Mutterstadt
Auszeichnung: Landesehrennadel für Stephen Schulz
Die Liste mit all den ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Stephen Schulz bei der FG 08 Mutterstadt schon ausgefüllt hat, kann man an dieser Stelle nicht komplett wiedergeben. Das würde den Rahmen sprengen. Seit seinem sechsten Lebensjahr ist Schulz Mitglied bei der FG. Was auch nur logisch ist, bedenkt man, dass sich schon Großvater und Vater für den Verein engagiert haben.
Dass die Liste seiner ehrenamtlichen Aufgaben so lange ist, verwundert Schulz nicht. „Wenn man schon mit zwölf anfängt ...“ Ab 1993 war Schulz als Übungsleiter im Jugendbereich bei verschiedenen Mannschaften aktiv. „Der ältere Herr, der damals das Team von meinem Bruder betreut hat, hat gefragt: ,Könnscht mer mal helfe?’“ Er konnte. Und tut das immer noch.
Sein ehrenamtliches Engagement sieht Stephen Schulz derweil gar nicht als Belastung. Ja, selbstverständlich hat er dafür einen zeitlichen Aufwand an den Wochenenden oder nach der Zeit im Büro. „Das Ehrenamt ist für mich Hobby und Entspannung. Das macht man auch nicht so lange, wenn man keinen Spaß dabei hat“, sagt der 42-Jährige, der mit seiner Frau und den beiden Söhnen in Mutterstadt wohnt. Aber er weiß auch: „Im Ehrenamt gibt’s nicht nur spaßige Zeiten.“ Selten gebe es extreme Dankbarkeit. Und man investiere unzählige Stunden.
Mit der Zeit kamen die Ämter dazu
Mit der Zeit sei dann einfach das eine oder andere Amt dazugekommen. Stellvertretender Schriftführer war er, Spielleiter der Aktiven, Beisitzer im Vorstand, stellvertretender Jugendleiter ... Und ja, auch als Spieler hat er das Trikot der FG getragen. „Aber ich konnte mein fußballerisches Talent nicht so auf den Platz bringen“, sagt er und lacht. Die Position des Libero habe er damals bekleidet. „Wahrscheinlich habe ich aufgehört, als dann die Umstellung auf Viererkette kam“, sagt er und grinst.
Zugute kommt Stephen Schulz, dass er gerne Verantwortung übernimmt. Da profitiert er davon, dass er auch beruflich schon relativ weit gekommen ist. Schulz ist Bereichsdirektor bei der Sparkasse in der Südpfalz für das Privatkundengeschäft. In sofern kann man sagen, dass die Fähigkeiten, die er sich in den beiden Feldern erarbeitet, ergänzen. „Man muss viel aushalten“, sagt Schulz und erinnert sich daran, wie er als 18-Jähriger als Trainer die B-Jugend des Vereins übernommen hat. „Man macht auch nicht gleich alles richtig. Aber man lernt daraus. Und so habe ich auch im Beruf Dinge gelernt, die ich im Verein anwenden kann“, erzählt er.
Hinzu komme, dass er das Glück habe, eine sehr engagierte Mannschaft im Vorstand zu haben. 16 weitere Ehrenamtliche weiß er an seiner Seite. „Man muss lernen, loszulassen. Man schafft es einfach nicht, wenn die Mannschaft nicht stimmt.“ Wichtig sei, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. „Und durch manche Dinge muss man einfach durch.“
Ehrung überrascht den Mutterstadter
Überrascht sei er gewesen, als er von der Ehrung erfahren habe. „Das ist schließlich nichts Alltägliches“, sagt Stephen Schulz. Er empfindet die Landesehrennadel als „ein kleines Stück Dankbarkeit“. Er freue sich über die Ehrung, sieht sie als Anerkennung für das, „was man geleistet hat“.
Die Einstellung, Verantwortung zu übernehmen, hat ihm auch schon das eine oder andere Ehrenamt mehr eingebracht. „Meine Frau sagt immer: Geh auf keinen Elternabend“, erzählt Stephen Schulz. Selbstverständlich hat es ihn doch das eine oder andere Mal dorthin verschlagen. Zurückgekommen ist er oft mit dem einen oder anderen zusätzlichen Posten. „Bevor es keiner macht ...“
Stephen Schulz wirkt locker. Und das überträgt sich auch auf seine Umwelt. „Ich bin entspannt und entschleunigt“, sagt er über sich selbst. Er sei keiner, der über Dinge lange brüte, nimmt stattdessen eine ausgeprägte vernetzte Denkfähigkeit für sich in Anspruch. Das kommt auch nicht überheblich rüber. „Nach zehn, 15 Minuten will ich einfach eine pragmatische Lösung haben“, sagt er. Er treffe gerne Entscheidungen. Das fehle in der heutigen Gesellschaft. Entscheidungen treffen, aber dann auch mit den Konsequenzen umgehen.
Eine Konsequenz seiner ehrenamtlichen Tätigkeit war vor ein paar Jahren schon die Auszeichnung mit dem Ehrenamtspreis des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV). Insofern hatte er schon ein bisschen Erfahrung, was Ehrungen und Auszeichnungen angeht. Konsequent will er auch weiterhin bei der FG 08 Mutterstadt arbeiten. Die Bezirksliga, in der die erste Mannschaft gerade kickt, nennt er „eine schöne Liga“. Aber wenn der Aufstieg herausspringe, nehme man den gerne mit.
Noch wichtiger sei für ihn aber eine solide Basis im Jugendbereich des Vereins. Leistungsorientierter Breitensport und Breitensport wolle man da für die Kinder anbieten. „Wichtig ist, dass wir die erste Anlaufstelle für die Mutterstadter Kinder sind. Jeder soll bei uns eine Heimat haben.“ Die Herausforderung dabei: „Wir brauchen genügend Ehrenamtler, um den Zulauf an Jugendlichen zu stemmen.“