Limburgerhof / Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Güterbahntrasse: Weichen stehen auf rechtsrheinischer Strecke

Wo sollen die Gleise verlegt werden, die von Mannheim in Richtung Karlsruhe führen? Vieles deutet aktuell darauf hin, dass die B
Wo sollen die Gleise verlegt werden, die von Mannheim in Richtung Karlsruhe führen? Vieles deutet aktuell darauf hin, dass die Bahn den Lückenschluss rechtsrheinisch vollzieht.

Die Deutsche Bahn muss zwischen Mannheim und Karlsruhe für Güterzüge die Lücke auf der Strecke Rotterdam – Genua schließen. Acht Streckenvarianten stehen noch zur Auswahl. Zwei davon linksrheinisch. Letzteres gefällt weder den Kommunen noch einer Bürgerinitiative. Helfen könnte jetzt ein Projekt ein paar Kilometer weiter nördlich.

Eigentlich stand die von der Deutschen Bahn (DB) geplante Güterbahntrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe gar nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN). Und doch spielte das Großprojekt eine gewichtige Rolle. Konkret ging es um die Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim. Die ist den Unterlagen aus dem Gremium zufolge in ihrer Planung der Güterbahntrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe Jahre voraus.

Die Bahn muss auf der Güterbahnstrecke Rotterdam (Niederlande) – Genua (Italien) die Lücke im Abschnitt Mannheim – Karlsruhe schließen. Acht Streckenvarianten stehen noch zur Auswahl – zwei auf der linken, sechs auf der rechten Rheinseite. Bei den beiden linksrheinischen Trassen müsste die Passage von Mannheim in die Pfalz untertunnelt werden. Die Trasse ginge in Richtung Süden dicht an Limburgerhof sowie an Speyer, Dudenhofen und Römerberg vorbei.

Unterschiedlicher Planungsstand

„Es ist problematisch, die beiden Strecken zusammenzuführen. Beide Projekte stecken in unterschiedlichen Planungsphasen“, erläutert Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). Der Landrat des Kreises Bad Dürkheim sitzt für die Christdemokraten im Planungsausschuss des VRRN. Die Planungen zur Strecke Frankfurt – Mannheim sind laut VRRN mit der Vorbereitung der „Parlamentarischen Befassung“ im Bundestag in eine entscheidende Phase eingetreten. Schon 2019 hat der VRRN ein Positionspapier zur Strecke Frankfurt – Mannheim formuliert.

Das hat er jetzt erneut getan, da die Deutsche Bahn vor Kurzem „eine optimierte Vorzugsvariante für die Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim vorgestellt“ hat, wie es in den Unterlagen zu lesen ist. Darin ist unter anderem ein Tunnel nördlich von Einhausen (Landkreis Bergstraße) bis Mannheim-Blumenau vorgesehen. Damit ist der VRRN auch einverstanden. „Inhaltlich hat es bei dem Papier keinen Streit gegeben“, versichert Hans-Ulrich Ihlenfeld im RHEINPFALZ-Gespräch.

Keine großen Differenzen

Problematisch ist aus Sicht Ihlenfelds und des Verbands, dass die Strecken Frankfurt – Mannheim und Mannheim – Karlsruhe – im Mannheimer Norden gesplittet sind. „Perspektivisch geht die Strecke aus dem Norden eher zusammen mit dem Abschnitt Mannheim – Karlsruhe“, meint Ihlenfeld. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Aber für Ihlenfeld ist klar: „Die linksrheinischen Varianten sind teurer, auch dadurch, dass man zweimal den Rhein queren muss.“

Laut Ihlenfeld sind die Christdemokraten im Verband für eine rechtsrheinische Linienführung, was den Abschnitt Mannheim – Karlsruhe angeht. Da gebe es unter den Fraktionen keine großen Differenzen. Aus Kostengründen sei eine rechtsrheinische Linienführung eher zu realisieren.

