Lambsheim / Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel Firma Vulcan sucht nach geeigneten Standorten für Geothermieprojekte

Mit solchen Vibrationsfahrzeugen werden die seismischen Messungen durchgeführt.
Mit solchen Vibrationsfahrzeugen werden die seismischen Messungen durchgeführt.

Ob in der Vorderpfalz Thermalwasser zur CO2-freien Wärmeerzeugung und zur Gewinnung von Lithium vorhanden ist, will die Firma Vulcan Energie Ressourcen erkunden. Untersuchungen sollen auch auf Lambsheimer und Heßheimer Gebiet stattfinden.

Der Umweltausschuss der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim hat kürzlich über Sicherheitsvorkehrungen und Bürgerinformationen zu den geplanten Voruntersuchungen beraten. Aus den Unterlagen zur Sitzung geht hervor: Ziel der Karlsruher Vulcan Energie Ressourcen GmbH ist es, aus bis zu 4000 Metern Tiefe Thermalwasser zu gewinnen. Damit sollen Wärme und Strom erzeugt werden, bevor das abgekühlte Wasser zurück ins Erdinnere gepumpt wird. Gleichzeitig soll Lithium gewonnen werden, das für die Herstellung von Batterien gebraucht wird. Mit diesem Leichtmetall ist das Thermalwasser im Oberrheingraben angereichert. Jetzt ist das Unternehmen dabei, in der Vorderpfalz zu untersuchen, wo geeignete Standorte für derartige Geothermieprojekte sein könnten.

Genehmigung durch Landesamt erteilt

Das Landesamt für Geologie und Bergbau hat für diese Untersuchungen seine Genehmigung erteilt. Dazu wurde anhand der Geologie schon eine Vorauswahl, ein sogenanntes Raster erstellt, wie Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) sagte. In dieses Raster fallen innerhalb der VG nur die Bereiche Lambsheim und Heßheim, weiter nördlich fänden keine Untersuchungen mehr statt. Bei dieser sogenannten 3D-Seismik erzeugt ein Fahrzeug mittels einer Vibrationsplatte Schallwellen. Je nachdem, ob diese auf Wasser, Erde oder Gestein treffen, sind die Stärke und der Zeitabstand der reflektierten Wellen unterschiedlich. Diese werden von zuvor an genau definierten Punkten ausgelegten Geophonen aufgezeichnet. Mit diesen Erkenntnissen lässt sich ein 3D-Modell der geologischen Beschaffenheit des Untergrunds herstellen.

Das Vibrationsfahrzeug soll auch Bereiche innerhalb der bebauten Ortslage abfahren. Alle 50 Meter kommt demnach die Vibrationsplatte zum Einsatz. Um Geophone auf Privatgrundstücken zu deponieren, muss Vulcan direkt bei den Grundstückseigentümer die Erlaubnis einholen.

Ansprechpartner für Bürger gefordert

„Wir müssen auf jeden Fall der Firma die Möglichkeit geben, diese Untersuchung durchzuführen“, betonte Klimaschutzmanagerin Erika Demski in der Ausschusssitzung. Allerdings könne kritische Infrastruktur von der Untersuchung ausgeschlossen werden, Denkmäler etwa. Gebäude- oder Straßenschäden, die durch das Verfahren entstehen könnten, müssten vom Unternehmen beseitigt werden. Kritisch sah Barbara Eisenbarth-Wahl (CDU) das Problem der Beweispflicht. Sie schlug vor, gefährdete Gebäude oder solche mit bestehenden Defekten zu dokumentieren, sodass Schäden durch die Vibrationen bewiesen werden könnten.

Bei Untersuchungen in Mannheim seien keine Schäden festgestellt worden. Ähnliches gelte für Landau, so die Verwaltung. Dennoch empfahl VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD), mit der südpfälzischen Stadt Kontakt aufzunehmen, um deren Erfahrungen mit Vulcan zu nutzen. Zum Beispiel, so Reith, habe Landau mit der Firma einen Bürgschaftsvertrag abgeschlossen, um sich gegen Schäden abzusichern.

Die Information der Bürger sollte per Flyer erfolgen, war die Meinung im Ausschuss, wobei Ansprechpartner genannt werden sollen. Die Infoblätter könnten dem Amtsblatt beigelegt werden. Seitens der Vulcan Energie Ressourcen GmbH wurde laut Ausschussvorlage zudem vorgeschlagen, dass Infobusse die Dörfer Heßheim und Lambsheim anfahren, um Bürgern vor Ort die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern.

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