Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lüftungsgeräte für Grundschule: Noch mehr Angebote gefordert

Solche Lüftungsgeräte hat der Kreis für seine Schulen gekauft.
Solche Lüftungsgeräte hat der Kreis für seine Schulen gekauft.

Dass die Fußgönheimer Schillerschule mobile Luftreiniger bekommt, ist inzwischen entschieden. Nur: Welche? Dazu sollen weitere Angebote eingeholt werden. Die CDU könnte sich auch eine komplette Rolle rückwärts vorstellen.

Eigentlich möchte Fußgönheims Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG) der drohenden Diskussion über die Ausstattung der Schillerschule in der Corona-Pandemie direkt einen Riegel vorschieben. „Es geht nicht um die Frage, ob Luftreinigungsgeräte sinnvoll sind oder nicht“, sagt er. Diese Debatte haben die politischen Gremien im Dorf in den vergangenen Wochen und Monaten ausufernd geführt, er selbst hat sich bereits geäußert. Seine Ansicht: Schaden würden solche Geräte sicher nicht, als zwingend notwendig erachtet er sie aber auch nicht. Das Lüften würden sie nicht ersetzen, und teuer sind sie obendrein – gefördert würden sie zudem auch nicht, da man die Fenster in den Räumen der Schillerschule öffnen kann. Daher würde er vom Kauf absehen.

Aber: Der Ortsgemeinderat hat sich Mitte Dezember mehrheitlich dafür ausgesprochen, Luftreiniger anzuschaffen. Nun hat die Verwaltung der Verbandsgemeinde Maxdorf ein Angebot erstellt, bei dem sie sich auf jene Geräte beruft, mit denen der Kreis im vergangenen Sommer die weiterführenden Schulen in seiner Trägerschaft ausgestattet hat. Sie reichen für Räume von 80 Quadratmetern und können im hinteren Bereich der Säle platziert werden. Eines kostet gut 3000 Euro, acht möchte Fußgönheim, macht in der Summe rund 24.000 Euro.

„Höhepunkt der Pandemie überschritten“

Doch bis die Luftfiltergeräte in der Schule stehen, wird noch einige Zeit verstreichen. Den Kommunalpolitikern reicht das eine Angebot nicht, sie wollen zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten. Deshalb wird sich erneut der entsprechende Fachausschuss mit dem Thema beschäftigen, bevor der Ortsgemeinderat final entscheidet. „Die Verwaltung hätte wissen müssen, dass wir Vergleichsangebote wollen“, sagt Jürgen Kuß (FWG).

Nun, geht es nach der Verwaltung, lautet der Vorschlag ohnehin anders – nämlich, auf einen Kauf zu verzichten. Dafür kann sich vor allem die CDU im Ort begeistern, auch wenn es eine Rolle rückwärts bedeuten würde. „Hat eigentlich mal jemand unseren Haushaltsplan im Kopf?“, fragt etwa Eckhard Koch. Es gebe in der Schule ausreichend Möglichkeiten zum Lüften, daher brauche es keine zusätzlichen Geräte. Einen Schritt weiter geht Markus Leppla (CDU): „Der Höhepunkt der Pandemie ist überschritten, die Fallzahlen gehen zurück, die Realität hat sich zum Besseren gewendet“, sagt er.

Einen Vorwurf wollen sich die CDUler aber nicht gefallen lassen, nämlich den, keine Verantwortung für die Gesundheit der Schulkinder übernehmen zu wollen. „Um Gottes willen“, sagt Leppla, „in keiner Weise zeigt es das.“ Sie würden es einfach nicht als notwendig erachten. Sieht Thomas Bauer (SPD) anders: „Wir alle wissen nicht, was im Herbst kommt“, sagt er. „Aber die Chance auf eine neue Welle ist größer als dass alles so bleibt, wie es momentan ist.“

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