Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Fluglärmgegner formieren sich

Im Anflug auf den Landeplatz Worms verursachen manche Flieger über Bobenheim-Roxheim mehr Lärm als andere.
Im Anflug auf den Landeplatz Worms verursachen manche Flieger über Bobenheim-Roxheim mehr Lärm als andere.

Aus der Unterschriftenaktion ist eine Bürgerinitiative geworden. Ihr Ziel: den Fluglärm über Bobenheim-Roxheim zu reduzieren. Als dafür geeignet erachtet die Gruppe die Einstellung des Schulungsbetriebs auf dem Landeplatz Worms.

Sechs Einwohner haben Anfang Januar die „Bürgerinitiative gegen den Fluglärm des Flugplatzes Worms“ gegründet, und bis die Strukturen und Kommunikationswege geklärt sind, übernimmt Paul Calmes die Öffentlichkeitsarbeit. Er war es schließlich, der im September mehrere Hundert Unterschriften gesammelt hat – als Protest gegen die vielen täglichen Flüge über bewohntes Dorfgebiet.

„Wir haben schon viel Resonanz von Leuten bekommen, die sich der Initiative anschließen wollen“, berichtet Calmes. Er betont, dass es nicht darum gehe, den Verkehrslandeplatz dicht zu machen oder den Regelflugverkehr zu verhindern. Vielmehr sieht die Bürgerinitiative (BI) das Übel in der starken Nutzung des Platzes durch private Flugschulen. Denn es seien hauptsächlich die Flugschüler, welche die sogenannte Platzrunde flögen. Das hätten Mitglieder der am Wormser Flugplatz ansässigen Vereine bestätigt, so Calmes. Und die Platzrunde über dem Ortszentrum ist der eigentliche Dorn im Auge. Sie soll verlegt werden, fordern Bürger und Kommunalpolitiker.

„Wollen keine Querulanten sein“

Die BI sieht im Flugschulbetrieb außerdem ein Sicherheits-, genauer gesagt ein Absturzrisiko. Die Bobenheim-Roxheimer wollen beobachtet haben, dass relativ oft von der Platzrunde abgewichen wird, „um engere Schleifen zu fliegen, um den Flugschülern mehr Starts und Landungen in weniger Flugstunden zu ermöglichen, damit Ausbildungskosten gespart werden können“, heißt es im Gründungsprotokoll der BI. Daraus ergibt sich deren Maximalforderung, dass in Worms keine Flugschulen mehr ansässig sein sollten.

Und wie will die Gruppe ihren Forderungen Nachdruck verleihen? Das steht nach Angaben von Paul Calmes im Einzelnen noch nicht fest. „Zunächst wollen wir noch einmal an unsere beiden Landtagsabgeordneten herantreten.“ Damit meint er Christian Baldauf (CDU) und Martin Haller (SPD). Eines ist Calmes sehr wichtig: „Wir wollen nicht als Querulanten abgestempelt werden.“

Man verstehe durchaus, wie vertrackt die Lage im Moment sei, auch für die zuständigen Landesbehörden. Aber die Lärmbelastung für die hier lebenden Menschen sei nun einmal vorhanden und müsse vom Flugplatzbetreiber und dem Land anerkannt werden. „Wir werden erst einmal den friedlichen Weg versuchen“, sagt Calmes.

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