Was war, was kommt: RHEINPFALZ Plus Artikel Hochdorf-Assenheim: Schwanken zwischen Enttäuschung und Vorfreude

Warten auf die Denkmaplpfleger: Auch die Arbeiten am Historischen Rathaus in Assenheim verzögern sich.
Warten auf die Denkmaplpfleger: Auch die Arbeiten am Historischen Rathaus in Assenheim verzögern sich.

Die lang ersehnte Ost-Umgehung für den Ortsteil Assenheim rückt immer näher. Das freut Ortsbürgermeister Walter Schmitt (FWG). So gut geht es aber nicht mit allen Projekten voran.

Drei 90-Grad-Kurven, enge Straßen: Die Fahrt durch Assenheim verlangt vor allem Bus-, Lkw- und Traktor-Fahrern einiges ab, der Schwerlastverkehr wiederum den Anwohnern der Wester-, Kurze, Lang- und Spätstraße. Sie wünschen sich schon seit Jahren die längst geplante Umgehungsstraße herbei, die einmal von dem Verkehrskreisel an der A65 am Ortsteil vorbei nach Rödersheim-Gronau führen soll. Umso mehr, da die Nachbarn dort inzwischen ihr Gewerbegebiet erschlossen haben und der Verkehr dorthin zunehmen dürfte, je mehr Firmen sich ansiedeln. 2023 wird die Straße zwar noch nicht gebaut, aber die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, damit es 2024 richtig losgehen kann.

„Der Kampfmittelräumdienst war schon da. Jetzt haben die Archäologen von der Generaldirektion Kulturelles Erbe ihre Grabungen vorgezogen“, berichtet Schmitt. Während der Landesbetrieb Mobilität (LBM) sonst oft viel Kritik einstecken muss, findet der Ortsbürgermeister lobende Worte für de Behörde, die das Projekt federführend umsetzt: „Die Zusammenarbeit macht wirklich Spaß.“ Im Juni oder Juli sollen erste Arbeiten an einer Brücke, die auf der Trasse der Umgehungsstraße liegt, erfolgen. Im August – nach der Ernte – werde der Wasser- und Bodenverband zur Beregnung der Vorderpfalz mit dem Verlegen seiner Beregnungsleitung beginnen. Das erfordere eine enge Absprache aller Beteiligten. „Der Bau der Umgehungsstraße soll dann 2024 starten, und zwar vom Kreisel her, der dann als Baustellenzufahrt dient“, erklärt er.

Immerhin Tempo 30

Was dagegen nicht kommt, sagt Schmitt in Anspielung auf die RHEINPFALZ-Serie, ist der Ausbau der Hauptstraße im Ortsteil Hochdorf. Die Pläne dafür haben LBM-Mitarbeiter zwar schon vor einigen Jahren im Ortsgemeinderat vorgestellt, doch seitdem verschiebt sich das Vorhaben immer wieder. „Das wird wohl eher 2025“, schätzt der Ortschef. Eine gute Nachricht hat er für die ebenfalls vom Verkehrslärm geplagten Anwohner aber trotzdem: Das Tempo-30-Limit wird auf die gesamte Länge der Hauptstraße ausgedehnt. Was ihn ebenfalls freut: „Es haben sich Leute gemeldet, die den Fahrbahnteiler am Ortsausgang nach Meckenheim pflegen wollen.“

Enttäuscht ist Schmitt hingegen von der Denkmalpflege. Mit der muss die Kommune die geplante Sanierung des Historischen Rathauses in Assenheim abstimmen. „Wir wollten es eigentlich im Oktober sanieren und hatten die Gelder im Haushalt eingestellt, haben aber seit Mai auf einen Termin mit den Denkmalpflegern gewartet. Bei allem Verständnis, aber das ist schwach“, sagt er. Immerhin habe die Behörde jetzt angekündigt, das Gebäude diese Woche endlich zu besichtigen.

Da die Fachfirmen so stark ausgelastet waren, habe sich auch der Ausbau des Wegs von der Trauerhalle zum Memoriam-Garten-Feld im Assenheimer Friedhof verzögert. Bereits gemacht sei aber der Hauptweg im Hochdorfer Friedhof. Nach jahrelangen Verzögerungen werde im neuen Jahr auch endlich die Alfons-Legner-Straße erneuert. Wobei sich diese Bauarbeiten zunächst auch 2023 wieder etwas verzögert haben. Am 31. Januar solle es laut Firma jetzt aber wirklich losgehen. „Dabei machen uns die gestiegenen Kosten zu schaffen“, erzählt der Ortsbürgermeister.

Studenten entwickeln das Dorf weiter

Politische Aufmerksamkeit wird im noch jungen neuen Jahr auch den beiden Kitas zuteil. Dem Bedarfsplan der Kreisverwaltung zufolge müssten 2023 wohl noch keine zusätzlichen Betreuungsplätze geschaffen werden, obwohl es für beide Einrichtungen Wartelisten gebe. „Wir müssen im protestantischen Haus des Kindes in Assenheim die Küche ausbauen“, kündigt Schmitt an. Grund sei das neue Kita-Gesetz, durch das die Anzahl der zu servierenden Mittagessen von 45 auf 65 steige. In der katholischen Kita St. Peter in Hochdorf sei der Essensraum zu klein. „Da müssen wir in die Planung gehen und schauen, wie wir das lösen“, sagt er.

Damit das Dorf attraktiv bleibt, auch für junge Familien, sollen Studenten der Technischen Universität Kaiserslautern Vorschläge erarbeiten, wie sich der Ort entlang der Hauptstraße sinnvoll entwickeln lässt. „Außerdem wollen wir für das Gebiet östlich der Firma Mayer & Ruppert einen Bebauungsplan aufstellen“, ergänzt der Ortschef.

Ansonsten bleibe vor allem die Hoffnung: darauf, dass die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim das Drei-Punkt-Hof-Projekt D1 in der Deidesheimer Straße 1 vorantreibt und „unsere Jugendarbeit dort einen Ankerplatz findet“. Und darauf, dass das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum mit dem angestrebten Verbessern der Wirtschaftswege zum und vom Pfalzmarkt vorankommt, damit der Ort vom landwirtschaftlichen Verkehr entlastet wird.

Die Serie

Was wurde 2022 alles erledigt, was steht 2023 an? Wir haben mit den Bürgermeistern im Rhein-Pfalz-Kreis gesprochen, ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus.

Walter Schmitt
Walter Schmitt
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