Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel So steht es um den Glasfaser-Ausbau in Bobenheim-Roxheim

Die Leipziger Straße in Bobenheim-Roxheim gehörte im vergangenen Sommer zu den ersten Straßen, in denen Glasfaserkabel gelegt wu
Die Leipziger Straße in Bobenheim-Roxheim gehörte im vergangenen Sommer zu den ersten Straßen, in denen Glasfaserkabel gelegt wurden.

Ein Unternehmen hat eine Vereinbarung mit der Gemeinde, doch ein anderes baut aus. Wie es um den Glasfaserausbau am Altrhein steht.

Die Glasfaser Plus GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom, baut seit Sommer vergangenen Jahres ein Glasfasernetz in Bobenheim-Roxheim aus. Wie ist der aktuelle Baufortschritt?

Die Pressestelle des Unternehmens teilt mit, dass Stand 27. Februar im Ausbaugebiet 44 Netzverteiler angebunden sind und bis Anfang März fünf weitere angebunden sein sollten. Damit liegt der Baufortschritt deutlich hinter dem ursprünglich formulierten Ziel, bis Ende vergangenen Jahres 72 Netzverteiler anzuschließen. Rund 90 derartige Glasfaserpunkte will die GmbH insgesamt installieren.

Der Abschluss der Baumaßnahme war für den 30. Oktober 2025 vorgesehen. Gilt das noch immer?

Das Unternehmen hält weiter am 30. Oktober als Datum fest, bis zu dem die Glasfaserarbeiten im Ort beendet sein sollen. Mit dem bisherigen Baufortschritt sei man sehr zufrieden.

Gibt es überhaupt Anwohner, die die neue Technologie für eine schnellere Internetverbindung nutzen?

Nach Angaben der Telekom-Tochter nutzen Stand Ende Februar 174 Kunden den Dienst. Aufgrund des Ausbaufortschritts könnten aktuell rund 2000 Haushalte, deren Grundstücke an das Glasfasernetz angeschlossen und aktiviert sind, den Dienst nutzen. Bis zum Ausbauende will die Glasfaser Plus GmbH 50 Kunden pro Woche aktivieren – also die Nutzung von Glasfaser für diese Haushalte technisch möglich machen.

Das Unternehmen beschränkt sich auf den Aufbau des Netzes, während der Mutterkonzern Deutsche Telekom die Verträge mit den Endkunden abschließt.

Das Netz ist früheren Aussagen von Glasfaser Plus zufolge allerdings darauf ausgelegt, dass verschiedene Anbieter von Glasfaser-Tarifen dieses nutzen können. Bislang hat aber lediglich der Mutterkonzern Deutsche Telekom bei Endkunden in der Gemeinde für derartige Tarife geworben.

Aber die Deutsche Giganetz GmbH hat eine Kooperationsvereinbarung für den Ausbau mit der Gemeinde Bobenheim-Roxheim geschlossen, nicht die Glasfaser Plus GmbH. Wird die Giganetz noch aktiv?

Die Deutsche Giganetz GmbH bleibt bei der Aussage, die sie bisher bei Anfragen dazu getätigt hat: Man werde die Aktivitäten der Glasfaserkonkurrenz „sorgfältig beobachten und in enger Abstimmung mit der Gemeinde entscheiden, in welchem Umfang eine fortgesetzte Vermarktung und ein weiterer Ausbau sinnvoll sind“. An der Kooperationsvereinbarung will die Deutsche Giganetz GmbH festhalten. Was genau das heißt, bleibt unklar.

Werden die Straßen womöglich ein weiteres Mal aufgerissen, damit Deutsche Giganetz selbst ausbauen kann?

Bislang schließt Deutsche Giganetz einen sogenannten Überbau, auch als doppelter Ausbau bezeichnet, aus. „Statt Doppelstrukturen zu schaffen, setzen wir auf Open Access“, teilt das Unternehmen mit. Sei ein fairer Zugang für alle Wettbewerber zum bestehenden Glasfasernetz gewährleistet, werde nur ein Netz pro Kommune benötigt.

Steht die Gemeinde denn in Kontakt mit beiden Unternehmen?

Bürgermeister Michael Müller (SPD) bestätigt, dass es zwischen der Gemeinde und allen beteiligten Unternehmen Gesprächskanäle gibt. Mit der Glasfaser Plus GmbH und der Deutschen Telekom sei man vor allem bei Problemen auf der Straße rund um den Ausbau in Kontakt. Man bleibe für die Deutsche Giganetz GmbH ansprechbar, aber Müller hält einen Doppelausbau für „sehr unwahrscheinlich“.

Die Kooperationsvereinbarung sieht auch die Anbindung kommunaler Gebäude vor. Was passiert damit, wenn die Giganetz gar nicht erst aktiv wird?

Der Bürgermeister teilt mit, dass derzeit interne Bedarfsermittlungen stattfinden. Die Anbindung eines Friedhofsgebäudes sei weniger wichtig als die Anbindung des Rathauses oder der Schulen. Müller bestätigt, dass aus diesem Grund Gespräche mit der Telekom stattfinden. Telekom-Tochter Glasfaser Plus wird noch konkreter: In der ersten Märzwoche „werden wir wegen des Anschlusses der kommunalen Gebäude auf die Gemeinde zugehen“.

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