Fussgönheim
Luftfilter für Grundschule: „Was lange währt ...“
Jetzt geht es darum, schnell zu sein. In den Angeboten, die die Verwaltung der Verbandsgemeinde Maxdorf Ende Februar eingeholt hat, kosten die mobilen Luftreinigungsgeräte gut 3200 Euro pro Stück. Fußgönheims Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG) hat vor ein paar Tagen online noch einmal nachgeschaut und festgestellt, dass beim gleichen Anbieter inzwischen nur noch gut 2600 Euro fällig werden. „Das kommt selten vor, dass mal etwas billiger wird, soll es aber auch noch geben“, sagt er. Ganz so, als sei der niedrigere Preis immerhin etwas Positives, was man der ganzen Geschichte abgewinnen könnte.
Vor etwa einem Jahr warf die SPD erstmals die Idee in die Runde, die Fußgönheimer Schillerschule mit Luftfiltern auszustatten, damit Schüler und Lehrer im Kampf gegen das Coronavirus besser gewappnet sein würden. Die Mitglieder in den politischen Gremien begannen zu diskutieren, ob und welche Modelle sinnvoll sein könnten – und auch über die Sinnhaftigkeit ganz generell. Schließlich seien CO2-Messer installiert und auch die Möglichkeit, die Klassensäle über geöffnete Fenster zu lüften, sei sichergestellt. Eine Ansicht, die auch Schubert vertrat. Letztlich würden Lüfter aus diesem Grund auch nicht bezuschusst werden – und Fußgönheim ist finanziell knapp bei Kasse. Ein Argument, das die politische Gegenseite wiederum auf den Plan rief: Ist Gesundheit und größtmögliche Sicherheit vor Viren für Schulkinder also eine Frage des Geldes? Der Vorschlag der SPD lautete, anderswo zu sparen.
Nach Probebetrieb neu verhandeln
Entscheidungen wurden vertagt, das Thema immer wieder zwischen Ortsgemeinderat und Ausschüssen hin- und hergeschoben. Nun ist eine Entscheidung gefallen, die den Kommunalpolitikern diese Sätze entlockt: „Der Weg hierhin war lang“, sagt Schubert, Jürgen Kuß (FWG) ergänzt: „Wir haben das mehr als intensiv beraten.“ Und Marie-Luise Klein attestiert: „Was lange währt, wird endlich gut.“
Die Schillerschule wird demnächst also zwei mobile Lüftungsgeräte erhalten, sechs Klassensäle gibt es im Gebäude. Ein Kompromiss, der folgenden Hintergrund hat: Die beiden Maschinen sollen in einem sechswöchigen Probetrieb getestet werden, dann soll das Lehrerkollegium beurteilen, ob es sinnvoll ist, weitere Luftfilter anzuschaffen. Das wiederum entscheiden dann die politischen Gremien. „Meine persönliche Skepsis ist bekannt, es bleibt abzuwarten, wie sich dann die Schule entscheidet“, sagt Markus Leppla (CDU).
Dass nicht alle Politiker überzeugt von den Luftfiltern sind, zeigt sich auch im Abstimmungsverhalten. Drei Ratsmitglieder stimmen gegen den Kauf, 16 sind dafür, eines enthält sich. Die Idee der SPD, direkt drei Geräte zu kaufen, da sie nun ja günstiger zu haben seien, wird hingegen mit 13:7 Stimmen abgelehnt.