Limburgerhof
Bei Businessplan-Wettbewerb ins Finale: Eine zündende Idee
Daniel Birk weiß genau, was er will. Nicht jeder 16-Jährige kann das von sich behaupten. Und er ist zielstrebig, hat viele Ideen im Kopf. Jetzt ist einer dieser Einfälle zu einer ausgefeilten Geschäftsidee gereift. Mit dem Projekt „Cosebuy“ wollen der Schüler aus Limburgerhof und seine Mitstreiter Marie-Sophie Günzing, Elisabeth Hehl, Felix Ittel und Maxim Wagner den Gebrauchtwarenhandel aufmischen.
Und das soll so funktionieren: Menschen, die nicht mehr benötigte Gegenstände verkaufen wollen, können diese an einer „Cosebuy“-Sammelstelle abliefern. „Dort wird das Produkt begutachtet, mit einem angemessenen Verkaufspreis gelistet und fließt dann über das Internet zurück in den Warenkreislauf“, sagt Daniel Birk. Der Abgeber erhält einen Anteil des Verkaufserlöses, der Zeitaufwand für ihn ist gering. Die Schüler sind überzeugt: „Cosebuy“ besticht durch Einfachheit, Transparenz und gesicherte Qualität. Deshalb fürchten die fünf Jugendlichen auch große Konkurrenten wie eBay nicht.
Aus Zeitnot wegwerfen?
Wie kommt ein 16-jähriger Schüler dazu, so eine Geschäftsidee zu entwickeln? „Ich konnte immer wieder beobachten, dass bei vielen Leuten zum Beispiel gut erhaltenes, aber ausrangiertes Spielzeug, nicht mehr benötigte Kleidung, Bücher oder Haushaltswaren oftmals in Kisten eingelagert wurden und in der hintersten Ecke des Kellers verschwanden“, sagt der Gymnasiast. Manche Dinge würden sogar den Weg in die Mülltonne finden. Daniel Birk war geschockt von diesen Eindrücken. Bei einer Blitzumfrage unter Freunden, Nachbarn und Bekannten stellte sich heraus, dass die meisten der Befragten auf diese Weise handeln. Als Grund gaben sie oft Zeitnot an. Der Schüler kam ins Grübeln. Da gab es gut erhaltene Produkte, die durchaus noch verwendbar waren, zugleich war für den Weiterverkauf die Zeit vieler Menschen zu knapp.
Der Grundgedanke von „Cosebuy“ nahm Anfang des Jahres Gestalt an. Auf dem Schulweg, vor dem Einschlafen oder an freien Nachmittagen – Daniel Birk nutzte jede verfügbare Minute, um an seinem Geschäftsmodell zu feilen. Und da ein solches Projekt nicht allein zu stemmen ist, suchte er sich tatkräftige Unterstützung bei Schulkameraden und Freunden. Marie-Sophie Günzing ist zusammen mit Maxim Wagner für das Marketing und die Finanzen zuständig. Felix Ittel betreut die technische Umsetzung des Projekts, Elisabeth Hehl kümmert sich um die Internetseite sowie den Online-Shop und Daniel Birk übernimmt die Gesamtkoordination. Die Fünf verstehen sich gut, bringen ihre unterschiedlichen Interessen in das Projekt ein und bilden dadurch ein schlagkräftiges Team.
Erfahrung fürs Leben
Doch nicht immer läuft alles rund. Die ersten Versuche, geeignete Sammelstellen zu akquirieren, schlugen fehl. Diese sollen in etablierte Läden oder Betriebe integriert werden. Die Angesprochenen zeigten sich meist interessiert, eine feste Zusage konnte das Quintett bisher aber nicht ergattern. Frustriert sind die jungen Leute deshalb nicht. „Wir müssen uns jetzt einfach eine neue Strategie überlegen“, sagt Birk. Und Elisabeth Hehl ergänzt: „Ich bin überzeugt, dass unser Projekt laufen wird. Denn für Leute ohne Internet ist es optimal.“ Jetzt müssen die nächsten Schritte angepackt werden. Zeitplan überarbeiten, Investoren suchen, Netzwerk vergrößern. Langweilig wird es dem „Cosebuy“-Team nicht, denn alle Fünf gehen ja noch zur Schule.
„Es macht einfach Spaß und hier kann ich Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln“, sagt Marie-Sophie Günzing. Die Teenager aus dem Rhein-Pfalz-Kreis nehmen derzeit mit ihrem Projekt an dem bundesweiten Businessplan-Wettbewerb der Plattform „Startup Teens“ teil. Als eine der fünf besten Geschäftsideen im Bereich Sustainability & Diversity, sprich Nachhaltigkeit und Vielfalt, haben sie vor wenigen Tagen durch ein Online-Voting den Einzug ins Finale geschafft. Der große Endspurt findet im kommenden Jahr in Berlin statt. Können sie sich dort in ihrer Kategorie gegen die Konkurrenz durchsetzen, winkt ihnen ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.