Limburgerhof RHEINPFALZ Plus Artikel Leute im Landkreis: Daniel Birk zu Gast bei Google und Co.

Geschäftsideen hat Daniel Birk viele. Und es mangelt ihm nicht an der Motivation, sie auch umzusetzen.
Geschäftsideen hat Daniel Birk viele. Und es mangelt ihm nicht an der Motivation, sie auch umzusetzen.

Daniel Birk aus Limburgerhof ist zwar noch Schüler, arbeitet aber schon länger an seiner beruflichen Zukunft. Derzeit ist der 17-Jährige dabei, mit einem Freund eine gemeinsame Firma zu gründen. Und gleichzeitig bereitet er sich auf eine Wirtschaftsexpedition ins Silicon Valley vor.

An Geschäftsideen mangelt es Daniel Birk nicht. Ebenso wenig an der Motivation, sie auch umzusetzen. Der Schüler des Paul-von-Denis-Gymnasiums in Schifferstadt hat das bereits 2020 unter Beweis gestellt, als er und seine Mitstreiter es mit dem Projekt Cosebuy bis ins Finale des bundesweiten Businessplan-Wettbewerbs Startup Teens schafften, an dem mehr als 700 Teams teilgenommen hatten. Am Ende belegten die Gymnasiasten aus Limburgerhof den dritten Platz in der Kategorie Sustainability & Diversity.

„Wir haben ein großes Problem im Gebrauchtwarenmarkt gesehen“, sagt Daniel Birk. Cosebuy sollte als Plattform dienen, um gebrauchte Dinge – zunächst vor allem Kleidung – wieder in den Warenkreislauf zurückzuführen. Die Idee und der Businessplan überzeugten die Jury, allerdings kam es nie dazu, dass Cosebuy realisiert wurde. „Es ist an verschiedenen Faktoren gescheitert“, sagt der 17-Jährige, „unter anderem aus rechtlichen Gründen und wegen der wirtschaftlichen Tragfähigkeit.“

Dennoch habe ihm die Teilnahme am Wettbewerb enorm viel gebracht. „Ich glaube, viele Leute können sich nicht vorstellen, was für einen Netzwerkeffekt das hat“, sagt Daniel, in dessen Bücherregal vor allem Fachliteratur zu Wirtschaft und Vertrieb zu finden ist. „Im Finale haben wir sehr viele Menschen kennengelernt, obwohl es nur online war.“ Zudem gebe es bei Startup Teens ein Mentorenprogramm, an dem sich mehrere Hundert erfolgreiche Führungspersönlichkeiten beteiligen. Durch den Kontakt komme man dann wieder auf neue Ideen und Möglichkeiten, schildert der Schüler die Vorteile. So sei er dadurch etwa im beruflichen Netzwerk LinkedIn aktiv geworden.

Kontakte das A und O

Daniel, der in zwei Wochen 18 Jahre alt wird, ist überzeugt, dass die Vernetzung jedem Einzelnen sehr viel bringen kann. „Und das Netzwerken geht weiter“, sagt er. Dieses Mal nicht nur virtuell, sondern mit einer ganz besonderen Reise. Der Schüler hat sich erfolgreich für die Teilnahme an einer Wirtschaftsexpedition ins Silicon Valley in den USA beworben. Maximal 30 Teilnehmer zwischen 14 und 18 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen an der Reise teilnehmen, die die Institut für Jugend Stiftung mit Sitz in Heidelberg in ihrem Programm „Master MINT“ anbietet.

Los geht es – sofern Corona die Pläne nicht durchkreuzt – am 15. März. Um zu erfahren, was ein Wirtschaftszentrum wie das Silicon Valley ausmacht und welche Organisationen dort eine Rolle spielen, sind zahlreiche Unternehmensbesuche geplant, unter anderem bei Google, Apple, Intel und Facebook. Aber auch die namhaften Universitäten Stanford und Berkeley stehen auf dem von der Stiftung geförderten Programm, für das die Teilnehmer einen Eigenbeitrag von 3100 Euro aufbringen müssen. Häufig würden die Jugendlichen dabei von Sponsoren unterstützt, erzählt Daniel Birk, der sich ebenfalls über ein Sponsoring freuen würde und um Unterstützung wirbt.

Neben den sicherlich für die Zukunft wertvollen Kontakten, die sich während der Reise knüpfen lassen, ist dem Zwölftklässler ein anderer Aspekt sehr wichtig: „Ich sehe das als Chance zu zeigen, dass der MINT-Bereich Spaß machen kann“, sagt er. Denn es gebe in seiner Altersklasse immer noch ein zu geringes Interesse an MINT-Fächern und -Berufen. Damit sind die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gemeint. Deshalb möchte er nicht nur selbst von der Reise profitieren, sondern seine Erfahrungen und Erkenntnisse teilen. Einen Tipp für andere Jugendliche hat er jetzt schon: „Sobald man weiß, in welche Richtung die Interessen gehen, sollte man anfangen, sich entsprechend zu vernetzen.“

Studium in den USA

Daniel geht davon aus, dass er nach dem Abitur ein Wirtschaftsingenieurwesen-Studium aufnehmen wird. Dabei kann er sich durchaus vorstellen, ganz oder zumindest für ein Semester in den USA zu studieren. Darauf, beruflich Fuß zu fassen, möchte er aber nicht bis nach einem Studium warten. Deshalb ist er gerade dabei, mit seinem Mitschüler Timo Bleh eine eigene Firma namens StudentCreates zu gründen. „Es geht um Social-Media-Marketing“, verrät er. Die jungen Gründer bieten dabei vor allem für die Plattformen Instagram und TikTok Marketing-Strategien und deren Umsetzung an – vom Aufbau eines Kanals über die Strategie-Planung bis hin zur Content-Creation, sprich: dem Füllen des Kanals mit Inhalten.

„Unser Unique Selling Point, also unser Alleinstellungsmerkmal, ist im Prinzip, dass wir als Generation Z die erste Generation sind, die ganz im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist“, erklärt Daniel. Und als Teil dieser Generation verfügten sie über die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen, was junge Leute interessiert und anspricht. Erste Kunden gebe es bereits. Und zwar nicht etwa aus dem persönlichen Umfeld. Vielmehr seien die Kontakte über das Netzwerken entstanden, sagt der Schüler. So schließt sich der Kreis. Und Daniel ist sich sicher: „Es lohnt sich einfach, Initiative zu ergreifen.“

Kontakt

Wer mehr über Daniel Birks Teilnahme an der Wirtschaftsexpedition erfahren oder ihn als Sponsor unterstützen möchte, erreicht ihn per E-Mail an danielbirk.siliconvalley@gmail.com.

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