Otterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Dieses Jahr kein Karpfenfest in bekannter Form

Karpfenfest im vergangenen Jahr: Gäste konnten bei Sommerwetter italienische Speisen und Fischspezialitäten vor der Sommerfestha
Karpfenfest im vergangenen Jahr: Gäste konnten bei Sommerwetter italienische Speisen und Fischspezialitäten vor der Sommerfesthalle probieren.

Das Heimat- und Karpfenfest in Otterstadt wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht stattfinden. Darüber hat Ortsbürgermeister Theo Böhm informiert. Das sind die Gründe.

„Ich gehe davon aus, dass es dieses Jahr kein Heimat- und Karpfenfest geben wird.“ Das hat Ortsbürgermeister Theo Böhm (CDU) verkündet. Er informierte, dass Festwirt Paolo Rappa das Fest aufgrund des Risikos nicht mehr ausrichten werde. „Ich habe verschiedene Ausrichter und Vereine kontaktiert, mir aber nur Absagen eingeholt“, sagte Böhm.

Ganz sollen die Otterstadter auf eine Veranstaltung am ersten Juli-Wochenende jedoch nicht verzichten müssen. Der Ortschef kündigte an, dass das traditionelle Fischessen für Senioren, voraussichtlich am Samstag, stattfinden soll. Dieses werde der Angelsportverein organisieren.

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Wenn keiner Verantwortung übernimmt, gibt’s nichts

Das Heimat- und Karpfenfest fand im vergangenen Jahr erstmals nach einer vierjährigen Pause wegen der Corona-Pandemie wieder statt – mit neuem Konzept. Der damalige Ortsbürgermeister Bernd Zimmermann (CDU) hatte Paolo Rappa als Festwirt gewonnen. Rappa ist über Otterstadt hinaus als Inhaber des „Vivere“ am Königsplatz bekannt. Der gebürtige Sizilianer ist seit 40 Jahren als Gastronom in der Gemeinde aktiv und wollte der Dorfgemeinschaft mit seinem Engagement etwas zurückgeben.

Für die dreitägige Veranstaltung schloss Rappa seine Gasträume am Königsplatz und organisierte mit seinem Personal und Otterstadter Vereinen die Wiederbelebung des Fests, das italienische Einflüsse mit der Tradition der Otterstadter Karpfengeschichte verband. Die Gemeinde war für das Rahmenprogramm zuständig – unter anderem für die offizielle Karpfenübergabe mit Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) – und kümmerte sich um Schausteller sowie die Sperrung der Kollerstraße. Das Fest kam gut an.

„Die Gemeinschaft muss stimmen“

In diesem Jahr wird es ein Karpfenfest in dieser Form und Dimension nicht geben. „Ich hätte gerne weitergemacht und das Fest weiterentwickelt“, sagt Paolo Rappa auf RHEINPFALZ-Anfrage und berichtet, dass er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Er stehe als Festwirt nicht zur Verfügung, weil sich die Gemeinde bei den Kosten zurückziehen wolle, sagt er. Rappa kann verstehen, wenn die Gemeinde sparen möchte. Gleichzeitig macht er deutlich, dass er nicht alleine die Verantwortung übernehmen und das finanzielle Risiko tragen könne. „Das Karpfenfest ist ein Fest für die Dorfgemeinschaft und kein Paolo-Fest“, sagt Rappa. Er hätte sich gewünscht, dass alle – er, die Gemeinde und die Vereine – das Fest gemeinschaftlich ausrichten, und sagt, dass er für konstruktive Gespräche offen sei. „Ich bin kein Faulenzer, aber die Gemeinschaft muss stimmen“, sagt der Otterstadter Restaurantbesitzer.

Schlossen für das Karpfenfest drei Tage ihr Restaurant am Königsplatz: Paolo und Dorothea Rappa.
Schlossen für das Karpfenfest drei Tage ihr Restaurant am Königsplatz: Paolo und Dorothea Rappa.

Im Sommer gibt’s kein Karpfenfest wie im vergangenen Jahr. Und wie sieht’s mit der Kerwe und dem Weihnachtsmarkt aus? Die Frage stellt sich, weil an der Spitze des organisierenden Ortskartells eine Veränderung ansteht. Ortskartell-Chefin Sonja Regenauer hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sie nur für eine Amtszeit zur Verfügung steht. Sie ist mittlerweile Kulturbeauftragte der Gemeinde und möchte den Ortskartell-Chefposten nach drei Jahren in andere Hände geben. Bei ihr und ihrem inzwischen verstorbenen Mann, der sie unterstütze, liefen die Fäden zusammen. Ihr half das Ortskartell-Vorstands-Team mit Rolf Zentgraf (TuRa), Claudia Sessig (Hundefreunde), Alois Hangg (Angelsportverein) und Uwe Stanzl (Kommunikation). „Auch wenn viele Grundlagen für Kerwe und Weihnachtsmarkt gelegt sind, braucht es Personen, die die Hauptarbeit machen, die die Schreibarbeit übernehmen und alles koordinieren“, beschreibt Regenauer das Ehrenamt.

Am 18. März stehen beim Ortskartell Neuwahlen an. Im Moment sei nicht absehbar, wer ihren Posten übernimmt, sagt die Noch-Vorsitzende auf Anfrage. Ebenfalls offen ist, wer auf ihre Teamkollegen folgt. Regenauer betont, dass die Nachfolger auf gute Grundlagen aufbauen könnten und Unterstützung vom ehemaligen Ortskartell-Vorstand bekommen werden. „Wir würden uns freuen, wenn unsere Arbeit weiter Früchte trägt“, sagt Sonja Regenauer.

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