Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Testzentren im Kreis: Feuerwehren sind dabei

Corona-Schnelltest per Abstrich: Georg Scheidel von einer Apotheke in Bad Dürkheim testet eine Frau. Schnelltests sollen aber ni
Corona-Schnelltest per Abstrich: Georg Scheidel von einer Apotheke in Bad Dürkheim testet eine Frau. Schnelltests sollen aber nicht nur in Apotheken, bei Ärzten und Zahnärzten angeboten werden, sondern in speziellen Zentren in den Kommunen. So sieht es das Konzept des Landes vor.

Auf die Schnelltestpläne des Landes haben die Feuerwehren zunächst mit Protest reagiert. Denn sie sollen das Personal dafür stellen. Im Rhein-Pfalz-Kreis ist die Haltung der Wehrleute jedoch nicht durchweg negativ. Sie wollen helfen. Landrat Clemens Körner und Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Schädlich hoffen nun auf eine Lösung, mit der alle zufrieden sind. Die Gespräche laufen.

Als Gesundheits- und Innenministerium am Freitagnachmittag die Pressemitteilung herausgaben, wollten sie möglicherweise Fakten schaffen. Schnelltestzentren im Land sollten „möglichst flächendeckend über die örtlichen Freiwilligen Feuerwehren und Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden organisiert und geleitet werden“, hieß es darin. Bei den Feuerwehren vor Ort kam der Vorstoß nicht immer gut an. Und auch ein paar Tage später ist die Meinung über diese Aufgabe im Rhein-Pfalz-Kreis noch geteilt. „Ich hoffe trotzdem, dass wir zusammen gute Lösungen finden“, sagt Landrat Clemens Körner (CDU), der mit den Bürgermeistern der Gemeinden in Kontakt steht. Diese sind für ihre Feuerwehren verantwortlich.

Stand der Dinge am Dienstag: Von zehn Feuerwehr-Einheiten im Kreis sind vier bei den Plänen des Landes komplett dabei. Sie würden ein Testzentrum aufbauen, die Administration übernehmen und Tests vornehmen. Vier sind gegen das ganze Vorhaben. Und zwei sind bereit, in Teilen zu helfen. Mehr will Körner erst einmal nicht sagen. Und er will keine Wehren gegeneinander ausspielen. „Jeder hat seine Argumente“, sagt er. Außerdem sei das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen. Kreis, Bürgermeister und Feuerwehrleiter seien weiter miteinander im Gespräch.

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Nicht im Feuerwehrgerätehaus

Dass es besser ist, mehrere Testzentren vor Ort zu schaffen, anstatt einer zentralen Anlaufstelle im Landkreis, liegt auf der Hand. Dazu müssen Körner zufolge Möglichkeiten in den Gemeinden geprüft werden. „Klar ist, dass das Ganze nicht im Feuerwehrgerätehaus stattfinden kann“, sagt er. „Stellen Sie sich mal vor, es geht ein Alarm los, die Rolltore gehen hoch und draußen steht eine Schlange von 50 Leuten, die sich testen lassen wollen.“ Andere Ideen müssten auf den Tisch.

Während die Bürgermeister über passende Hallen und Räume nachdenken, arbeite Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Schädlich an einem Konzept, wie die Wehren im Kreis bei der Teststrategie eingebunden werden könnten. „Es muss ja nicht jede Wehr alles leisten“, meint Körner. „Vielleicht kann man mit Modulen arbeiten. Eine Wehr hilft vielleicht nur beim Aufbau einer Teststation. Eine andere übernimmt neben diesem Modul noch Modul zwei, nämlich die Administration. Und dann gibt es Wehren, die alles machen, sprich auch Modul drei: das Testen.“

Keine Verweigerungshaltung der Feuerwehr

Rainer Schädlich ist es ganz wichtig, deutlich zu machen, dass es im Rhein-Pfalz-Kreis keine Verweigerungshaltung vonseiten der Feuerwehr gebe, bei den Schnelltestzentren mitzuwirken. Das Problem sei die Kommunikation gewesen. „In der ganzen Corona-Krise kommt es leider immer wieder vor, dass vom Bund und den Ländern Ideen nach unten gereicht werden. Dadurch entsteht Hektik, obwohl erst einmal vieles abgeklärt werden muss“, sagt Schädlich. Bisher seien noch viele Fragen offen – etwa, wo solche Teststationen entstehen können, wie die Hygienepläne dafür aussehen und wie groß der Beitrag der Feuerwehrleute sein kann. Denn diese sind im Kreis nur ehrenamtlich tätig und müssten für Einsätze in den Testzentren von ihren Arbeitgebern freigestellt werden. „Die Verantwortung liegt in der Hand der Gemeinden, die Feuerwehr kann nur unterstützen und beraten“, fasst Schädlich zusammen.

Auf personelle Ressourcen achten

Der Kreisfeuerwehrinspekteur macht deutlich, dass nicht jede Wehr im Kreis die gleichen personellen Ressourcen habe und es in erster Linie darum gehe, das Infektionsrisiko der Wehrleute so gering wie möglich zu halten. Deswegen gebe es bisher weiterhin nur einen sehr eingeschränkten Übungsbetrieb, damit im Falle einer Infektion nicht ganze Einheiten lahmgelegt werden und nicht mehr ausrücken können, wenn es brennt oder technische Hilfe notwendig ist. Deshalb müsse für Helfer in den Testzentren auch auf andere Organisationen in den Gemeinden – etwa das Deutsche Rote Kreuz oder Vereine – zugegangen werden, sagt Schädlich.

Das Angebot des Landes, Feuerwehrleute, die andere testen, vorab schneller zu impfen, könne nur eine „Begleiterscheinung“ sein. Zudem entfalte der Impfstoff erst nach zwei Spritzen seine volle Wirksamkeit, und dennoch bleibe ein Restrisiko für eine Erkrankung, sagt der Kreisfeuerwehrinspekteur. Die neun Euro, mit denen jeder Abstrich vergütet werden soll, nennt er „ein hübsches Beiwerk“, mit dem versucht worden sei, die Wehrleute für die Aufgabe zu locken. „Wir helfen aber unabhängig vom Geld“, sagt Schädlich. In welcher Form wird nun in jeder Gemeinde besprochen.

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