Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Ehemaliges Hotel-Restaurant Morgenstern vor Neustart

Das ehemalige Hotel und Restaurant Morgenstern hat eine neue Besitzerin.
Das ehemalige Hotel und Restaurant Morgenstern hat eine neue Besitzerin.

Vor rund anderthalb Jahren hatte das Hotel-Restaurant Morgenstern in Berghausen den Hotelbetrieb eingestellt. Jetzt steht ein Neustart mit neuen Akteuren bevor.

Als das Hotel Morgenstern am Ortsausgang von Berghausen in Richtung Speyer am 1. April 2024 die Vermietung von Hotelzimmern beendet hat, war das zugehörige Restaurant bereits seit mehreren Wochen nicht mehr geöffnet. Damit endete zum Bedauern vieler Römerberger eine Geschichte, die 34 Jahre vorher begonnen hatte. Die Zukunft des markanten blauen Hauses war ungewiss, die Eigentümerfamilie suchte nach einem Käufer. Der ist mittlerweile gefunden, und es ist nun auch klar, dass sowohl der Hotel- als auch der Restaurantbetrieb wieder aufgenommen werden.

Neue Besitzerin ist die Römerbergerin Maren Broich. „Es war eine Herzensentscheidung“, sagt Broich. „Ich wollte nicht, dass das Haus herunterkommt. Ich habe hier geheiratet, und alle großen Familienfeiern haben hier stattgefunden.“ Als sie sah, dass das Haus verkauft werden soll, habe sie deshalb zugeschlagen. Es sei auch im Sinne der früheren Eigentümer gewesen, dass es wieder einen Hotelbetrieb und ein Restaurant vor Ort gibt. Es habe durchaus auch andere, eher dubiose Interessenten gegeben.

Besitzerin betritt Neuland

Maren Broich betritt mit ihren Plänen persönlich Neuland, denn sie arbeitet als Logopädin in Römerberg. Derzeit ist die neue Besitzerin dabei, den Hotelteil des Anwesens teilweise zu sanieren: Die Elektrik werde auf den neuesten Stand gebracht und energetisch soll sich einiges tun, so werde die Heizung angepasst. Die 20 Zimmer selbst werden laut Broich teilweise erneuert. Auf einem ebenfalls auf dem Grundstück befindlichen Wohngebäude, das aktuell leersteht, sei eine Photovoltaikanlage angebracht worden.

Das Haus soll unter dem Namen „ChesaMia Hotel und Appartement“ firmieren. „Weil unsere große Tochter Mia heißt. Und Chesa ist rätoromanisch für Haus“, erklärt die 45-Jährige. Bei der Zielgruppe will sich die neue Besitzerin nicht festlegen, für Geschäftsreisende könne das Haus ebenso interessant sein wie für Touristen. Die Nähe zu Speyer und der nahe Bahnhaltepunkt seien ideal. „Alle Gäste sind willkommen“, sagt Broich. Das Hotel will sie neben ihrem eigentlichen Beruf betreiben. Es soll – von den Putzkräften abgesehen – weitgehend ohne Mitarbeiter auskommen. Statt einer mit Personal besetzten Rezeption soll alles elektronisch ablaufen. Ein Frühstücksangebot ist nicht vorgesehen. Einen Eröffnungstermin gibt es noch nicht.

Essen unter Pfirsichblüten: Gastronom Chu Thuc Kien (rechts) und sein Mitarbeiter Hoang An Nguyen haben Maren Broich (Mitte) mit
Essen unter Pfirsichblüten: Gastronom Chu Thuc Kien (rechts) und sein Mitarbeiter Hoang An Nguyen haben Maren Broich (Mitte) mit ihrem Konzept überzeugt.

Asiatische statt deutsche Küche

Auch beim Restaurant im Erdgeschoss ist noch unklar, wann es losgeht. Vermutlich dauert es noch knapp einen Monat. Derzeit werden die Räume, in denen rund 120 Gäste Platz finden, umgebaut. Statt wie früher gehobene deutsche Küche wird es künftig asiatische Speisen geben: Der aus Vietnam stammende und seit 20 Jahren in der Gastronomie in Deutschland tätige Chu Thuc Kien hat sich gemeldet, als die Broichs einen Pächter für das Restaurant gesucht haben. Dieses wird künftig „Asia Koi“ heißen. Unter diesem Namen betreibt der Gastronom bereits an anderen Standorten wie Wittlich, Zell an der Mosel und Bad Bergzabern Restaurants.

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Derzeit wird der Gastraum komplett umgebaut. Die Deko lässt Chu Thuc Kien zum Teil extra aus Vietnam importieren. Blickfang ist ein (künstlich) blühender Pfirsichbaum, unter dem die Gäste speisen können. Neben den Plätzen im Gastraum gibt es auch einen Freisitz mit 80 bis 100 Sitzen. Kostenlose Parkplätze stünden neben und hinter dem Gebäude zur Verfügung. Der Gastronom will sein Restaurant jeden Tag von 11 bis 15 Uhr und von 16.30 bis 22.30 Uhr öffnen. Die genaue Anzahl der Mitarbeiter ist noch offen. „Das hängt davon ab, wie viel los ist“, berichtet er. Angeboten werden sollen Sushi sowie warme Gerichte aus verschiedenen asiatischen Ländern wie Thailand, Vietnam oder China. Für den deutschen Gaumen passt der 40-Jährige die Gerichte meistens etwas an. „Für die deutschen Gäste kochen wir normalerweise nicht ganz so scharf“, sagt er.

Maren Broich ist guter Dinge, dass Hotel und Restaurant im ehemaligen Hotel Morgenstern nicht nur eine erfolgreiche Vergangenheit, sondern auch eine gute Zukunft haben werden. Die Römerberger freuten sich auf ein asiatisches Restaurant im Ort. „Wir sind immer positiv“, sagt sie über sich und ihre Familie. „Wenn wir keinen gesunden Idealismus hätten, wären wir nicht da, wo wir heute sind.“

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