Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel FG 08 Mutterstadt: Harald Schulz für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Für Harald Schulz gibt es nur einen Verein: die FG 08 Mutterstadt.
Für Harald Schulz gibt es nur einen Verein: die FG 08 Mutterstadt.

Für Harald Schulz gibt es nur einen Verein: die FG 08 Mutterstadt. Schon als kleiner Bub hat er sich für den Club begeistert. Er war dort Spieler und Vorsitzender. Für sein ehrenamtliches Engagement über die Jahre ist ihm jetzt eine besondere Ehre zuteil geworden.

Zu Beginn des Gesprächs muss Harald Schulz erstmal mit einem kleinen Irrtum aufräumen: „Ich bin gar nicht der erste Ehrenvorsitzende der FG 08 Mutterstadt“, sagt er und lächelt etwas verschmitzt. Er habe sich extra noch mal in der Chronik des Vereins vergewissert. Er blättert ein paar Sekunden – und tatsächlich. Er deutet auf ein Bild, auf dem der ehemalige Bürgermeister Ewald Ledig, Ex-Landrat Ernst Bartholomé, Harald Schulz und Harry DeNijs zu sehen sind. Letzterer ist der erste aus den Reihen der Nullachter, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. DeNijs ist leider schon verstorben. „Zu der Zeit war ich schon Vorsitzender des Vereins“, erinnert sich der 74-Jährige. Der Tod des alten Weggefährten sei ihm nahegegangen.

Was Schulz mit DeNijs gemeinsam hat: Auch Harald Schulz ist ein Ur-Nullachter. „Es gab nie einen anderen Verein“, bekennt er. Weshalb er auch sagt: „Ehrenvorsitzender, das klingt schon gut.“ 1958 sei er in den Verein eingetreten, da sei er acht, neun Jahre alt gewesen. „Ich habe vorher schon mittrainiert, durfte aber nicht spielen.“ Der Trainer habe damals noch dafür gesorgt, dass er sicher nach Hause komme nach den Übungseinheiten. Die Heimat der FG 08 Mutterstadt war damals noch der Hartplatz am Wasserturm. Mittlerweile trägt der Verein seine Heimspiele im Sportpark in direkter Nachbarschaft zum Kreisbad Aquabella aus.

Torwart und Libero

Seine aktive Karriere habe er als Torwart begonnen. „Wir hatten allerdings ziemlich viele Torhüter. Und ich wollte aber spielen“, sagt Schulz. Also wurde er Libero, eine Position, die in Zeiten von Vierer- und Dreierkette wohl nur noch Fußball-Nostalgiker zum Schwärmen bringt. Bei einem Spiel habe er zunächst als Ersatztorwart auf der Bank Platz genommen. „In der Halbzeit bin ich dann als Feldspieler eingewechselt worden“, erinnert er sich. Ab dann sei er Stammspieler gewesen.

Als größten sportlichen Erfolg nennt Schulz die Meisterschaft in der A-Klasse Mitte in der Saison 1972/1973, verbunden mit dem Aufstieg in die Zweite Amateurliga. „Das war eine Mannschaft mit vielen Mutterstadtern.“ Die Truppe sei bis zur AH quasi zusammengeblieben. „Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft, sind dafür auch von vielen beneidet worden“, sagt Harald Schulz.

Über die Jahre ein Team

Was vielleicht noch viel wichtiger ist: Die Jungs sind auch nach der aktiven Zeit eine Mannschaft geblieben – in den Ehrenämtern der Mutterstadter. „Die Truppe auf dem Platz hat auch abseits davon Verantwortung übernommen“, sagt er nicht ohne Stolz. Er selbst habe Jugendteams trainiert, habe sich im Vorstand ums Protokoll gekümmert, sei Schriftführer, Beisitzer, stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender gewesen. Zehn Jahre lang war er an der Spitze des Vereins. In der Zeit sei die erste Mannschaft auch in die Landesliga aufgestiegen, berichtet der Ur-Mutterstadter.

„Der Verein war mir immer eine Herzensangelegenheit“, sagt er. Er wisse, das behaupteten immer viele. „Aber ich war schon als Kind bei den Spielen hinterm Tor gesessen. Es gab nie einen Gedanken, woanders hinzugehen. So haben wir es auch den Kindern vorgelebt“, erzählt Harald Schulz. Durchaus mit Erfolg. Sohn Stephen ist mittlerweile selbst Vorsitzender der FG 08. Der zweite Filius, Sebastian, war Spieler bei der FG 08 und ist jetzt Trainer bei der SG Limburgerhof. Das geht für Harald Schulz aber in Ordnung, schließlich hat Sebastian den familieneigenen Getränkehandel im Gewerbegebiet An der Fohlenweide übernommen.

Familiärer Zusammenhalt

Als Vorsitzender sei es ihm immer wichtig gewesen, eine Mannschaft drumherum zu haben, sagt Harald Schulz. „Alleine kann man dieses Ehrenamt nicht bewältigen. Ich war ja damals selbstständig. Und dann kam man auf mich zu und hat gesagt: Du könntest doch Vorsitzender werden. Und ich war der, der am wenigsten Zeit hatte“, erinnert er sich und lacht.

Was ihm wichtig ist, ist der Zusammenhalt in der und durch die Familie. „Es stimmt. Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau“, bestätigt Harald Schulz. In seinem Fall heißt diese Roswitha. „Es muss in der Familie funktionieren, sonst macht es keinen Spaß.“

Von 2000 bis 2010 sei er Vorsitzender gewesen. „Und das hat gut funktioniert. Dann ist sukzessive eine andere Generation dazugekommen. Unsere ehemalige Mannschaft hatte sich da langsam aufgelöst.“ 2010 habe er die Leitung des Vereins an Uwe Tröger übergeben. „Der Zeitpunkt war dann gut.“

Im Ältestenrat weiter aktiv

Schulz’ alte Mannschaft ist doch noch irgendwie zusammengeblieben. Selbstverständlich, möchte man sagen. Jetzt sei er im Ältestenrat wieder mit den alten Kameraden zusammen. „Wir sind die Berufungsinstanz im Verein, sind für die Betreuung der Mitglieder zuständig, machen Kranken- und Geburtstagsbesuche“, umreißt er die Aufgaben. Man merkt: Harald Schulz macht auch das Ehrenamt gerne. Es geht ihm auch darum, Verbindung zu den älteren Vereinsmitgliedern zu halten.

Harald Schulz freut sich auf die Auszeichnung als Ehrenvorsitzender. „Ich war wirklich überrascht, als das zur Abstimmung gekommen ist.“ Er engagiere sich, weil er seinem Verein etwas zurückgeben wolle. Unterm Strich sei die Ehrung eine für das Team. „Das hat ja nicht nur ein Einzelner geleistet. Das war die Mannschaft. Die anderen könnten auch geehrt werden.“

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