in Bad Dürkheim hat, kann den kostenlosen Fahrservice mit den Bussen Max und Moritz unter Telefon 06359 80017777, montags bis freitags, 10 bis 11 Uhr, anfragen. Laut einer Pressemitteilung müssen die Fahrgäste ihre Hände desinfizieren und während der Fahrt Masken tragen.

Auch in den sechs Gemeinden der VG Lambsheim-Heßheim soll es so einen Service geben. Die Details sind laut Bürgermeister Michael Reith (SPD) aber noch offen. Konkret gehe es um die Frage, ob die Bürger zwingend ins Impfzentrum nach Schifferstadt gehen müssen, oder ob vielleicht doch ein mobiles Impfteam in eine oder alle sechs Gemeinden kommt. „So würden sich die Fahrten mit dem Bürgerbus und dem Jugendpflegerbus auf Fahrten innerhalb der Verbandsgemeinde begrenzen“, teilt Reith mit.

Er versichert aber auch: Falls kein mobiles Impfteam kommt, fahren die Busse nach Schifferstadt. Und auch die Bobenheim-Roxheimer Verwaltung teilt mit, dass die Einrichtung eines Bustransfers nach Schifferstadt diskutiert wird. Analog zur VG Lambsheim-Heßheim wolle man auch noch abwarten, ob vielleicht ein mobiles Impfteam direkt vor Ort das Vakzin spritzen könne.

Impfstoff darf nach Öffnen nicht transportiert werden

Das ist laut dem Lambsheimer Landtagsabgeordneten Martin Haller (SPD) wohl nur noch eine Frage von Tagen. „Rettung naht“, sagt er und erklärt, wieso das Vakzin zunächst nur stationär in Altenheimen und den Impfzentren verabreicht werden kann: „Der Impfstoff von Biontech ist für eine Impfung zu Hause nicht geeignet, weil er nicht mehr transportiert werden darf, sobald die Ampulle angebrochen ist.“ Sechs Impfdosen enthält so eine Ampulle. Beim nächsten Impftermin bei einem anderen Patienten müsste eine neue Flasche angebrochen werden, die restlichen fünf Impfdosen aus der ersten Flasche wären unbrauchbar.

Mit den Impfstoffen von Moderna und Astra Zeneca sei das anders. Sie könnten laut Haller einfacher transportiert und direkt vor Ort verimpft werden. „Es kommen ja immer neue Impfstoffe hinzu“, sagt Haller auf die Frage, wie lange es noch dauern könnte, bis Impfteams in die Dörfer ausrücken. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat der Firma Moderna am Mittwoch die Zulassung für ihren Impfstoff erteilt, zwei Millionen Dosen soll Deutschland im ersten Quartal laut Haller bekommen. Beim Vakzin von Astra Zeneca könne es auch nicht mehr lange dauern. „Die Impfteams werden so schnell wie möglich kommen“, ist er überzeugt.

Organisation vermutlich Aufgabe der Gemeinde

Wie genau das Impfen vor Ort dann aussehen könnte, ist noch unklar. Der Beindersheimer Seniorenbeirat hat angeregt, etwa eine zentrale Anlaufstelle im Ort, in der Grundschule oder dem Sängerheim einzurichten. Das wäre auch in den anderen Gemeinden denkbar. Impftermine zu Hause könnten ebenfalls möglich sein. Wer die Organisation übernimmt, bleibt aber noch offen. Die Kreisverwaltung in Ludwigshafen etwa hatte mitgeteilt, dass das möglicherweise direkt in den Gemeinden geplant werden müsse, weil beim Kreis keine Kapazitäten mehr frei seien.

Noch Fragen?

x