Schreiders Anträge

Das sieht auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Schreider (Ludwigshafen), ebenfalls Mitglied des Planungsausschusses, so. Noch sei keine Trasse festgelegt. Aber man müsse jetzt schon schauen, dass die beiden Strecken sinnvoll miteinander verknüpft werden. Das sei die Forderung in der Region. Auch der Mannheimer Hauptbahnhof sowie der Rangierbahnhof müssten an beide Strecken angebunden sein. „Alles andere wäre eine verkehrspolitische Katastrophe“, sagte Schreider im RHEINPFALZ-Gespräch. Er habe deshalb einen entsprechenden Antrag im Ausschuss gestellt, dem das Gremium auch gefolgt sei. Zudem fordert der Ausschuss auf einen weiteren Antrag Schreiders hin einen verstärkten Lärmschutz für die Strecke Ludwigshafen – Frankenthal – Bobenheim.

Als Folge dieser Planung wären die beiden noch verbleibenden linksrheinischen Varianten der Strecke Mannheim – Karlsruhe raus. „Mit einem Tunnel von Mannheim-Waldhof bis fast nach Limburgerhof wären zum einen die beiden Bahnhöfe in Mannheim nicht angebunden“, sagt Schreider. Und das widerspreche den Forderungen des VRRN. Zudem wäre der Tunnel von Mannheim nach Limburgerhof sehr teuer. Auch wenn eine konkrete Trasse für die Strecke Mannheim – Karlsruhe noch nicht feststehe, so deutet aus Schreiders Sicht vieles darauf hin, dass eine Streckenführung über Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis), also rechtsrheinisch, die sinnvollste Alternative darstelle, da sie wirtschaftlich am tragfähigsten sei.

Das Positionspapier des VRRN

Den Anträgen folgend, fordert der VRRN in seinem Positionspapier, „sicherzustellen, dass die Auswirkungen der Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim auf den Gesamtknoten Mannheim berücksichtigt werden und die Kompatibilität zum Projekt Neubaustrecke/Ausbaustrecke Mannheim – Karlsruhe inklusive Knoten Mannheim sichergestellt wird“. Aus Sicht des Verbands ist es unabdingbar, eine Gesamtbetrachtung der Verkehrsbeziehungen der beiden Projekte anzustrengen. Diese werde durch die Aufteilung erschwert. Das berge die Gefahr einer nicht kompatiblen Planung.

Als Hauptproblem sieht man beim VRRN, dass die Strecke Frankfurt – Mannheim im Bereich des Bahnhofs Mannheim-Waldhof endet. „Die Frage, wie die zusätzlichen Verkehre von der neuen Strecke durch den bereits hoch belasteten und verspätungsanfälligen Knoten Mannheim geführt werden, wurde hingegen in das Projekt Neubaustrecke/Ausbaustrecke Mannheim – Karlsruhe verschoben, das sich jedoch in einem deutlich früheren Stadium befindet“, heißt es in dem Positionspapier.

Zufriedene BI David

Als Folgerung daraus müsse laut VRRN die Anschlussfähigkeit an die Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim gewährleistet werden. Im Weiteren halten die Vertreter des VRRN eine Planfeststellung im Rahmen der Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim ohne die Berücksichtigung der weiteren Durchquerung des Mannheimer Stadtgebiets und einen Anschluss an das Projekt Mannheim – Karlsruhe für „fehlerhaft und unzureichend“.

Zufrieden ob der Aussagen aus dem Planungsausschuss und dem Positionspapier ist die Bürgerinitiative (BI) David. Durch die Forderung des VRRN würden die Trassenvarianten auf der linken Rheinseite, die nicht die Knotenpunkte Haupt- und Rangierbahnhof Mannheim tangieren, ausscheiden. „Eine Nichtanbindung des Rangierbahnhofs Mannheim würde dessen Rückgang bedeuten und die Zukunft der Metropolregion als Industriestandort stark eintrüben“, schreibt die BI David.

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