Limburgerhof Güterbahntrasse: Ein kleines Tier könnte sie verhindern

In Limburgerhof werden Gründe gesammelt, um den Bau einer Güterbahntrasse zu verhindern, Dabei könnte schon der Feldhamster das
In Limburgerhof werden Gründe gesammelt, um den Bau einer Güterbahntrasse zu verhindern, Dabei könnte schon der Feldhamster das Vorhaben der Bahn torpedieren.

Das Thema Güterbahntrasse erregt die Gemüter in Limburgerhof – und nicht nur dort. Die Verlagerung des Güterverkehres von Straße auf die Schiene wird prinzipiell begrüßt, wenn die Trasse dann aber am eigenen Dorf vorbei geht, dann ist das inakzeptabel. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar – hier aber auch auf der anderen Seite des Rheins.

Die Gemeinde Limburgerhof lässt derzeit – wie auch Waldsee, Otterstadt und Speyer – von einem Büro Raumwiderstände untersuchen, die einer Trassenführung linksrheinisch entgegenstehen könnten. Raumwiderstände sind, vereinfacht erklärt, Gründe, die einem Projekt, in diesem Fall also dem Bau der Güterbahntrasse, entgegenstehen. Dabei geht es unter anderem um Interessen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Wasser, Klima, landschaftliche Gegebenheiten oder auch kulturelles Erbe auf dem Gelände, auf dem die Bahn die Strecke bauen möchte. Die Raumwiderstände werden unterschiedlich gewichtet von Klasse I (niedrigster Raumwiderstand) bis Klasse V. Je höher der Raumwiderstand, desto schwerer oder auch unmöglich wird es, die Bahntrasse zu bauen.

Noch zwei weitere Hebel gibt es, an denen die Gemeinde Limburgerhof ansetzen kann, um das Projekt zu verhindern. Zum einen wird Bürgermeister Andreas Poignée (CDU) in der Sommerpause eine Stellungnahme gegenüber der Deutschen Bahn ausarbeiten, die sich vor allem mit dem Thema „Bündelungswirkung“ befasst. Da geht es um Straßen und Bahntrassen, die durch einen Ort oder um ihn herumführen. In Limburgerhof sind das einige: die S-Bahnstrecke durch den Ort, die B9 im Osten und Norden, mehrere Landesstraßen. Die Bevölkerung hat also schon einiges an Lärm, optischen Beeinträchtigungen und Einschnitten in die Natur zu ertragen. Die Stellungnahme von Poignée wird nach der Sommerpause in den Gremien noch abgestimmt.

Schützenswerten Tieren auf der Spur

Ausschlaggebend für die Trassenführung könnte letztlich aber auch ein kleines Tier sein. Die Kläranlage auf der Strecke wäre für die Deutsche Bahn kein Problem, die würde, wie Poignée mitgeteilt wurde, untertunnelt oder überbrückt. Dass der Rhein zweimal aufwendig gequert werden müsste, wäre auch kein Hinderungsgrund für die Bahn – auch nicht, dass Güterzüge nahe an der Wohnbebauung vorbeirauschen und Menschen stören würden. Sollten aber der goldige Feldhamster oder ähnlich schützenswerte Tiere heimisch sein, dann wäre die Trassenvariante hier vom Tisch.

Zwischen Mannheim und Heddesheim sowie um Ilvesheim und Ladenburg fühlen die Nager sich wohl, weshalb die Bahn fünf Varianten für eine rechtsrheinische Trasse schon einmal zurückgestellt hat. Daher gibt die Gemeinde Limburgerhof nun ein Artenschutzrechtliches Gutachten in Auftrag, allerdings kein vollständiges, sondern eines, dass untersucht, ob besonders schützenswerte Tierarten im Bruch leben, oder um bei den Raumwiderständen zu bleiben: alles was in die höchste Raumwiderstandsklasse fällt. Es muss nicht unbedingt ein Feldhamster sein, eine Mopsfledermaus oder eine Bechsteinfledermaus wären auch gut.

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