Speyerer Umland
Seniorenheime: Impf-Lage sehr unterschiedlich
Im evangelischen Seniorenheim Amalie-Sieveking-Haus in Berghausen steht am Freitag bereits der zweite Impftermin an. Seit der ersten Impfung am Silvestertag habe es keine Neuinfektionen mehr gegeben, sagt Pflegedienstleiterin Gabriele Fritsch am Dienstag auf Anfrage. In dem Seniorenzentrum gab es bisher 14 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Zuletzt ist laut Fritsch vor eineinhalb Wochen eine Person gestorben, nachdem sie nach einem Krankenhaus-Aufenthalt positiv getestet worden war. Am Freitag werden noch einmal das Personal und die 19 Bewohner geimpft, die noch nie positiv getestet wurden. Fünf Pflegemitarbeiter wollten sich nicht impfen lassen, was man akzeptieren müsse. „Wir machen alle Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass sie ihre privaten Kontakte beschränken müssen“, sagt Fritsch. Wenn das mobile Impfteam abgezogen ist, gelten in der Einrichtung weiterhin Hygieneregeln und FFP2-Maskenpflicht. Zudem werden Bewohner, Mitarbeiter und Besucher des Seniorenheims weiter regelmäßig getestet. „Wir können uns nie sicher sein“, sagt die Pflegedienstleiterin und verweist auf den lediglich 95- statt 100-prozentigen Schutz des Impfstoffes und die Unklarheit, ob Geimpfte das Virus weiter übertragen können.
Infektionsort teils unklar
Im „Haus Theresa“ in Harthausen ist die Lage nach Angaben von Residenzleiter Klaus Wittmann „kritisch, aber nicht aussichtslos“. Derzeit gebe es zwei aktive Corona-Fälle. Seit Anfang Dezember seien in dem Seniorenheim elf Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben, sagt Wittmann auf Anfrage. Wo sich die Menschen infizieren, kann nur teilweise ausgemacht werden. Der Residenzleiter berichtet von einer Dialyse-Patientin sowie einer Person, die Weihnachten bei ihrer Familie verbracht habe, wo im Nachhinein Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. Wittmann hofft, dass das Land der Einrichtung bald einen Impftermin nennt. Von den 37 Bewohnern werden nach seinen Angaben alle geimpft – außer diejenige, die bereits infiziert waren und somit eine gewisse Immunität vorweisen könnten, sagt der Residenzleiter und führt als Begründung, dass nicht alle Bewohner gleich zum Zug kommen, auch die Impfstoff-Knappheit an. „Vom Personal werden sich alle bis auf zwei impfen lassen“, sagt Wittmann. Zur Teststrategie erklärt er, dass Bewohner einmal und das Personal mindestens zweimal pro Woche sowie bei Bedarf getestet würden. 90 Prozent des Personals lasse sich sogar jedes Mal vor Dienstbeginn testen, sagt der Residenzleiter. Besucher werden ebenfalls getestet und müssen eine FFP2-Maske tragen. Die Maskenpflicht für Angehörige in den Zimmern werde nicht immer befolgt, berichtet Wittmann. Die Angehörigen verstehen es, wenn man sie zum Schutz der Bewohner darauf hinweise, „aber wir müssen es kontrollieren“, merkt er an.
Hoher Aufwand
Das Rhein-Pfalz-Stift in Waldsee ist bisher von einem größeren Corona-Ausbruch verschont geblieben. Nach Angaben von Susanne Frank, Sprecherin des Betreibers Avendi, gibt es zurzeit keine Corona-Fälle im Heim. Bisher sei nur ein Bewohner infiziert gewesen, Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gab es nicht. Am vergangenen Donnerstag wurden ihr zufolge erstmals 43 Mitarbeiter und zehn Bewohner geimpft. Da Aufklärungsgespräche und Dokumentationen viel Zeit in Anspruch genommen hätten sowie teilweise noch veraltete Unterlagen vom Land vorlagen, konnten nicht alle Interessierten gleich geimpft werden. Laut Frank soll es nun schnell einen weiteren Impftermin geben. Generell sei die Impfbereitschaft im Rhein-Pfalz-Stift, in dem 85 Bewohner lebten und rund 80 Mitarbeiter beschäftigt seien, hoch, sagt sie. Für den ersten Impftermin hatten sich rund zwei Drittel der Bewohner sowie mehr als die Hälfte des Personals gemeldet.
Im „Haus Edelberg“ in Lingenfeld sind nach Angaben von Pressesprecher Bernhard Rössler derzeit 32 Bewohner und zehn Mitarbeiter wissentlich infiziert. Es herrsche weiterhin ein Besuchsverbot, die Bewohner seien angehalten, die Zimmer nicht zu verlassen, sagt Rössler. In dem Seniorenheim gab es bisher einen Corona-Todesfall. Für vergangenen Samstag war eigentlich der erste Impftermin vorgesehen. Er sei jedoch abgesagt worden, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden sei, nennt der Pressesprecher die Begründung, die dem Seniorenheim mitgeteilt wurde. Einen Ersatztermin gebe es noch nicht.
Von der Seniorenresidenz Sankt Sebastian in Dudenhofen gibt es keine Informationen. Der Betreiber – die Incura GmbH – will sich auf Anfrage grundsätzlich nicht äußern.