Limburgerhof / Neuhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Güterbahntrasse: Aufatmen in der Vorderpfalz

Die Güterzüge bleiben auf der rechten Rheinseite.
Die Güterzüge bleiben auf der rechten Rheinseite.

Die Bahn kommt – aber nicht auf einer Güterbahntrasse durch die Vorderpfalz. Die Folge: Erleichterung bei den Beteiligten vor Ort.

Ein großes Aufatmen gab es im Laufe des Montags vor allem in Limburgerhof und Neuhofen. Die linksrheinischen Trassenvarianten, die von der Deutschen Bahn ins Feld geführt wurden, um den Lückenschluss zwischen Mannheim und Karlsruhe auf der Strecke Rotterdam – Genua zu vollziehen, sind offenbar endgültig vom Tisch. Gebaut wird jetzt auf der rechten Rheinseite.

„Die Bahn hat sich klug für die wirtschaftlichere Lösung entschieden. Wir freuen uns riesig, auch im Sinne des Kreises und für die potenziell betroffenen Gemeinden Neuhofen, Limburgerhof, Waldsee und Otterstadt“, sagt Volker Knörr (CDU), Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises. Es sei klar, dass der Lückenschluss gemacht werden und einer die Kröte schlucken müsse.

Christian Schreider (SPD), ehemaliger Bundestagsabgeordneter und jetzt verkehrspolitischer Sprecher der Ludwigshafener Sozialdemokraten, begrüßt in einer Pressemitteilung den Vorschlag des Unternehmens, von einer linksrheinischen Führung der Neubaustrecke abzusehen. „Eine solche Trassenvariante durch Ludwigshafen und Limburgerhof wäre auch nicht zielführend gewesen.“ Vor allem verkehrstechnische und wirtschaftliche Gründe sprechen aus Schreiders Sicht gegen die linksrheinische Trasse.

Die Strecke soll stattdessen über Schwetzingen, Ketsch und Hockenheim führen, informiert Schreider, der auch Mitglied von Parlament und Planungsausschuss der Metropolregion Rhein-Neckar ist. Ein Knackpunkt sei die nun mögliche Anbindung der Neubaustrecke an den Güter- und den Hauptbahnhof in Mannheim. Das sei bei einer linksrheinischen Streckenführung nicht möglich gewesen. Außerdem seien die Ingenieurbauwerke für die linksrheinische Variante, etwa ein notwendiger Tunnel zwischen Ludwigshafen-Rheingönheim und Mannheim-Waldhof, unangemessen aufwändig.

Vom Gefühl her habe er mit dieser Entscheidung gerechnet, meint Neuhofens Bürgermeister Ralf Marohn (FDP). Die rechtsrheinische Trassenführung sei aus seiner Sicht „zu teuer und zu umständlich“. Er sei erleichtert. „Wenn so ein Dauerthema schwelt, ist das nicht gut. Insofern ist das eine gute Entscheidung. Die Vernunft hat gesiegt.“

„Es ist gut, dass die Planungen für diese wichtige Strecke endlich vorangehen“, wird Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) in einer Pressemitteilung zitiert. „Allerdings bleibt die mit Abstand wichtigste Herausforderung weiter völlig ungelöst: Die Durchfahrt durch den massiv überlasteten Knoten Mannheim.“ Die Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim ende am Bahnhof Waldhof im Mannheimer Norden. „Das Projekt Mannheim – Karlsruhe wird aktuell nur bis südlich des Rangierbahnhofs geplant.“ Kaum eine andere Stadt in Deutschland sei so massiv von Bahnlärm betroffen wie Mannheim. Gleichzeitig behindere die Überlastung massiv den S-Bahnverkehr. „Daher brauchen wir dringend den schon lange geforderten Güterverkehrstunnel.“

Schreider, Marohn und Knörr heben die sachliche Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative (BI) David hervor. Diese hatte sich vor allem in Limburgerhof und Speyer gegen eine linksrheinische Trassenführung eingesetzt. „Wir sind zufrieden, weil unser Anspruch war, die Linie durch die Vorderpfalz zu verhindern. Das ist wohl gelungen. Unsere Argumente wurden aufgegriffen. Eingriffe in Natur und Landschaft wird es aber auch bei einem rechtsrheinischen Trassenverlauf geben, das ist uns nicht egal“, sagt Volker Ziesling (Speyer) von der BI David.

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